The National Times - Erste Reise Richtung Mond in gut 50 Jahren: Bemannte Nasa-Mission Artemis 2 vor dem Start

Erste Reise Richtung Mond in gut 50 Jahren: Bemannte Nasa-Mission Artemis 2 vor dem Start


Erste Reise Richtung Mond in gut 50 Jahren: Bemannte Nasa-Mission Artemis 2 vor dem Start
Erste Reise Richtung Mond in gut 50 Jahren: Bemannte Nasa-Mission Artemis 2 vor dem Start / Foto: © AFP

Erstmals nach mehr als 50 Jahren will die US-Raumfahrtbehörde Nasa wieder Menschen in Mondnähe bringen. Mit vier Astronauten an Bord sollte am Donnerstag kurz nach Mitternacht MESZ in Cape Canaveral eine Raumfähre zur Mondumrundung starten. US-Präsident Donald Trump nannte die Mission Artemis 2 ein Zeichen für die Überlegenheit der Vereinigten Staaten. Die Astronauten flögen "tiefer in den Weltraum hinein, als je ein Mensch zuvor gereist ist", erklärte er.

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Am Mittwoch um 18.24 Uhr Ortszeit (Donnerstag, 00.24 Uhr MESZ) soll die vierköpfige Besatzung vom Kennedy Space Center im US-Bundesstaat Florida starten. Die 98 Meter große Trägerrakete SLS soll die Orion-Raumkapsel mit der Artemis-2-Crew ins All bringen. Auf ihrem zehntägigen Trip wollen die Besatzungsmitglieder den Mond umrunden und neue Erkenntnisse über den Erdtrabanten mitbringen. Zuletzt waren US-Astronauten 1972 mit Apollo 17 auf dem Mond gelandet. Danach wurde das kostspielige Programm eingestellt.

An der neuen Mondmission Artemis 2 nehmen erstmals eine Frau, ein Schwarzer und ein Kanadier teil. Kommandant ist der 50 Jahre alte US-Astronaut Reid Wiseman. Pilot der Orion-Kapsel ist der 49-jährige Victor Glover, der als erster nicht-weißer Mensch für eine Mondmission ausgewählt wurde. Seine Kollegin Christina Koch soll als erste Frau überhaupt zu dem Erdtrabanten fliegen. Der Kanadier Jeremy Hansen ist der erste Astronaut bei einer Mondmission, der nicht aus den USA stammt.

Wenige Stunden vor dem Start verabschiedete sich die Crew von Angehörigen und nahm anschließend in orangenen Raumanzügen in der Orion-Kapsel Platz. Die Trägerrakete, die noch nie Menschen ins All gebracht hat, war zuvor betankt worden.

In der Nähe des Kennedy Space Center hatten sich zahlreiche Raumfahrt-Fans versammelt. "Wir können es kaum erwarten", sagte die 76-jährige Rentnerin Melinda Schuerfranz, die sich noch an die Apollo-Mondmissionen in den Jahren 1968 bis 1972 erinnern kann. Auch Jason Heath aus Maine war mit seiner Familie vor Ort. "Es ist auf jeden Fall cool zu wissen, dass Menschen weiter fliegen werden als jemals zuvor", sagte der 40-Jährige.

Die Artemis-2-Crew will bei der Umrundung des Mondes dessen Südpol für eine Landung erkunden, die für 2028 geplant ist. Auf der Rückseite des Mondes wird die Crew weiter von der Erde entfernt sein als die Besatzung von Apollo 13, die mit mehr als 400.000 Kilometern bislang den Rekord hielt.

Präsident Trump bejubelte die neue Mission in seinem Onlinedienst Truth Social. "Wir gewinnen - im All, auf der Erde und überall dazwischen - wirtschaftlich, militärisch und jetzt, jenseits der Sterne". Er fügte hinzu: "Wir dominieren, und die ganze Welt schaut zu." Trump dringt auf eine erneute Mondlandung bis 2028, kurz vor Ende seiner zweiten Amtszeit. Experten haben allerdings Zweifel an der Realisierbarkeit dieses Zeitplans.

Bei Artemis 2 kommt auch Technologie aus Deutschland zum Einsatz. Zur Orion-Raumkapsel gehören vier Strahlungsdetektoren des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Außerdem wird das in Bremen gebaute Europäische Servicemodul (ESM) genutzt - mit dem Haupttriebwerk für den Anflug auf den Erdtrabanten, Technologie zur Temperaturregulierung und Stromversorgung sowie Treibstoff-, Sauerstoff- und Wasservorräten.

Auch der Kleinsatellit "Tacheles" des Berliner Startups Neurospace fliegt mit. Er soll in der Mondumlaufbahn Daten zur Weltraumstrahlung sammeln. "Deutschland ist bei der Rückkehr der Menschheit zum Mond ganz vorne mit dabei", betonte der Generaldirektor der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR, Walther Pelzer.

Nach jahrelangen Vorbereitungen hatte Artemis 2 ursprünglich im Februar starten sollen, wegen technischer Probleme verzögerte sich dies jedoch. Sollte der Start nochmals verschoben werden müssen, gibt es bis Freitag noch mehrere weitere mögliche Startfenster.

In der Folge will die Nasa eine Mondbasis errichten - als mögliche Zwischenstation für bemannte Flüge zum noch viel weiter entfernten Mars. Der Konkurrent China plant für 2030 eine Mondlandung.

D.S.Robertson--TNT

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