The National Times - Französisches Endlager für Atommüll wird deutlich teurer als erwartet

Französisches Endlager für Atommüll wird deutlich teurer als erwartet


Französisches Endlager für Atommüll wird deutlich teurer als erwartet
Französisches Endlager für Atommüll wird deutlich teurer als erwartet / Foto: © AFP/Archiv

Das in Frankreich geplante Endlager für radioaktiven Atommüll wird deutlich teurer als geplant. Der Staat schätzt die Gesamtkosten auf rund 33,4 Milliarden Euro, wie aus einem am Mittwoch veröffentlichten Erlass im Amtsblatt hervorgeht. Vor zehn Jahren hatten die Behörden die Kosten auf 25 Milliarden Euro geschätzt.

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Die neue Schätzung umfasse die Konzeption, den Bau, die Nutzung und das Versiegeln am Ende, heißt es in dem von Wirtschaftsminister Roland Lescure unterzeichneten Text. Die neue Kostenschätzung soll den Atom-Unternehmen EDF und Orano sowie dem Kommissariat für Atomenergie, die das Vorhaben über Rückstellungen finanzieren sollen, als Leitlinie dienen.

Die französische Atomaufsicht hatte die Sicherheitsvorkehrungen für das unterirdische Lager im lothringischen Bure nahe der deutschen Grenze im Dezember als "zufriedenstellend" eingestuft. Sie hatte zugleich auf zahlreiche Risiken verwiesen, die weiter geprüft werden sollten.

Für die zweite Jahreshälfte 2026 ist eine öffentliche Anhörung geplant. Anschließend entscheidet die Regierung, ob sie das Vorhaben durch einen Erlass des Staatsrats genehmigt. Damit wird frühestens 2028 gerechnet. Die ersten Behälter mit Atommüll könnten ab 2050 unter die Erde gebracht werden.

Der seit 1991 geplante Bau des Endlagers, das etwa 150 Kilometer von Saarbrücken entfernt in einer schwach besiedelten Region entstehen soll, ist seit Jahrzehnten heftig umstritten. Es sieht die Einlagerung von Atommüll in einem Tunnelsystem 500 Meter unter der Erdoberfläche in einer Tonschicht vor.

Zu den Punkten, zu denen der Betreiber sich noch äußern soll, zählen etwa die Versiegelung der unterirdischen Tunnel, in denen der Atommüll gelagert werden soll, die Frage, wie schnell die Metallbehälter korrodieren, sowie das Risiko von Explosionen und dem Ausbruch von Feuer in dem Endlager.

Das Endlager in Bure soll den vorhandenen und künftigen Atommüll der bis Ende 2016 genehmigten Atomanlagen aufnehmen, einschließlich des erst 2024 in Betrieb genommenen Druckwasserreaktors in Flamanville, der Aufbereitungsanlagen und Forschungseinrichtungen. Insgesamt sollen dort 83.000 Kubikmeter Atommüll eingelagert werden. Davon ist etwa die Hälfte bereits produziert.

Die Abfälle der sechs bis 14 neu geplanten Reaktoren sind jedoch nicht eingeplant. Die Behörde geht davon aus, dass sich die Gesamtmenge des hochradioaktiven Mülls durch die neuen Reaktoren um 20 Prozent vergrößern werde.

Ein großer Teil des französischen Atommülls lagert bislang in der Wiederaufbereitungsanlage in La Hague. Das dortige Lagerbecken könnte bereits 2030 voll sein, ein weiteres Becken ist in Planung.

Q.Marshall--TNT

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