The National Times - Stiftung Warentest: Nicht alle Abnehmspritzen halten Versprechen ein

Stiftung Warentest: Nicht alle Abnehmspritzen halten Versprechen ein


Stiftung Warentest: Nicht alle Abnehmspritzen halten Versprechen ein
Stiftung Warentest: Nicht alle Abnehmspritzen halten Versprechen ein / Foto: © AFP/Archiv

Nicht alle Abnehmspritzen halten nach Ansicht der Stiftung Warentest ihre Versprechen ein. Zwei Wirkstoffe überzeugten in Kombination mit einer Lebensstilveränderung, wie die Verbraucherorganisation am Donnerstag mitteilte. Das Institut testete alle in Deutschland zugelassenen 17 Präparate in sämtlichen verfügbaren Dosierungen mit insgesamt vier Wirkstoffen. Zwei der Wirkstoffe sind demnach geeignet, die anderen beiden nicht.

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Den stärksten Effekt kombiniert mit einer kalorienärmeren Ernährung und mehr Bewegung beobachteten die Tester beim Wirkstoff Tirzepatid, der unter dem Markennamen Mounjaro vom Hersteller Eli Lilly vertrieben wird. Innerhalb von einem Jahr sei eine Gewichtsabnahme von 13 bis 19 Prozent zu erwarten. Dieser Wert bleibe nach drei Jahren Therapie nahezu erhalten.

Der zweite geeignete Wirkstoff ist Semaglutid, der unter dem Markennamen Wegovy vom Pharmaunternehmen Novo Nordisk hergestellt wird. Damit könne ein Gewichtsverlust von neun bis zwölf Prozent erreicht werden, der nach zwei Jahren weitgehend stabil bleibe.

Beide wöchentlich gespritzten Wirkstoffe haben gemeinsam, dass sie körpereigene Hormone nachahmen. Damit signalisieren sie dem Körper eine Sättigung und senken den Blutzuckerspiegel. Es seien keine "Fett-weg-Spritzen" - stattdessen griffen sie in den Stoffwechsel ein.

Als weniger geeignet wertete die Stiftung Warentest die Wirkstoffe Liraglutid und Orlistat. Liraglutid ist als tägliche Spritze unter dem Markennamen Saxenda von Novo Nordisk erhältlich. Nach einem Jahr werden vier bis fünf Prozent Gewichtsverlust erreicht. Zudem bemängelten die Tester schwere Nebenwirkungen und Therapieabbrüche, die häufiger aufträten als bei einem Placebo. Das Nutzen-Risiko-Verhältnis sei ungünstig.

Orlistat ist laut Test ebenfalls weniger geeignet. Es wird zum Beispiel unter Bezeichnungen wie Xenical, Orlistat 1A Pharma und Orlistat-Ratiopharm vertrieben. Erst nach zwei Jahren sei eine Gewichtsabnahme von zwei bis vier Prozent erkennbar gewesen.

Selbstläufer seien die Mittel nicht. "Ich rate ausdrücklich davon ab, sich allein auf die medikamentöse Therapie zu verlassen", erklärte Claudia Michael von der Stiftung Warentest. Für langfristige Erfolge seien mehr Bewegung und eine geringere Kalorienzufuhr entscheidend. Die Medikamente bauten nicht nur Fett, sondern auch Muskeln ab.

Zudem seien noch keine Langzeitwirkungen der Medikamente bekannt. Nach dem Absetzen stiege das Gewicht häufig wieder an. Die Kosten tragen die Nutzer selbst, von den Krankenkassen werden sie nicht erstattet. Je nach Wirkstoff und Dosierung kann die Therapie bis zu knapp 500 Euro im Monat kosten.

Ein ärztliches Rezept und eine medizinische Begleitung sind Pflicht. Die Stiftung Warentest riet davon ab, auf eigene Faust Abnehmspritzen im Internet zu kaufen.

M.A.Walters--TNT

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