The National Times - Ölpreisschock: Ökonomen erwarten steigende Inflation und höhere Zinsen

Ölpreisschock: Ökonomen erwarten steigende Inflation und höhere Zinsen


Ölpreisschock: Ökonomen erwarten steigende Inflation und höhere Zinsen

Ökonomen gehen angesichts des hohen Ölpreises und des anhaltanden Iran-Krieges von einem stärkeren Anstieg der Verbraucherpreise aus. Im Fall eines Kriegsendes in den kommenden Wochen erwarte er einen Anstieg der Inflation auf drei Prozent, sagte der Konjunktur-Chef des RWI-Leibniz-Institutes, Torsten Schmidt, der "Rheinischen Post" (Freitag). Der Chef des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, rechnet deshalb bereits in der kommenden Woche mit einer Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank (EZB).

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"Bei einem längeren Krieg könnte die Inflation in diesem Jahr vorübergehend auf sechs Prozent steigen", sagte Schmidt weiter. "Dann ist das Wirtschaftswachstum weg, Deutschland würde in das vierte Jahr der Rezession rutschen." Dann käme es "zu echten Engpässen auf dem Weltmarkt", was sich massiv auf die Verbraucherpreise auswirken würde.

In der derzeitigen Lage habe die EZB zwei Optionen, sagte Fuest dem Portal The Pioneer. Sie könne von einem vorübergehenden Effekt ausgehen und nicht reagieren. "Oder sie greift ein, um Zweitrundeneffekte zu verhindern, etwa steigende Lohnforderungen", sagte der Ifo-Chef. "Ich vermute, dass die EZB dazu neigen wird, die Zinsen früh zu erhöhen."

Wie auch Fuest verwiesen die wirtschaftlichen Berater von Bundeswirtschaftsminsterin Katherina Reiche (CDU) in einem Gutachten am Freitag auf den Inflationsschub nach der Corona-Krise, der sich mit der Energiepreiskrise 2022 deutlich verschärft habe. Damals habe die EZB zu spät reagiert, sind sich die Ökonomen einig. "Eine solche verzögerte Reaktion gilt es in der aktuellen Situation zu vermeiden", erklärten die Reiche-Berater um die Wirtschaftsweise Veronika Grimm.

RWI-Experte Schmidt sorgt sich zudem um die Gasversorgung. Die Speicherstände seien derzeit sehr niedrig. "Ich sehe das Risiko, dass wir die Gasspeicher bis zum Winter nicht voll bekommen, vor allem dann, wenn der Iran-Krieg länger dauert als gedacht", sagte er der "RP". Bei den hohen Preisen hätten Händler keinen Anreiz, Gas einzuspeichern.

Seit Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar wurde die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, vom iranischen Militär de facto gesperrt. Die Hormus-Meerenge wird vom iranischen Militär kontrolliert und damit die Verbindung der Häfen der Golfstaaten sowie des Iraks mit den Weltmeeren.

S.Clarke--TNT

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