The National Times - Deutschland gibt Ölreserven frei - Reiche spricht von "gewaltigem" Schritt

Deutschland gibt Ölreserven frei - Reiche spricht von "gewaltigem" Schritt


Deutschland gibt Ölreserven frei - Reiche spricht von "gewaltigem" Schritt

Angesichts der stark gestiegenen Energiepreise infolge des Iran-Kriegs gibt Deutschland einen Teil seiner Ölreserven frei. Die Bundesregierung komme damit einer Bitte der Internationalen Energie-Agentur (IEA) nach, sagte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) am Mittwoch in Berlin. Sie gehe dadurch von sinkenden Spritpreisen aus.

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Eine Freigabe der Notfall-Ölvorräte wird von der IEA koordiniert. Die Organisation verpflichtet ihre Mitglieder, ständig Ölbestände vorzuhalten, die mindestens 90 Tagen ihrer Netto-Importe entsprechen. Deutschland hatte Zahlen der IEA zufolge im November vergangenen Jahres 34,42 Millionen Tonnen Öl auf Vorrat. Laut Reiche werden nun mehrere Millionen Tonnen freigegeben.

Ein großer Teil der deutschen Reserven sind Rohöl, das nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums vor allem in Norddeutschland gelagert wird. Diesel-, Benzin-, Heizöl- und Kerosinvorräte sind hingegen über das Bundesgebiet verteilt. Welche Ölprodukte genau freigegeben werden, werde nun in Zusammenarbeit mit der IEA festgelegt, sagte Reiche.

Der Wirtschaftsministerin zufolge hatte insbesondere Japan auf eine Freigabe der Reserven gedrängt. Das Land ist stark von Öl- und Gasimporten aus der Golfregion abhängig. Wegen der Sperrung der Straße von Hormus durch den Iran können viele Lieferungen die Region derzeit nicht verlassen. "Wenn eine solche Bitte an alle Mitgliedstaaten gerichtet wird, wollten wir uns als Bundesrepublik Deutschland nicht unsolidarisch zeigen, sondern einen Beitrag leisten", sagte Reiche.

Der nun beschlossene Schritt sei "gewaltig", sagte die CDU-Politikerin weiter. "Es ist in der Sache die größte Freigabe in der Geschichte der IEA." Dabei bestehe keine Mengenknappheit. Japan selbst verfüge über große Reserven, die noch monatelang reichen würden. Die hohen Preise derzeit seien Ausdruck von Risikoaufschlägen und Spekulationsgewinnen. Laut Reiche geht es Tokio sowie auch den USA daher vor allem um ein "sichtbares Signal in den Markt".

D.Kelly--TNT

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