The National Times - Schifffahrt erklärt Golf-Gewässer zu Kriegsgebiet - 20.000 festsitzende Seeleute

Schifffahrt erklärt Golf-Gewässer zu Kriegsgebiet - 20.000 festsitzende Seeleute


Schifffahrt erklärt Golf-Gewässer zu Kriegsgebiet - 20.000 festsitzende Seeleute
Schifffahrt erklärt Golf-Gewässer zu Kriegsgebiet - 20.000 festsitzende Seeleute / Foto: © AFP/Archiv

Der internationale Schifffahrtsektor hat den Persischen Golf, den Golf von Oman und die Straße von Hormus offiziell zum Kriegsgebiet erklärt. Dies werde "den Störungen und Risiken, denen die zivilen Besatzungen in der Region ausgesetzt sind, gerecht", erklärten die Gewerkschaften des Sektors und die weltweiten Arbeitgeber am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung. Nach Angaben der Internationalen Schifffahrtsorganisation (IMO) der Vereinten Nationen sitzen rund 20.000 Seeleute infolge des Iran-Krieges im Persischen Golf fest.

Textgröße ändern:

Die Gewerkschaften und Unternehmen gehen von hunderten blockierten Schiffen im Persischen Golf aus. Die Einstufung als Kriegsgebiet erweitert die Rechte der betroffenen Seeleute. Unter anderem können sie eine Rückführung auf Kosten des Reeders beantragen. Die Möglichkeiten für Rückführungen sind wegen der Luftraumsperrungen allerdings derzeit ohnehin begrenzt.

IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez sprach zudem von rund 15.000 Passagieren auf Kreuzfahrtschiffen, die ebenfalls blockiert seien. Die IMO sei bereit, "mit allen Beteiligten zusammenzuarbeiten, um zur Sicherheit und zum Wohlergehen der Seeleute beizutragen", erklärte er.

Seit Kriegsbeginn am Samstag hat die UN-Organisation sieben Vorfälle gezählt, in die Schiffe in der Straße von Hormus verwickelt gewesen seien. Dabei seien zwei Menschen gestorben und sechs verletzt worden. "Abgesehen von den wirtschaftlichen Auswirkungen dieser alarmierenden Angriffe handelt es sich hierbei um eine humanitäre Frage", erklärte Dominguez. "Kein Angriff auf unschuldige Seeleute ist jemals gerechtfertigt."

"Ich wiederhole meinen Appell an alle Reedereien, bei ihren Aktivitäten in der betroffenen Region größte Vorsicht walten zu lassen", betonte der IMO-Chef. Er forderte "alle Parteien auf, ihre Bemühungen zu verstärken, um die Situation so schnell wie möglich zu entschärfen".

Der Verkehr in der Straße von Hormus ist nahezu zum Erliegen gekommen. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten am Mittwoch, die "vollständige Kontrolle" über die Meerenge zu haben. Durch die Wasserstraße werden etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssigerdgasproduktion transportiert. Die Öl- und Gaspreise stiegen dadurch deutlich an.

L.Graham--TNT

Empfohlen

Veggie-Burger: EU-Namensverbot vorerst vom Tisch

Veggie-Burger, Seitan-Schnitzel und Soja-Würstchen: Solche Bezeichnungen für vegetarische Fleischersatzprodukte bleiben in der Europäischen Union vorerst erlaubt. Die gängigen Namen stehen nach Verhandlungen zwischen Vertretern aus dem Europaparlament und dem Rat der 27 EU-Länder am Donnerstag in Brüssel nach Angaben von Abgeordneten nicht auf einer Liste von Bezeichnungen, die künftig tierischen Produkten vorbehalten sein sollen. Für das kommende Jahr werden aber weitere Diskussionen erwartet.

Prekäre Finanzlage bei Kommunen: Ministerpräsidenten machen Druck auf Bund

Angesichts der schwierigen Finanzlage vieler Kommunen machen die Bundesländer Druck auf die Koalition in Berlin und fordern einen neuen Mechanismus bei der Kostenverteilung. "Die finanzielle Lage der Kommunen ist dramatisch", sagte der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK), Alexander Schweitzer (SPD), am Donnerstag nach einem Treffen mit seinen Amtskollegen in Berlin. Eine von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vorgeschlagene Sonderministerpräsidentenkonferenz ergebe erst Sinn, wenn es ein Ergebnis gebe.

Weniger Flugstreichungen in der Golfregion - deutlich mehr Starts in den Emiraten

Der Flugverkehr in der Golf-Region läuft Schritt für Schritt wieder an. Der auf den Luftfahrtsektor spezialisierte Datendienstleister Cirium zählte am Donnerstag rund hundert kommerzielle Flüge allein an Flughäfen in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Demnach wurden in der gesamten Region aber weiterhin gut 43 Prozent aller Flüge gestrichen.

Bundestag macht Weg für Aufnahme des Wolfes ins Jagdgesetz frei

Der Bundestag hat den Weg für eine Aufnahme des Wolfes ins Jagdgesetz freigemacht. Für den entsprechenden Gesetzesentwurf der Bundesregierung, der auf einen besseren Schutz von Weidetieren abzielt, stimmten am Donnerstag die Koalitionsfraktionen von Union und SPD sowie auch die Fraktion der AfD. Die Grünen- und die Linksfraktion votierten gegen das Vorhaben.

Textgröße ändern: