The National Times - Lage am Arbeitsmarkt im Februar unverändert schlecht - drei Millionen Arbeitslose

Lage am Arbeitsmarkt im Februar unverändert schlecht - drei Millionen Arbeitslose


Lage am Arbeitsmarkt im Februar unverändert schlecht - drei Millionen Arbeitslose
Lage am Arbeitsmarkt im Februar unverändert schlecht - drei Millionen Arbeitslose / Foto: © AFP

Die Lage am Arbeitsmarkt ist im Februar nahezu unverändert schlecht geblieben. Weiterhin waren etwas mehr als drei Millionen Menschen arbeitslos, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg am Freitag mitteilte. Die Arbeitslosenquote sank demnach um 0,1 Prozentpunkte auf 6,5 Prozent, im Vergleich zum Vorjahresmonat legte sie um 0,1 Prozentpunkte zu. Der Deutsche Gewerkschaftsbund sprach von einer "Arbeitsmarktkrise".

Textgröße ändern:

Die Zahl der Arbeitslosen sank den Angaben der BA zufolge im Vergleich zum Vormonat leicht um 15.000 auf 3.070.000. Saisonbereinigt ergibt sich demnach ein minimales Plus von 1000 Arbeitssuchenden. "Auch zum Ende der Winterpause kommt der Arbeitsmarkt nicht in Schwung", erklärte BA-Chefin Andrea Nahles. "Die Arbeitslosigkeit verändert sich kaum und bleibt über drei Millionen."

"Das schwierige konjunkturelle Umfeld ermöglicht noch keine Erholung am Arbeitsmarkt", stellte Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) fest. Sie setze aber große Hoffnung in das 500 Milliarden Euro schwere Investitionspaket der Bundesregierung. Damit setze Berlin "einen starken Impuls zur Stärkung der Wirtschaft und zur Sicherung von Arbeitsplätzen".

"Mit einem Sinken der Arbeitslosigkeit ist erst zum Jahresende zu rechnen, wenn die Konjunktur wie erwartet weiter Fahrt aufgenommen hat", erklärte der Konjunkturforscher Martin Müller von der Förderbank KfW. "Über die vergangenen vier Jahre ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland um etwa 500.000 gestiegen", erklärte der ING-Analyst Carsten Brzeski. Dies sei angesichts der seit mehr als fünf Jahren stagnierenden Wirtschaft und schwerwiegender struktureller Herausforderungen zu erwarten gewesen.

Hinzu komme nun ein "struktureller Wandel auf dem Arbeitsmarkt": Die Erwerbsbevölkerung schrumpfe wegen des demografischen Wandels, es gebe sektorale und geografische Verschiebungen wegen der Digitalisierung und des technologischen Fortschritts und zugleich erschwere die Verbreitung von Künstlicher Intelligenz den Arbeitseintritt für junge Menschen, ergänzte Brzeski.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund forderte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf, die Probleme am Arbeitsmarkt "unverzüglich zur Chefsache" zu machen. "Viel zu wenig Ausbildungsplätze für Berufsanfängerinnen und Berufsanfänger schicken hunderttausende junge Menschen unter 25 Jahren ohne Berufsabschluss in die Abwärtsspirale. Gleichzeitig fehlen in vielen Branchen die Fachkräfte."

H.Davies--TNT

Empfohlen

Frankreichs Premier Lecornu will 54 Milliarden Euro einsparen

Der französische Premierminister Sébastien Lecornu plant im kommenden Jahr Einsparungen in Höhe von 54 Milliarden Euro. Dabei solle die Steuerlast gleich bleiben, sagte Lecornu in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit der Zeitung "Le Figaro". Für 2027 strebe er ein Defizit von fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts an, sagte Lecornu - ein Ziel, das Finanz- und Wirtschaftsminister Roland Lescure vor wenigen Tagen noch als unrealistisch bezeichnet hatte.

Merz: Bas-Plan gegen Sozialmissbrauch am Mittwoch im Kabinett

Das Bundeskabinett wird den Aktionsplan zur Bekämpfung von Sozialleistungsmissbrauch in der kommenden Woche auf den Weg bringen. In der nächsten Sitzung am Mittwoch komme der Plan auf die Kabinettsliste, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Donnerstag in Berlin. "Damit unser Sozialstaat für die da ist, die ihn wirklich brauchen. und nicht für diejenigen, die ihn ausnutzen." Der Plan von Bundessozialministerin Bärbel Bas (SPD), der sich vor allem gegen Sozialleistungsmissbrauch durch EU-Bürger richtet, stieß bei Verbänden auf ein gemischtes Echo.

Merz verteidigt Reformkurs: "Wir holen nach, was wir längst hätten machen müssen"

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die geplanten Sozialreformen verteidigt und dabei insbesondere junge Menschen in den Blick genommen. "Wir holen jetzt nach, was wir längst hätten machen müssen", sagte Merz am Donnerstag in Berlin. "Und die Sozialdemokraten gehen mit uns diesen Weg."

Drohender Streik: Micron-Beschäftigte in Taiwan lehnen Bonus von 68 Monatsgehältern ab

Angesichts eines drohenden Streiks hat der US-Chiphersteller Micron Technology seinen Beschäftigten in Taiwan eine Bonuszahlung von 68 Monatsgehältern angeboten - der Belegschaft ist das aber nicht genug. Hunderte Beschäftigte folgten am Donnerstag einem Aufruf der Gewerkschaften und versammelten sich zu einer Protestkundgebung am Micron-Werk in Taoyuan.

Textgröße ändern: