The National Times - Thyssenkrupp mit hohem Quartalsverlust - Siemens profitiert von KI-Boom

Thyssenkrupp mit hohem Quartalsverlust - Siemens profitiert von KI-Boom


Thyssenkrupp mit hohem Quartalsverlust - Siemens profitiert von KI-Boom
Thyssenkrupp mit hohem Quartalsverlust - Siemens profitiert von KI-Boom / Foto: © AFP/Archiv

Der Industriekonzern Thyssenkrupp hat im ersten Quartal seines Geschäftsjahres einen hohen Verlust eingefahren. Für die drei Monate bis Dezember notierte der Essener Konzern vor allem wegen Abschreibungen in seiner Stahl-Sparte ein Minus von 353 Millionen Euro, wie er am Donnerstag mitteilte. Auch in der Autoindustrie und im Maschinenbau bleibe die Nachfrage schwach, sagte Konzernchef Miguel López.

Textgröße ändern:

Die Restrukturierung von Thyssenkrupp Steel schlug den Angaben nach mit 401 Millionen Euro zu Buche. Im Laufe des Jahres sind "mehrere hundert Millionen Euro" an Rückstellungen vorgesehen, um den Geschäftsbereich wieder auf Kurs zu bringen, sagte Finanzvorstand Axel Hamann. Bis 2030 soll jede dritte Arbeitsstelle im Stahlbereich wegfallen.

In der Stahlbranche des Konzerns kriselt es seit Jahren. Derzeit laufen Gespräche über einen Verkauf an den indischen Konzerns Jindal Steel. Dieser will auch die Umstellung auf die Produktion von grünem Stahl am Standort Duisburg fortsetzen. Zum Stand der Gespräche äußerte sich López nicht näher - sie verliefen "konstruktiv".

In den anderen Geschäftsbereichen des Konzerns liefen die Geschäfte trotz konjunktureller Schwierigkeiten vergleichsweise gut. Der Quartalsumsatz ging um acht Prozent auf 7,2 Milliarden Euro zurück. Ohne die Sonderausgaben im Stahlbereich legte der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aber um zehn Prozent auf 211 Millionen Euro zu. Thyssenkrupp bestätigte deshalb seine Jahresziele.

Deutlich besser lief es bei Siemens. Der Mischkonzern profitiert derzeit von den massiven Ausgaben weltweit für KI-Rechenzentren. Der Kerngewinn des Unternehmens stieg im ersten Quartal bis Ende Dezember um 15 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro, der Umsatz um vier Prozent auf 19,1 Milliarden Euro.

Das Wachstum verteilt sich laut Siemens auf die verschiedenen Geschäftsbereiche, aber der Infrastrukturbereich, der unter anderem für Rechenzentren benötigte elektrische Ausrüstung herstellt, verzeichnete einen Rekordauftragseingang. Vor allem in den USA sicherte sich Siemens demnach mehrere Großaufträge. Der Münchener Konzern erhöhte die Gewinnprognose für das laufende Jahr.

R.Campbell--TNT

Empfohlen

Von Steuer über Arbeit bis Rente: Koalition einigt sich auf Reformpaket

Die Spitzen der Regierungsparteien haben sich bei ihrem Koalitionsausschuss im Kanzleramt auf ein umfassendes Reformpaket verständigt. Wie die Nachrichtenagentur AFP in der Nacht zum Donnerstag aus Koalitionskreisen erfuhr, gab es eine Einigung auf eine Einkommensteuerreform sowie auf Vorhaben in den Bereichen Rente, Arbeitsmarkt, Wachstum und Bürokratieabbau. Offiziell wollen Kanzler Friedrich Merz (CDU) und die Vorsitzenden von SPD und CSU am Donnerstagvormittag über die Ergebnisse informieren.

Deutsch-französischer Rüstungskonzern KNDS verschiebt Börsengang

Der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS hat seinen Börsengang verschoben. Das Unternehmen wolle angesichts der "Volatilität des europäischen Verteidigungssektors" auf "günstigere Marktbedingungen" warten, teilte der Hersteller des Leopard-2-Kampfpanzers am Mittwochabend mit. Der Börsengang von KNDS in Paris und Frankfurt am Main war in der vergangenen Woche angekündigt worden und sollte den Einstieg des Bundes bei dem Rüstungskonzern ermöglichen.

Keine Verlängerung von Nordamerikanischem Handelsabkommen

Die USA haben eine Verlängerung des Freihandelsabkommens mit Kanada und Mexiko in seiner jetzigen Form abgelehnt. Die Vereinigten Staaten hätten einer Verlängerung des Handelsabkommen USMCA (United States-Mexico-Canada Agreement) "in seiner derzeitigen Form nicht zugestimmt", teilte der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer am Mittwoch mit. Folglich werde das Regelwerk "nicht verlängert".

Google soll wegen Wettbewerbsverstoß 1,7 Milliarden Euro an Klarna zahlen

Google soll in Schweden eine Entschädigung in Milliardenhöhe wegen jahrelanger Wettbewerbsverstöße zahlen. Das schwedische Gericht für Patente und Wettbewerb verurteilte den US-Konzern am Mittwoch zu einer Zahlung von umgerechnet 1,7 Milliarden Euro an das Preisvergleichsportal Pricerunner. Die Richter sahen es als erwiesen an, "dass Google über viele Jahre hinweg seinen eigenen Preisvergleichsdienst unrechtmäßig begünstigt hat". Pricerunner gehört zu dem schwedischen Unternehmen hinter dem Zahlungsdienstleister Klarna.

Textgröße ändern: