The National Times - Deutsche Unternehmen fordern wirtschaftspolitischen "Kurswechsel" der EU

Deutsche Unternehmen fordern wirtschaftspolitischen "Kurswechsel" der EU


Deutsche Unternehmen fordern wirtschaftspolitischen "Kurswechsel" der EU
Deutsche Unternehmen fordern wirtschaftspolitischen "Kurswechsel" der EU / Foto: © AFP

Mit Blick auf ein Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs am Donnerstag haben deutsche Unternehmerverbände von der EU tiefgreifende wirtschaftspolitische Veränderungen gefordert. "Europa braucht jetzt einen grundlegenden Kurswechsel mit ambitionierten Reformentscheidungen, die schnell und pragmatisch umgesetzt werden - weg von Überregulierung, hin zu Wachstum", erklärte die Initiative "Made for Germany" am Mittwoch. "Um international bestehen zu können, braucht es einen Kurswechsel in der EU", erklärte auch der Bundesverband der Deuschen Industrie (BDI).

Textgröße ändern:

"Der europäische Binnenmarkt ist der größte Wirtschaftsraum der Welt, bleibt aktuell aber fragmentiert, stark reguliert und in zentralen Bereichen unvollendet", warnt die Wirtschaftsinitiative, der sich branchenübergreifend 123 große Unternehmen und Investoren wie die Deutsche Bank, Siemens oder der Axel-Springer-Verlag angeschlossen haben. "Viele europäische Unternehmen verlieren täglich an Wettbewerbsfähigkeit."

Es brauche zunächst einen "Regulierungsstopp" und dann eine "Regulierungsreform", fordern die Unternehmen. Die Gesetzgebung müsse "konsequent auf technologische Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum ausgerichtet sein". Auch der BDI forderte eine "spürbare Deregulierung". Derzeit "stoßen Unternehmen, die grenzüberschreitend aktiv werden wollen, weiterhin auf regulatorische und administrative Hürden, die Kosten unnötig in die Höhe treiben".

Die Organisation Lobby-Control warnt hingegen vor einem "riskanten Umbau der EU": "Regeln werden geschwächt, die Konzernlobby bekommt mehr Einfluss, kritische Stimmen werden an den Pranger gestellt." Der Verweis auf die angeblich fehlende Wettbewerbsfähigkeit lasse zugleich die Kosten für Gesundheit und Umwelt außer Acht.

Die 27 EU-Staats- und Regierungschefs beraten am Donnerstag im belgischen Schloss Alden Biesen über Auswege aus der Krise der europäischen Wirtschaft. Bereits am Mittwoch werden Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und einige ihrer Amtskollegen bei einem Industriegipfel in der belgischen Stadt Antwerpen erwartet.

E.Cox--TNT

Empfohlen

Google-Mutter beschafft sich KI-Kapital mit hundertjähriger Anleihe

Im Investitionswettlauf um die Dominanz bei Künstlicher Intelligenz (KI) geht der Google-Mutterkonzern Alphabet ungewöhnliche Wege: Der US-Technologieriese bittet Investoren um Kapital, das erst im 22. Jahrhundert zurückgezahlt werden soll. Dafür begibt Alphabet eine hundertjährige Anleihe mit Fälligkeit im Februar des Jahres 2126, wie aus am Dienstag von der Finanznachrichtenagentur Bloomberg veröffentlichten Daten hervorgeht. Das Interesse der Kreditgeber an KI-Investitionen ist demnach so groß, dass bereits Anleihen im Wert von rund 100 Milliarden Dollar (knapp 84 Milliarden Dollar) gezeichnet wurden.

Deutsche Filme bescheren Kinos Umsatzplus

Die Kinos in Deutschland haben ihre Umsätze im vergangenen Jahr gesteigert - vor allem dank deutscher Filme. Wie die Filmförderungsanstalt (FFA) am Mittwoch in Berlin mitteilte, wurden 2025 insgesamt 91,9 Millionen Tickets verkauft, 2,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Einen noch deutlich größeren Anstieg gab es bei heimischen Produktionen: Deutsche Filme legten um mehr als ein Drittel (plus 37,2 Prozent) auf 24,3 Millionen Tickets zu.

Kabinettsbeschluss: Bundesregierung treibt Barrierefreiheit voran

Die Bundesregierung treibt die Barrierefreiheit voran: Das Kabinett beschloss dazu am Mittwoch eine Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes. Bis 2045 müssen dieser zufolge alle bestehenden Gebäude des Bundes barrierefrei werden. Die Behörden sollen zudem künftig noch mehr Hinweise und Informationen barrierefrei anbieten, also in einfacher und verständlicher Sprache.

Französischer Staat steigt mit 50 Millionen Euro bei Lithium-Minenprojekt ein

Der französische Staat beteiligt sich mit 50 Millionen Euro an einem Projekt für den Lithium-Abbau im zentralfranzösischen Département Allier. Die Förderbank Banque des Territoires unterstütze mit dem Geld die noch ausstehende Machbarkeitsstudie, erklärte das Bergbauunternehmen Imerys am Mittwoch. Die Studie soll im kommenden Jahr vorliegen und sei Voraussetzung für "jegliche finale Investitionsentscheidung" des Unternehmens.

Textgröße ändern: