The National Times - Kanada streicht Vorgabe von 100 Prozent E-Autos bei Neuwagen bis 2035

Kanada streicht Vorgabe von 100 Prozent E-Autos bei Neuwagen bis 2035


Kanada streicht Vorgabe von 100 Prozent E-Autos bei Neuwagen bis 2035
Kanada streicht Vorgabe von 100 Prozent E-Autos bei Neuwagen bis 2035 / Foto: © AFP/Archiv

Kanada hat die Vorgabe gestrichen, dass bis 2035 der Anteil von E-Autos an allen Neuwagenverkäufen im Land auf 100 Prozent steigen muss. Premierminister Mark Carney bekräftigte am Donnerstag Kanadas Führungsanspruch beim Kampf gegen den Klimawandel, verwies jedoch auf die Probleme der Autoindustrie wegen des Handelskonflikts mit den USA. Der Schritt ist demnach Teil einer Strategie, um die Abhängigkeit vom südlichen Nachbarn zu reduzieren.

Textgröße ändern:

"Es gibt kein stärkeres Symbol für die enge Verflechtung der kanadischen und amerikanischen Wirtschaft als das Automobil", sagte Carney. Manche Autoteile passieren während der Produktion bis zu acht Mal die Grenze zwischen den USA und Kanada. Aber: "Diese Handelsbeziehung, die einst eine große Stärke war, ist nun zu einer ernsthaften Schwachstelle geworden."

Die kanadische Automobilbranche beschäftigt mehr als 500.000 Arbeitnehmer und ist einer der größten Exportzweige. Mehr als 90 Prozent der in Kanada hergestellten Fahrzeuge und 60 Prozent der im Land produzierten Autoteile werden in die USA exportiert. Seit April 2025 unterliegen in Kanada hergestellte Fahrzeuge einem US-Zollsatz von 25 Prozent auf nicht in den USA hergestellte Teile.

Carney betonte, er halte die E-Mobilität weiterhin für die Technologie der Zukunft. Doch die Industrie- und Klimapolitik müsse nun auf "Ergebnisse und Lösungen" ausgerichtet werden. Er kündigte strengere Normen für Treibhausgasemissionen an, um bis 2035 einen Anteil von 75 Prozent E-Autos an den Neuwagenverkäufen zu erreichen. Bis 2040 soll er auf 90 Prozent steigen. Zudem versprach Carney Kaufprämien für E-Autos.

Die Regierung von Carneys Vorgänger Justin Trudeau hatte festgelegt, dass 2026 mindestens 20 Prozent E-Autos verkauft werden müssen, 2030 dann 60 Prozent und 2035 die Gesamtheit der Neuwagen. Umweltverbände hatten dies begrüßt, Autohersteller blieben jedoch skeptisch, auch weil Kanada bei weitem nicht über die erforderliche Ladeinfrastruktur verfügt.

S.Clarke--TNT

Empfohlen

Spahn verteidigt Attest-Pflicht - Klingbeil verspricht "vernünftige Regelung"

Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) hat die Koalitionsentscheidung zur Einführung einer verpflichtenden Krankschreibung verteidigt. Die Pflicht zur Vorlage eines Attests ab dem ersten Krankheitstag werde die Zahl der Krankmeldungen von Arbeitnehmerinnen und -nehmern reduzieren, sagte Spahn am Freitagmorgen im ZDF: "Wer tatsächlich vielleicht an dem jeweiligen Morgen nicht wirklich krank ist, aber noch überlegt, ob er hingehen sollte, der entscheidet sich dann im Zweifel vielleicht doch fürs Arbeiten."

Adoptionen in Deutschland sinken auf niedrigsten Stand seit Wiedervereinigung

Die Zahl der Adoptionen in Deutschland ist auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gesunken. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 3517 Kinder von Familien adoptiert und damit vier Prozent oder 145 weniger als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Damit setzte sich der langfristige Rückgang fort.

Kanada startet neues Projekt für Öl-Pipeline Richtung Westküste

Kanada hat ein neues Pipeline-Projekt für den Transport von Öl aus Alberta an die Westküste des Landes gestartet. Das Vorhaben sei nun offiziell bei den Bundesbehörden eingereicht worden, sagte Premierminister Mark Carney am Donnerstag in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Regierungschefin von Alberta, Danielle Smith, in Calgary. Die westliche Provinz British Columbia hatte sich lange gegen das Projekt gewehrt, willigte nun jedoch ein.

KI-Boom treibt Marktwert: Wertvollste Unternehmen weltweit noch wertvoller

Die wertvollsten börsennotierten Unternehmen der Welt haben ihren Marktwert im ersten Halbjahr weiter deutlich gesteigert. Zusammengenommen waren die 100 teuersten Unternehmen weltweit Ende Juni 61,9 Billionen Dollar wert - 18 Prozent mehr als zu Jahresbeginn, wie die Beratungsfirma EY am Freitag mitteilte. Besonders stark entwickelten sich erneut große US-Techkonzerne vor dem Hintergrund des KI-Booms.

Textgröße ändern: