The National Times - "Washington Post" entlässt zahlreiche Journalisten

"Washington Post" entlässt zahlreiche Journalisten


"Washington Post" entlässt zahlreiche Journalisten
"Washington Post" entlässt zahlreiche Journalisten / Foto: © AFP/Archiv

Kahlschlag bei der "Washington Post": Die seit Jahren kriselnde Tageszeitung aus der US-Hauptstadt hat am Mittwoch den Abbau zahlreicher Journalisten-Stellen angekündigt. US-Medien zufolge muss rund ein Drittel der Belegschaft gehen. Gewerkschafter fürchten um die Glaubwürdigkeit der Zeitung, die "Amazon"-Gründer Jeff Bezos 2013 übernommen hatte.

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Der geschäftsführende Chefredakteur Matt Murray sprach in einer Mitteilung an die insgesamt rund 800 Journalisten von einer "schmerzhaften" Umstrukturierung der "Washington Post". Sie ermögliche es, die Zukunft der Zeitung zu sichern. Die genaue Zahl der betroffenen Stellen nannte Murray nicht.

Nach AFP-Informationen müssen die meisten Auslandskorrespondenten der Zeitung gehen. Unter anderem die Berichterstattung über den Nahen Osten werde drastisch eingeschränkt, sagte ein Korrespondent, der nicht namentlich genannt werden wollte. Auch die Lokalnachrichten, die Sportseiten sowie die Buchbeilage sind massiv betroffen, wie aus der Redaktion verlautete.

Die hauseigene Gewerkschaft erklärte: "Eine Redaktion kann nicht ausgehöhlt werden, ohne dass dies Konsequenzen für ihre Glaubwürdigkeit, ihre Reichweite und ihre Zukunft hat."

Die Tageszeitung, die den Watergate-Skandal aufdeckte und deren Reporter zahlreiche Pulitzer-Preise erhielten, schreibt laut Medienberichten seit Jahren rote Zahlen. Ein Grund sind Abo-Kündigungen im Zusammenhang mit Bezos' Zuwendung zu US-Präsident Donald Trump.

Bereits im Präsidentschaftswahlkampf 2024 hatte die "Washington Post" entgegen ihrer Tradition darauf verzichtet, die demokratische Bewerberin Kamala Harris mit einem Leitartikel zu unterstützen. Im Jahr 2024 sorgte zudem eine erste Umstrukturierung der Redaktion für Unruhe. Viele Journalisten wechselten daraufhin zur Konkurrenz.

Während der ersten Amtszeit Trumps (2017 bis 2021) war es dem Blatt dank seiner als schonungslos geltenden Berichterstattung wirtschaftlich relativ gut gegangen. Nach der Abwahl des Rechtspopulisten im Herbst 2020 ließ das Interesse der Leser jedoch nach und die Geschäftszahlen brachen ein.

C.Blake--TNT

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