The National Times - Verband: Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in Schulen nicht überall einlösbar

Verband: Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in Schulen nicht überall einlösbar


Verband: Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in Schulen nicht überall einlösbar
Verband: Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in Schulen nicht überall einlösbar / Foto: © AFP/Archiv

Zum neuen Schuljahr ab diesem Herbst wird in Deutschland schrittweise ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in Grundschulen eingeführt. Jedoch gehen derzeit nur zwei Drittel der Schulleitungen von Grundschulen davon aus, dass ihre Schule für alle Kinder, die im Schuljahr 2026/27 eingeschult werden, ein solches Angebot auf Ganztagsbetreuung gewährleisten kann. Das ergab eine am Freitag veröffentlichte Forsa-Umfrage im Auftrag des Verbands Bildung und Erziehung (VBE).

Textgröße ändern:

Demnach antworteten 67 Prozent der dort befragten Schulleitungen einer Grundschule, dass ihre Schule für alle neu eingeschulten Kinder in diesem Jahr eine Ganztagsbetreuung anbieten kann. Demgegenüber gaben 25 Prozent an, dass bis dahin die Betreuung von der Kommune nicht sichergestellt werden könne. Acht Prozent trauten sich keine Einschätzung zu.

"Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung kann zum momentanen Zeitpunkt nicht überall eingelöst werden", fasste VBE-Chef Tomi Neckov die Ergebnisse zusammen. "Wenn er zum Schuljahr 2026/2027 umgesetzt wird, drohen auch herbe Probleme mit der Qualität des Angebots", warnte er. "Zudem sehen wir eine Gefahr für die Bildungsgerechtigkeit und logistische Herausforderungen."

Zwar sehe die Gewerkschaft "die Bemühungen der Kommunen und die positive Entwicklung" - in vorherigen Umfragen waren noch weniger Schulleitungen von einem funktionierenden Ganztagsangebot ab Herbst ausgegangen. Trotzdem blieben "immense Herausforderungen", denn es gehe darum, wer in welchen Räumen die professionelle Beschulung und Betreuung der Kinder übernehme. "Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung suggeriert pädagogische Angebote, aber am Ende wird nur die Verwahrung von Kindern zugesichert", beklagte Neckov.

Schulleitungen, die angeben, dass kein ausreichendes Angebot vorgehalten werden kann, benennen als größte Herausforderungen bei der Umsetzung des Rechtsanspruchs fehlende Räume (74 Prozent) und fehlendes Fachpersonal (67 Prozent), wie der VBE ausführte. Die Hälfte der Schulleitungen gab zudem an, dass finanzielle Mittel fehlten, ein Drittel sieht bürokratische Hürden und unklare Regelungen als Grund.

Für die Studie wurden zwischen Mitte September und Mitte Oktober bundesweit 1312 Schulleitungen befragt, darunter waren auch Leitungen weiterführender Schulen sowie von Förder- und Sonderschulen. Die Umfrage ist den Angaben zufolge repräsentativ bei einer Fehlertoleranz von drei Prozentpunkten.

L.Johnson--TNT

Empfohlen

Ifo-Studie: Reformen für nachhaltige Rente finden wenig Zustimmung in Bevölkerung

Die Bevölkerung in Deutschland lehnt mehrheitlich Reformen ab, die die wirtschaftliche Nachhaltigkeit der gesetzlichen Rentenversicherung stärken würden. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Freitag veröffentlichte Studie des Ifo-Instituts in München. Für diese wurde in einer Umfrage die Zustimmung zu zwei Reformoptionen erhoben: Erstens ein an die Lebenserwartung gekoppeltes Rentenalter und zweitens eine Reduzierung der Rentenanstiege, so dass diese weniger stark steigen als Löhne und Gehälter.

Deutliches Auftragsplus für die Bauwirtschaft - Branche erwartet Wachstum

Nach Jahren der Krise beginnt sich die Bauwirtschaft zu erholen: Am Jahresende verzeichneten die Unternehmen der Branche laut dem Statistischen Bundesamt ein deutliches Auftragsplus. Im November wuchs der reale Auftragseingang im Vergleich zum Oktober um 8,5 Prozent. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie hatte bereits zu Beginn der Woche einen positiven Ausblick auf 2026 gegeben - er rechnet mit "Wachstum in allen Sparten".

Günstigerer Führerschein: Verkehrsexperten warnen vor Abstrichen bei Sicherheit

Angesichts der Debatte um günstigere Führerscheine hat der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) vor Abstrichen bei der Verkehrssicherheit gewarnt. "Die Diskussion zur Bezahlbarkeit des Führerscheinerwerbs darf nicht auf Kosten der Sicherheit geführt werden", erklärte DVR-Präsident Manfred Wirsch am Freitag anlässlich des bevorstehenden Verkehrsgerichtstags in Goslar. Der wirksamste Hebel für Kosteneinsparungen und  bessere Lernerfolge sei eine  "Qualitätsoffensive" in der Fahrschulausbildung. 

Bauunternehmen erhalten im November deutlich mehr Aufträge

Die Unternehmen im Bauhauptgewerbe haben im November ein deutliches Auftragsplus verzeichnet. Der reale Auftragseingang kletterte im Vergleich zum Oktober kalender- und saisonbereinigt um 8,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Im Hochbau gingen im Vergleich zum Vormonat 7,2 Prozent mehr Aufträge ein, im Tiefbau waren es 10,1 Prozent. Der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Sebastian Dullien, sprach von einem "weiteren Indiz" für eine Erholung.

Textgröße ändern: