The National Times - Grönland-Krise: Kurse fallen - Preise für Gold und Silber steigen

Grönland-Krise: Kurse fallen - Preise für Gold und Silber steigen


Grönland-Krise: Kurse fallen - Preise für Gold und Silber steigen

Angesichts der neuen Zoll-Drohungen von US-Präsident Donald Trump im Streit um Grönland sind die Aktienkurse vielerorts in Europa gefallen. Die Preise für Gold und Silber dagegen stiegen auf neue Rekordhöhen. Die Edelmetalle gelten vielen Anlegern als sicherer Hafen in Krisenzeiten.

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Gegen Mittag lag der Deutsche Aktienindex (Dax) 1,33 Prozent im Minus. An der Pariser Börse fiel der Index CAC 40 um 1,58 Prozent, an der Mailänder Börse ging es um 1,46 Prozent bergab. In London gaben die Kurse zunächst nur um 0,51 Prozent nach.

Trump hatte am Samstag erneut gefordert, die USA müssten aus Gründen der nationalen Sicherheit die Kontrolle über Grönland übernehmen. Er kündigte neue Zölle für acht europäische Länder an, weil diese sich weigerten, seinen Forderungen nachzukommen, darunter auch Deutschland. Die Länder sollen ab dem 1. Februar zusätzliche Zölle von zehn Prozent zahlen, ab Juni dann von 25 Prozent, wenn sie der Übernahme Grönlands durch die USA nicht zustimmen.

Deutschland und die übrigen betroffenen Länder kritisierten die angekündigten Sonderzölle in einer gemeinsamen Erklärung scharf. Gegenmaßnahmen der EU sind nicht ausgeschlossen. So gibt es in Brüssel eine Liste mit Gegenzöllen auf US-Produkte im Gesamtwert von 93 Milliarden Euro. Sie könnten schon Anfang Februar eingeführt werden.

"Die Drohungen der USA schüren die Angst vor einer protektionistischen Eskalation", erklärte Analyst John Plassard von der Cité Gestion Private Bank. Analyst Andreas Lipkow kritisierte, die US-Zollsanktionen "nehmen immer groteskere Züge an".

Vor allem die Kurse von Unternehmen mit starken Exporten in die USA sanken - so etwa die Aktien der Luxuskonzerne LVMH, Hermès, Burberry oder Montcler und die Aktien der Autohersteller BMW, Mercedes, Volkswagen, Stellantis und Volvo. Von der Krise profitierten aber auch Unternehmen der Rüstungsindustrie wie Renk, Hensoldt und Rheinmetall, Thales, Leonardo und Saab.

Im vergangenen Jahr waren die Kurse an den Börsen in Europa und in den USA nach den ersten Zollankündigungen von Trump abgestürzt - sie fielen damals um vier bis sechs Prozent. Die Lage stabilisierte sich allerdings schnell, mit vielen Ländern schlossen die USA Handelsabkommen. Börsen in Europa schlossen Ende 2025 mit Rekordständen, etwa der Dax und der FTSE in London.

Die Preise für Gold und Silber kletterten angesichts der ungewissen Entwicklung kräftig nach oben: Eine Unze Gold kostete am Montag zeitweise mehr als 4690 Dollar (4030 Euro), eine Unze Silber mehr als 94 Dollar.

Der Ölpreis dagegen sank - Anleger weltweit fürchten eine Ausweitung des Handelskonflikts und als Folge ein schwächeres Wirtschaftswachstum. Dann wird weniger Öl benötigt. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März fiel bis Mittag um 0,51 Prozent auf 63,80 Dollar, der Preis der US-Sorte WTI um 0,71 Prozent auf 59,44 Dollar.

S.M.Riley--TNT

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