The National Times - Studie: Große Unterschiede bei Bezahlung von Auszubildenden

Studie: Große Unterschiede bei Bezahlung von Auszubildenden


Studie: Große Unterschiede bei Bezahlung von Auszubildenden
Studie: Große Unterschiede bei Bezahlung von Auszubildenden / Foto: © AFP/Archiv

Wer in der Ausbildung wie viel verdient, hängt laut einer Untersuchung verschieder Tarifbranchen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) stark vom gewählten Ausbildungsberuf ab. So verdienten Auszubildende im thüringischen Friseurhandwerk lediglich 585 Euro im ersten Ausbildungsjahr, in anderen Branchen lag die Vergütung im ersten Jahr bei über 1000 Euro, wie das WSI der Hans-Böckler-Stiftung am Dienstag erklärte. Angesichts der hohen Inflation stünden viele Auszubildende vor finanziellen Herausforderungen.

Textgröße ändern:

"In einigen Branchen ist das Niveau der Ausbildungsvergütung nach wie vor sehr niedrig", erklärte der Leiter des WSI-Tarifarchivs, Thorsten Schulten. Deutlich unter 800 Euro im Monat verdienten beispielsweise Auszubildende in den Tarifbranchen Landwirtschaft, Backhandwerk, Floristik und im Friseurhandwerk.

Deutlich besser verdienten demnach Auszubildende im Versicherungsgewerbe - hier betrug die Vergütung bundesweit 1070 Euro pro Monat im ersten Ausbildungsjahr. Auch der öffentliche Dienst, die chemische sowie die Metall- und Elektroindustrie, das Bankgewerbe, die Deutsche Bahn und die Druckindustrie zahlten ihren Auszubildenden ein Gehalt von über 1000 Euro im Monat.

Eine bundesweit einheitliche Ausbildungsvergütung gab es bei lediglich sieben der insgesamt 20 vom WSI untersuchten Tarifbranchen. Bei den regionalen Tarifgebieten liegen die westdeutschen im Schnitt meist über dem Niveau der ostdeutschen. Die größten Ost-West-Unterschiede weisen mit 165 beziehungsweise 169 Euro im Monat die Textilindustrie und das Kfz-Handwerk auf. In der Landwirtschaft und in der Süßwarenindustrie verdienen Auszubildende in Ostdeutschland etwas mehr, als in Westdeutschland.

"Die aktuellen tarifvertraglichen Ausbildungsvergütungen werden in der Regel im Rahmen der allgemeinen Tarifverhandlungen verhandelt", erklärte Schulten weiter. Da Gewerkschaften in verschiedenen Branchen unterschiedlich starke Verhandlungspositionen inne hätten, bestünden bei den Ausbildungsvergütungen "erhebliche Unterschiede".

"Vor dem Hintergrund der hohen Preissteigerungsraten haben es derzeit viele Auszubildende besonders schwer, mit ihrem Einkommen über die Runden zu kommen", erklärte Schulten weiter. Insbesondere Auszubildende aus einkommensschwachen Familien seien hier betroffen. Die Vergütungen müssten deshalb gerade in den Niedriglohnbranchen angehoben werden, forderte Schulten. Auch dem Fachkräftemangel könne so entgegen gewirkt werden.

V.Bennett--TNT

Empfohlen

Deutsche Bahn bietet Service-Mitarbeitenden an Bahnhöfen Ausrüstung mit Bodycams an

Angriffe auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Bahn (DB) treffen nicht nur das Sicherheitspersonal oder Zugbegleiter, sondern auch immer wieder Beschäftigte im Bahnhofsservice. Um die Sicherheit nach dem im Juli angekündigten Alkoholverbot weiter zu verbessern, sollen deshalb nun auch Service-Mitarbeitende des Konzerns die Möglichkeit bekommen, eine Bodycam zu tragen. Wie die DB am Donnerstag mitteilte, betrifft dies 2700 Kolleginnen und Kollegen im Bahnhofsservice sowie der Stationsbetreuung.

Studie: Lohnstückkosten steigen in Deutschland vor allem wegen schwacher Produktivität

Die zu zahlenden Löhne fallen für deutsche Unternehmen im Zuge der Krisen der vergangenen Jahre immer stärker ins Gewicht. Einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Böckler-Stiftung zufolge liegt dies jedoch vor allem an der schwachen Produktivitätsentwicklung. Im EU-Vergleich fällt Deutschland bei den Arbeitskosten pro Stunde demnach sogar zurück.

Neuer Höchststand 2025: Jugendämter melden zehn Prozent mehr Kindeswohlgefährdungen

Die Zahl der Kindeswohlgefährdungen in Deutschland ist 2025 auf einen neuen Höchststand gestiegen. Die Jugendämter stellten bei rund 79.800 Kindern oder Jugendlichen Vernachlässigung oder psychische, körperliche oder sexuelle Gewalt fest, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Das seien zehn Prozent mehr Fälle gewesen als noch 2024.

Ex-Verantwortliche von US-Bürgerrechtsorganisation SPLC festgenommen

Wegen der mutmaßlichen Bezahlung von Informanten aus rechtsextremen Kreisen ist in den USA eine hochrangige frühere Vertreterin der bekannten Bürgerrechtsorganisation SPLC festgenommen worden. Heidi Beirich sei wegen Überweisungsbetrugs sowie wegen Verschwörung zum Bankbetrug und zur Geldwäsche angeklagt worden, erklärte am Mittwoch FBI-Direktor Kash Patel. Die 59-Jährige war jahrelang Leiterin der Abteilung für Aufklärung beim Southern Poverty Law Center, das sich dem Kampf gegen weiße Vorherrschaft und Rechtsextremismus verschrieben hat.

Textgröße ändern: