The National Times - Bundesfinanzhof erleichtert Erbschaftsteuerbefreiung für ein Familienheim

Bundesfinanzhof erleichtert Erbschaftsteuerbefreiung für ein Familienheim


Bundesfinanzhof erleichtert Erbschaftsteuerbefreiung für ein Familienheim
Bundesfinanzhof erleichtert Erbschaftsteuerbefreiung für ein Familienheim / Foto: © AFP

Der Bundesfinanzhof (BFH) in München hat die Erbschaftsteuerbefreiung für ein Familienheim erleichtert. Nach einem am Donnerstag veröffentlichten Urteil bleibt die Steuerbefreiung auch dann erhalten, wenn dem Erben die Nutzung aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zumutbar ist. (Az: II R 18/20)

Textgröße ändern:

Laut Gesetz ist ein Familienheim von der Erbschaftsteuer befreit, wenn der Verstorbene bis zuletzt dort gewohnt hat und dann der Erbe oder die Erbin dort für mindestens zehn Jahre einzieht. Die Steuerbefreiung bleibt erhalten, wenn der Erbe "aus zwingenden Gründen" vor Ablauf der Zehn-Jahres-Frist ausziehen muss.

Im Streitfall hatte die Klägerin von ihrem Vater ein Einfamilienhaus in Nordrhein-Westfalen geerbt. Weil die Tochter dort einzog, setzte das Finanzamt zunächst keine Erbschaftsteuer fest. Nach sieben Jahren zog die Tochter in eine Erdgeschosswohnung um. Wegen Bandscheibenvorfällen und eines Hüftleidens habe sie sich in dem Altbau kaum noch eigenständig bewegen können. Das Familienheim wurde abgerissen.

Das Finanzamt setzte daraufhin nachträglich eine Erbschaftsteuer fest. Die Erbin habe sich Hilfe holen können, um weiterhin in dem Familienheim zu bleiben.

Der BFH bestätigte nun zwar, dass "reine Zweckmäßigkeitserwägungen, wie etwa die Unwirtschaftlichkeit einer Sanierung" noch kein ausreichender Grund für den Auszug sind. Anderes gelte aber, wenn die Erbin aus gesundheitlichen Gründen für die weitere Nutzung des Familienheims so erhebliche Unterstützung benötigt, "dass nicht mehr von einer selbstständigen Haushaltsführung (...) in dem betreffenden Familienheim gesprochen werden kann".

Im Streitfall soll das Finanzgericht Düsseldorf nun prüfen, ob angesichts der gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Klägerin diese Voraussetzung erfüllt ist.

D.Kelly--TNT

Empfohlen

Merz: Deutschland kann unabhängig von US-Rechenzentren werden

Die Bundesrepublik kann sich nach Ansicht von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) voraussichtlich von chinesischen und US-Rechenzentren für die Künstliche Intelligenz (KI) unabhängig machen. "Ich hätte vor zwei Jahren nicht geglaubt, Ihnen heute sagen zu können, dass ich zuversichtlich bin, dass wir uns mit Rechenkapazitäten in Deutschland unabhängig machen von amerikanischen Rechenzentren und von chinesischen Rechenzentren", sagte Merz am Dienstag beim Ostdeutschen Wirtschaftsforum im brandenburgischen Bad Saarow.

Inflation im Euroraum steigt im Mai auf 3,2 Prozent

Die Inflation im Euroraum ist im Mai voraussichtlich auf 3,2 Prozent gestiegen. Der Preisanstieg im Vergleich zum Vorjahresmonat lag damit 0,2 Prozentpunkte höher als noch im April, wie das EU-Statistikamt Eurostat am Dienstag in einer ersten Schätzung mitteilte. Grund für die steigende Inflation sind weiter die hohen Energiepreise.

Stellantis investiert eine Milliarde Euro in Frankreich - auch in Mülhausen

Der Autokonzern Stellantis, zu dem Opel, Peugeot, Fiat und Chrysler gehören, will mehr als eine Milliarde Euro in Frankreich investieren. In Mülhausen nahe der deutschen Grenze sollen ab 2029 drei neue elektrische und hybride Peugeot-Modelle hergestellt werden, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Die Hälfte der Summe solle in Forschung und Entwicklung investiert werden, etwa 40 Prozent in den Standort Mülhausen, erklärte Stellantis-Chef Antonio Filosa. Er stellte das Vorhaben zusammen mit Wirtschaftsminister Roland Lescure und Industrieminister Sébastien Martin am Dienstag vor Ort vor.

Überfüllte Rastanlagen: Digitaler Informationsdienst zeigt freie Lkw-Parkplätze

Die oft schwierige Suche nach einem freien Parkplatz entlang der Autobahn soll für Lkw-Fahrer einfacher werden: Am Dienstag startete der digitale Stellplatzinformationsdienst (SID) für 1850 Rastanlagen, wie das Bundesverkehrsministerium in Berlin mitteilte. "So können Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer die Belegung der Lkw-Parkmöglichkeiten ganz einfach per App abrufen und frühzeitig für ihre Stellplatzsuche nutzen", erklärte Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU).

Textgröße ändern: