The National Times - US-Leitzinsentscheidung: Trumps Fed-Kandidat Miran erstmals beteiligt

US-Leitzinsentscheidung: Trumps Fed-Kandidat Miran erstmals beteiligt


US-Leitzinsentscheidung: Trumps Fed-Kandidat Miran erstmals beteiligt
US-Leitzinsentscheidung: Trumps Fed-Kandidat Miran erstmals beteiligt / Foto: © AFP/Archiv

Die US-Zentralbank Federal Reserve (Fed) hat mit Beratungen über eine mögliche Leitzinssenkung begonnen. An der Sitzung nahm am Dienstag erstmals der bisherige Wirtschaftsberater von Präsident Donald Trump, Stephen Miran, teil. Experten rechnen damit, dass die Fed am Mittwoch einen Zinsschnitt um 0,25 Punkte verkünden könnte, den ersten seit Trumps Amtsantritt. Der Präsident verlangt dagegen ganze drei Prozentpunkte Abschlag.

Textgröße ändern:

Miran hatte kurz vor der Sitzung den Amtseid als Mitglied des Fed-Gouverneursrats abgelegt. Damit ist er auch Teil des zwölfköpfigen Zentralbankausschusses, der über den Leitzins entscheidet. Der US-Senat hatte Miran in der Nacht zum Dienstag mit der Mehrheit von Trumps Republikanern bestätigt. Die oppositionellen Demokraten kritisieren die Personalie, denn Miran lässt seinen Posten als Präsidentenberater nur ruhen. Die Demokraten und viele Wirtschaftsexperten werfen Trump massive politische Einflussnahme auf die eigentlich unabhängige Fed vor.

Seit Trumps Amtsantritt im Januar hat die US-Notenbank den Leitzins in der Spanne zwischen 4,25 und 4,5 Prozent belassen. Sie begründet dies mit den "Unsicherheiten" durch die Zollpolitik des Präsidenten. Der Präsident verlangt dagegen einen deutlichen Zinsschnitt, um Kredite billiger zu machen, Investitionen anzukurbeln und die Tilgung der steigenden US-Staatsschulden zu erleichtern. Er hatte Fed-Chef Jerome Powell wiederholt als "Schwachkopf" und "Verlierer" beschimpft, weil dieser seiner Forderung bisher nicht nachkam. Die Unabhängigkeit der Zentralbank von der Politik ist eigentlich das höchste Prinzip ihrer Arbeit.

Miran stand zuletzt drei weiteren Wirtschaftsberatern (Council of Economic Advisers) im Weißen Haus vor. Er gilt unter anderem als Befürworter von Trumps aggressiver Zollpolitik. Miran ist nun vorerst bis zum 31. Januar Fed-Gouverneur.

Der Posten ist vakant, seit die Wirtschaftswissenschaftlerin Adriana Kugler Anfang August ihren Rückzug verkündet hatte. Sie war von Trumps Vorgänger Joe Biden ernannt worden. Trump betreibt zudem die Entlassung der ebenfalls von Biden ernannten Gouverneurin Lisa Cook, sie wehrt sich dagegen allerdings juristisch.

C.Blake--TNT

Empfohlen

Greenpeace: Krisengewinne der Mineralölkonzerne vor allem in reicheren Ländern

Die Mineralölkonzerne haben durch den Krieg in Nahost einer Untersuchung im Auftrag von Greenpeace zufolge besonders in reicheren europäischen Ländern deutliche Gewinnsteigerungen erzielt. In Europa seien die Margen bei Diesel deutlich gestiegen, am stärksten in den Niederlanden, gefolgt von Schweden, Dänemark, Österreich und Deutschland, wie Greenpeace am Mittwoch mitteilte. "In kleineren Ländern mit weniger Kaufkraft wie der Slowakei, Ungarn oder Irland sind die Margen seit Kriegsbeginn im gleichen Zeitraum hingegen deutlich geschrumpft."

Oberstes US-Gericht: "Christliche Therapie" gegen sexuelle Orientierung erlaubt

In Deutschland sind sogenannte Konversionstherapien zur Änderung der sexuellen Orientierung unter anderem bei Homosexuellen verboten - das Oberste Gericht in den USA hat dagegen am Dienstag in einem Modellfall zugunsten einer evangelikalen Therapeutin entschieden, die durch ein ähnliches Verbot ihr Recht auf Meinungsfreiheit verletzt sah. Das Urteil gilt als Rückschlag für die Rechte sexueller Minderheiten.

Urteil: Bei verlorenem Gepäck auch Anspruch auf Teil der Reisekosten

Bei einer Pauschalreise mit dem Flugzeug verlorenes oder beschädigtes Gepäck ist einem Urteil zufolge ein so großer Mangel des Urlaubs, dass der Veranstalter neben dem Gepäck auch einen Teil der Reisekosten ersetzen muss. In einem am Dienstag vom Landgericht Frankenthal veröffentlichten und bereits rechtskräftigen Urteil bekam eine fünfköpfige Familie ein gutes Drittel des Reisepreises ersetzt. Der Reiseveranstalter musste insgesamt knapp 5000 Euro zahlen. (Az.: 7 O 321/25).

Bundeswehr bekommt autonome Kampfdrohnen aus australischer Produktion

Die Bundeswehr soll bis 2029 mit einem autonomen Kampfdrohnen-System aus australischer Produktion ausgestattet werden. Der Rüstungskonzern Rheinmetall und Boeing Australia schlossen dazu eine strategische Partnerschaft, wie Rheinmetall am Dienstag in Düsseldorf mitteilte. Die "MQ-28 Ghost Bat" genannte Drohne wurde von Boeing Australia zusammen mit der australischen Luftwaffe entwickelt und wird nach einem erfolgreichen Test im vergangenen Jahr derzeit in die australische Armee integriert.

Textgröße ändern: