The National Times - "Spiegel": Naturkosmetikfirma Weleda hatte in NS-Zeit enge Verbindungen zur SS

"Spiegel": Naturkosmetikfirma Weleda hatte in NS-Zeit enge Verbindungen zur SS


"Spiegel": Naturkosmetikfirma Weleda hatte in NS-Zeit enge Verbindungen zur SS
"Spiegel": Naturkosmetikfirma Weleda hatte in NS-Zeit enge Verbindungen zur SS / Foto: © AFP/Archiv

Die Naturkosmetikfirma Weleda hatte laut einem Bericht des "Spiegel" in der NS-Zeit enge Verbindungen zur SS. Dies galt demnach insbesondere für Kooperationen im Konzentrationslager Dachau bei München. Laut dem Bericht vom Samstag lieferte Weleda unter anderem eine Creme, die dort mutmaßlich für Menschenversuche eingesetzt worden sei.

Textgröße ändern:

Weleda ist bekannt für anthroposophische Heilmittel und biologisch-dynamische Landwirtschaft. Laut "Spiegel" bezog das Unternehmen in der Zeit des Nationalsozialismus Heilkräuter aus einer landwirtschaftlichen Anlage, die von der SS in Dachau nach biologisch-dynamischen Methoden betrieben worden sei. KZ-Häftlinge seien dort als Zwangsarbeiter eingesetzt worden. Das Magazin berief sich auf eine noch unveröffentlichte Studie der Historikerin Anne Sudrow im Auftrag der Gedenkstätte Dachau.

Sudrow zeige darin, dass es während des Nationalsozialismus generell enge Verbindungen zwischen der Anthroposophie-Szene in Deutschland, der biologisch-dynamischen Demeter-Landwirtschaft sowie der SS gegeben habe. In Dachau habe die SS-eigene Deutsche Versuchsanstalt für Ernährung und Verpflegung (DVA) eine "Plantage" betrieben, die der Erforschung und Anwendung biologisch-dynamischer Landwirtschaftsmethoden gedient habe.

Weleda bestellte laut dem Bericht während der NS-Zeit Produkte direkt bei der DVA. Umgekehrt habe das Unternehmen eine Frostschutzcreme geliefert, die der SS-Arzt Sigmund Rascher in Dachau mutmaßlich für Menschenversuche verwendet habe. Rascher, selbst Waldorfschüler und Anthroposoph, habe in dem KZ Experimente an Häftlingen vorgenommen, um die Wirkung von Unterkühlung und Frostschutzmitteln zu untersuchen. Dabei seien zahlreiche Menschen gestorben.

Sudrow belegt laut "Spiegel" in ihrer Analyse, dass es auch personell enge Verbindungen zwischen Weleda und der SS in Dachau gegeben habe. So hätten ehemalige Weleda-Mitarbeiter eine zentrale Rolle für die dort eingerichtete "Plantage" gespielt. Der frühere Leiter des Heilpflanzengartens von Weleda, Frank Lippert, habe seit 1941 für die SS gearbeitet und bei Forschungsarbeiten auch von der Zwangsarbeit der Häftlinge profitiert. Dabei habe er weiterhin mit Weleda in Kontakt gestanden.

Weleda erwähnt laut "Spiegel" in seiner Firmengeschichte die dem Bericht zufolge an die SS gelieferte Creme. Dort heiße es jedoch, dass unklar sei, ob Rascher diese für Menschenversuche eingesetzt habe oder ob das überhaupt seine Absicht gewesen sei. Die Tätigkeit des Gärtners Lippert im KZ Dachau habe "in keinerlei Verbindung zu seiner früheren Tätigkeit bei Weleda" gestanden, heiße es dort zudem.

L.A.Adams--TNT

Empfohlen

Kraftstoffpreise treiben Inflation - Preisanstieg im April dennoch eher moderat

Die hohen Kraftstoffpreise wegen des Iran-Krieges haben im April für einen erneuten Anstieg der Inflation gesorgt. Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden bestätigte am Dienstag seine erste Schätzung, wonach die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,9 Prozent anstiegen. Nahrungsmittel und Dienstleistungen verteuerten sich unterdurchschnittlich, deshalb blieb der Preisschub moderat.

Buhrufe bei Kanzlerrede: Merz dringt auf DGB-Kongress auf Reformen auch bei der Rente

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat bei einem Auftritt vor dem Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) die Bereitschaft zu weitreichenden Reformen und Veränderungen eingefordert. "Wir müssen uns ändern, um zu erhalten, was uns gemeinsam wichtig ist", sagte der Kanzler am Dienstag in seiner Rede. Begleitet von Buhrufen und Pfiffen einiger DGB-Delegierter bekräftigte Merz auch das Vorhaben einer Neuordnung der gesetzlichen Rente.

Für 99,99 Euro hin und zurück: DB bietet Familien-Sommerferien-Ticket an

Für die Sommerferienwochen in allen Bundesländern - also von Ende Juni bis Mitte September - bietet die Deutsche Bahn (DB) ein günstiges Familienticket an: Eine Familie kann zum Pauschalpreis von 99,99 Euro mit Fernverkehrszügen hin und zurück verreisen, wie die Bahn am Dienstag mitteilte. Die Sitzplatzreservierung ist demnach inklusive. Buchbar ist das Angebot ab Mitte Juni.

Debatte um Social-Media-Verbot: Von der Leyen stellt EU-Gesetz in Aussicht

In der Debatte um ein Social-Media-Verbot für Kinder hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen für den Sommer einen europäischen Gesetzvorschlag in Aussicht gestellt. Die Kommission werde aber zunächst die Ergebnisse eines Expertengremiums abwarten, das von der Leyen mit einer Einschätzung beauftragt hat, sagte sie am Dienstag in Kopenhagen. "Fast alle EU-Mitgliedstaaten" hätten sich dafür ausgesprochen, ein Mindestalter wenigstens zu prüfen.

Textgröße ändern: