The National Times - Südafrikas Präsident Ramaphosa kritisiert US-Zölle als "sehr strafend"

Südafrikas Präsident Ramaphosa kritisiert US-Zölle als "sehr strafend"


Südafrikas Präsident Ramaphosa kritisiert US-Zölle als "sehr strafend"
Südafrikas Präsident Ramaphosa kritisiert US-Zölle als "sehr strafend" / Foto: © GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa hat die ab kommender Woche geltenden US-Zölle auf südafrikanische Exporte in Höhe von 30 Prozent kritisiert. Das Land müsse nun "mit Dringlichkeit und Vorsatz handeln", um die Auswirkungen der "sehr strafenden Zölle" zu begrenzen, sagte Ramaphosa am Montag vor Journalisten in Johannesburg. Die Zollerhöhungen erfolgen inmitten angespannter Beziehungen zwischen beiden Ländern.

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Südafrika werde die Gespräche mit Washington fortsetzen, "um die Handelsbeziehungen zu normalisieren" und gleichzeitig die Widerstandsfähigkeit seiner Wirtschaft stärken, etwa durch diversifizierte Exportmärkte, fügte Ramaphosa hinzu. Dabei seien insbesondere afrikanische Länder von Interesse.

Die USA sind nach China der zweitgrößte Handelspartner Südafrikas. Die drohenden Zölle auf südafrikanische Exporte könnten das Land rund 30.000 Arbeitsplätze kosten, warnte ein Regierungsbeamter am Montag. Die südafrikanische Zentralbank sprach vergangene Woche sogar von 100.000 Arbeitsplätzen, die von den Zöllen betroffen sein könnten. Die Arbeitslosigkeit im Land liegt bereits bei über 30 Prozent.

Nach offiziellen Angaben werden die Zölle insbesondere die südafrikanische Landwirtschaft, den Automobil- und den Textilsektor treffen. 35 Prozent der Exporte sind jedoch von den Auflagen ausgenommen, darunter Kupfer, Arzneimittel, Halbleiter, Holzartikel und bestimmte Mineralien.

Außenminister Ronald Lamola bezeichnete die Höhe der Zölle von 30 Prozent als "unergründlich", da südafrikanische Importe lediglich 0,25 Prozent der gesamten US-Importe ausmachten. Zudem stelle Südafrika "weder eine Bedrohung für die US-Wirtschaft, noch für die nationale Sicherheit dar", sagte Lamola vor Journalisten. Die südafrikanischen Agrarexporte etwa seien "kontrasaisonal" und könnten Lücken im US-Markt füllen, ohne einheimische Produkte zu ersetzen.

Kein anderes afrikanisches Land südlich der Sahara ist von ähnlich hohen Zöllen betroffen. Um hohen Abgaben abzuwenden, hatte Südafrika zuvor angeboten, US-Flüssiggas und Agrarprodukte zu importieren sowie in die Bergbau- und Metallrecyclingindustrie der USA zu investieren.

In den vergangenen Monaten war es wiederholt zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Washington und Pretoria gekommen, etwa wegen einer Klage gegen Israel vor dem Internationalen Gerichtshof, in der Südafrika Israel "Völkermord" im Gazastreifen vorwirft. Im März wies Washington den südafrikanischen Botschafter aus, nachdem dieser Trumps "Make America Great Again"-Bewegung kritisiert hatte.

Trump hatte Südafrika zudem bereits zu Beginn seiner zweiten Amtszeit im Januar ins Visier genommen. Er konzentrierte sich dabei auf Behauptungen seines damaligen Verbündeten Elon Musk über eine angebliche systematische Verfolgung von Weißen. Ramaphosa wies die Vorwürfe aus Washington zurück.

S.Cooper--TNT

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