The National Times - Kämpfe im Süden Syriens gehen trotz Verkündung von Waffenruhe weiter

Kämpfe im Süden Syriens gehen trotz Verkündung von Waffenruhe weiter


Kämpfe im Süden Syriens gehen trotz Verkündung von Waffenruhe weiter
Kämpfe im Süden Syriens gehen trotz Verkündung von Waffenruhe weiter / Foto: © AFP

In Südsyrien wird auch nach der Verkündung einer Waffenruhe durch die Übergangsregierung weiter gekämpft. Wie Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP am Samstag berichteten, wurden in der Provinzhauptstadt Suweida vereinzelt Raketen abgefeuert und es waren Explosionen zu hören. Über der Stadt stiegen Rauchwolken auf. Auf den Straßen schossen Kämpfer in die Luft oder fuhren in Kleinlastern durch die Stadt.

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Die Stammeskämpfer waren zur Unterstützung der Beduinen in die Region gekommen, die seit Tagen gegen Angehörige der drusischen Minderheit kämpfen. Den Beduinen war es so gelungen, Teile von Suweida einzunehmen. "Wir sind heute hierher gekommen und wir werden sie in ihren Häusern töten", sagte ein maskierter Kämpfer, der sich Abu Dschassem nannte. Drusische Kämpfer berichteten, die gegnerischen Milizen würden "Allahu Akbar" rufend durch die Straßen ziehen.

Zuvor hatte das Büro von Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa in der Hauptstadt Damaskus eine "sofortige Waffenruhe" für Südsyrien verkündet und alle Konfliktparteien dazu aufgerufen, diese "vollständig zu respektieren". Al-Scharaa beteuerte in einer Ansprache, der syrische Staat werde "alle Minderheiten und Gemeinschaften des Landes" schützen.

Ob und inwiefern die Regierung die Beduinen und Stammeskämpfer unterstützt, ist derzeit nicht klar. AFP-Journalisten berichteten von Straßenkontrollen, mit denen die offiziellen Sicherheitskräfte offenbar die Ankunft weiterer Kämpfer verhindern wollten. Der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge aber wurden die Kämpfer bei ihrem Einrücken in Suweida von Regierungskräften unterstützt. Die Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen von einem Netzwerk von Aktivisten vor Ort. Ihre Angaben können oft nicht unabhängig überprüft werden.

In der Provinz in Südsyrien hatten am vergangenen Sonntag Gefechte zwischen Kämpfern der islamischen Minderheit der Drusen und sunnitischen Beduinen begonnen. Auch Israel griff in den Konflikt ein, stimmte am Freitag aber einer Waffenruhe mit der syrischen Übergangsregierung zu. Seit Beginn der Kämpfe wurden nach Angaben der Beobachtungsstelle mehr als 900 Menschen getötet, mehrheitlich Drusen.

P.Barry--TNT

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