The National Times - Lokführergewerkschaft GDL fordert Entlassung von Bahn-Chef Lutz

Lokführergewerkschaft GDL fordert Entlassung von Bahn-Chef Lutz


Lokführergewerkschaft GDL fordert Entlassung von Bahn-Chef Lutz
Lokführergewerkschaft GDL fordert Entlassung von Bahn-Chef Lutz / Foto: © AFP

Die Lokführergewerkschaft GDL hat die Entlassung von Bahn-Chef Richard Lutz gefordert. "Ich habe menschlich kein Problem mit ihm, er ist fair im Umgang und gerade als Finanzer gut im Thema", sagte der GDL-Vorsitzende Mario Reiß der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS). "Aber er ist kein Bahn-Vorstand, den wir für die aktuelle Situation dringend brauchen, kein Sanierer."

Textgröße ändern:

Lutz habe "in der Vergangenheit die Bahn maßgeblich dorthin gebracht, wo sie heute steht", sagte Reiß der "FAS" weiter. "Er sollte abgelöst werden."

Seit dem Bekanntwerden des Koalitionsvertrages wird über Lutz' Ablösung spekuliert. Dort war von einer personellen Neuordnung bei der Deutschen Bahn (DB) die Rede.

Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der DB, Martin Burkert, vermied ebenfalls eine öffentliche Unterstützung für Lutz. "Die Auswahl des Bahn-Managements ist Sache des Eigentümers", sagte Burkert, der auch Vorsitzender der Bahngewerkschaft EVG ist, der Zeitung. "Der Minister muss entscheiden, mit welchen Vorständen er vertrauensvoll zusammenarbeiten kann."

Im Koalitionsvertrag von Union und SPD heißt es: "Sowohl beim DB-Konzern als auch bei der InfraGO soll eine Neuaufstellung von Aufsichtsrat und Vorstand erfolgen, mit dem Ziel, mehr Fachkompetenz abzubilden und eine Verschlankung zu erreichen." Burkert sagte, im Aufsichtsrat "fehlt keine Fachkompetenz. Diese Andeutung ärgert uns."

Lutz räumte nun seinerseits im Gespräch mit der "FAS" Fehler ein: "Ich hätte vor ein paar Jahren deutlicher machen müssen, dass die Haushaltsmittel für die Schiene nicht ausreichen, um alles zu machen, was notwendig ist."

Zugleich meldete der Bahn-Chef einige Tage vor Bekanntgabe der Halbjahreszahlen der DB eine Verbesserung bei der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens. "Bei der Wirtschaftlichkeit kamen wir im ersten Halbjahr besser als erwartet voran, weil wir die Kosten in den Griff bekommen haben", sagte er. Weiteren Bahnangaben zufolge ist auch die Zahl der Langsamfahrstellen schneller als geplant gesunken, mehr Stellwerke als vorgesehen seien modernisiert worden. Allerdings hat sich die Pünktlichkeit nicht verbessert. "Die Pünktlichkeit ist nicht akzeptabel", sagte Lutz weiter.

Zur Diskussion über seine berufliche Zukunft sagte der Bahn-Chef, er lasse sich "von der Debatte um meine Person (...) nicht ablenken, ich habe eine Aufgabe, darauf lenke ich meine volle Aufmerksamkeit".

N.Taylor--TNT

Empfohlen

Heizkosten 2025 wieder gestiegen - fossile Heizungen "langfristig immer teurer"

Die Heizkosten sind 2025 nach einer Entspannung in den beiden Vorjahren wieder gestiegen - und auch für 2026 rechnet die Beratungsgesellschaft co2online mit weiteren Kostensteigerungen. Langfristig werden fossile Heizungen "immer teurer", erklärte co2online am Dienstag. Laut dem jährlich zusammen mit dem Deutschen Mieterbund erhobenen Heizspiegel können 90 Prozent aller Haushalte ihre Heizkosten heute senken.

Düngemittel-Deal: Trump will Kalisalz aus Belarus statt aus Kanada kaufen

US-Präsident Donald Trump bereitet nach eigenen Angaben ein "umfassendes" Abkommen mit Belarus über den Kauf von Kalisalz vor. "Der Preis wäre deutlich niedriger als das, was wir heute an Kanada zahlen", erklärte Trump am Montag in seinem Onlinedienst Truth Social. Dies sei eine "sehr gute Nachricht für unsere Bauern und Viehzüchter".

Zehntausende Beschäftigte protestieren gegen "Kahlschlag" in der Autoindustrie

Mit Betriebsversammlungen, Kundgebungen und Demonstrationen haben bundesweit zehntausende Beschäftigte der Automobilindustrie gegen einen "Kahlschlag" in ihrer Branche demonstriert. Die IG Metall erklärte am Montag, an dem von ihr ausgerufenen Aktionstag Autoindustrie beteiligten sich rund 175.000 Beschäftigte. IG-Metall-Chefin Christiane Benner erklärte: "Beschäftigte sind nicht länger bereit, für eine Krise zu zahlen, die sie nicht verschuldet haben."

IG Metall: 175.000 Beschäftigte beim Aktionstag Automobilindustrie

Rund 175.000 Beschäftigte in der Automobilindustrie haben nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall am Montag an bundesweiten Aktionen gegen Stellenabbau und Werksschließungen demonstriert. Sie beteiligten sich an insgesamt rund 280 Aktionen, wie die Gewerkschaft am Montag mitteilte. IG-Metall-Chefin Christiane Benner erklärte: "Beschäftigte sind nicht länger bereit, für eine Krise zu zahlen, die sie nicht verschuldet haben."

Textgröße ändern: