The National Times - Studie: US-Zollpolitik treibt deutsche Firmen zu mehr Investitionen im Inland

Studie: US-Zollpolitik treibt deutsche Firmen zu mehr Investitionen im Inland


Studie: US-Zollpolitik treibt deutsche Firmen zu mehr Investitionen im Inland
Studie: US-Zollpolitik treibt deutsche Firmen zu mehr Investitionen im Inland / Foto: © AFP/Archiv

Die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump veranlasst Unternehmen in Deutschland einer Studie zufolge vermehrt zu Investitionen im Inland. Wie die Beratungsfirma Deloitte am Donnerstag in München mitteilte, sehen 80 Prozent der Finanzchefs deutscher Firmen ihren Investitionsschwerpunkt nach der Zollankündigung am 2. April mittelfristig in Deutschland, davor waren es 73 Prozent gewesen. Trump will mit seinen Strafzöllen erreichen, dass sich mehr Unternehmen in den USA ansiedeln und dort investieren.

Textgröße ändern:

Die Umfrage zeichnet ein anderes Bild: Demnach wollten vor den Zollankündigungen 25 Prozent der Unternehmen vor allem in Nordamerika investieren, danach waren es mit 19 Prozent sechs Prozentpunkte weniger.

US-Präsident Donald Trump hatte mit einer Reihe massiver Zölle einen weltweiten Handelsstreit losgetreten. Anfang April verhängte er unter anderem einen allgemeinen Zollsatz von 20 Prozent auf Waren aus der EU, den er kurz darauf auf zehn Prozent halbierte. Außerdem werden Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Stahl- und Aluminiumwaren sowie Autos fällig.

Insbesondere exportorientierte Unternehmen schauen wegen Trumps Zollpolitik der Studie zufolge vermehrt nach Deutschland: Vor der Zolloffensive wollten in etwa gleich viele Firmen vorrangig in Deutschland und Nordamerika investieren, danach sahen nur noch 38 Prozent ihren Schwerpunkt in Nordamerika, bei 62 Prozent steht Deutschland seither stärker im Fokus.

"Geo- und handelspolitische Themen dominieren zunehmend Märkte und damit die Aussichten von Unternehmen", erklärte Deloitte-Chefökonom Alexander Börsch. Viele Firmen versuchten daher ihre Abhängigkeiten zu minimieren, andere, insbesondere die Automobilbranche, planten Standorte zu verlagern oder neu zu bewerten.

S.O'brien--TNT

Empfohlen

Schlangen an US-Flughäfen: Mittel für Mitarbeiter bleiben blockiert

Die langen Schlangen vor den Sicherheitskontrollen großer US-Flughäfen dürften vorerst bestehen bleiben: Im Kongress in Washington fiel am Freitag ein Vorschlag für ein Ende der Haushaltssperre des Heimatschutzministeriums durch. Zehntausende Sicherheitsmitarbeiter an Airports arbeiten derzeit ohne Bezahlung.

SPD sucht Profil: Entlastung bei Spritpreisen und Stärkung der Kommunen

Nach den jüngsten Wahlniederlagen will die SPD mit einem Fokus auf Wirtschaft und Arbeit, eine Stärkung der Kommunen sowie Entlastungen wegen der hohen Spritpreise an Profil gewinnen. Die Sozialdemokraten müssten sich "rauskämpfen aus einer sehr ernsten Situation", sagte SPD-Chef Lars Klingbeil am Freitag nach einem mehr als vierstündigen Krisentreffen mit SPD-Vertreterinnen und Vertretern aus Bund, Ländern und Gemeinden. Die SPD müsse dabei wieder "treibende Kraft" sein, "wenn es um Veränderungen geht".

Gegen "Abzockerei" der Ölkonerze: SPD will Bürger bei Spritpreisen entlasten

Nach den jüngsten Wahlniederlagen will die SPD in der schwarz-roten Regierungskoalition Entlastungen wegen der stark gestiegenen Spritpreise durchsetzen. "Wir dürfen die Mineralölkonzerne mit ihrer Abzockerei nicht durchkommen lassen", sagte SPD-Chef Lars Klingbeil am Freitag nach einem Treffen mit SPD-Vertreterinnen und Vertretern aus Bund, Ländern und Gemeinden. Durch die infolge des Iran-Kriegs gestiegenen Spritpreise wüssten inzwischen viele Menschen nicht mehr, "wie sie ihre Tankfüllung bezahlen sollen".

Energieminister der Länder drängen auf Senkung der Stromsteuer

Die Energieminister der Bundesländer fordern eine Senkung der Stromsteuer für alle Verbraucherinnen und Verbraucher als Entlastungsmaßnahme in der aktuellen Energiepreiskrise. Es herrsche große Einigkeit im Kreise der Energieminister, dass dieser Schritt prioritär angegangen werden sollte, sagte der Vorsitzende der Energieministerkonferenz, Christian Meyer (Grüne), aus Niedersachsen am Freitag. Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) wollte einen gemeinsamen Beschluss jedoch nicht mittragen, weshalb die verbleibenden 15 Ländervertreter stattdessen eine gemeinsam Erklärung verabschiedeten.

Textgröße ändern: