The National Times - Exporte und Industrieproduktion im März gestiegen - Experten: Vorzieheffekt

Exporte und Industrieproduktion im März gestiegen - Experten: Vorzieheffekt


Exporte und Industrieproduktion im März gestiegen - Experten: Vorzieheffekt
Exporte und Industrieproduktion im März gestiegen - Experten: Vorzieheffekt / Foto: © AFP

Die deutschen Exporte sind vor Inkrafttreten der hohen US-Zölle im März gestiegen und auch die Industrieproduktion hat zugelegt. Experten erklärten, es handle sich vor allem um Vorzieheffekte, "bevor der Zollhammer wirklich kommt", wie es bei der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) zur Exportentwicklung hieß. Eine Trendwende sind die positiven Zahlen aus dem März laut Experten nicht.

Textgröße ändern:

Der Warenwert der deutschen Exporte legte im März verglichen mit dem Vormonat um 1,1 Prozent auf 133,2 Milliarden Euro zu, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. In die USA exportierten deutsche Unternehmen Waren im Wert von 14,6 Milliarden Euro, das waren 2,4 Prozent mehr als im Februar. Nach China gingen Waren im Wert von 7,5 Milliarden Euro, ein Anstieg um 10,2 Prozent.

Auch die Industrieproduktion in Deutschland legte im März besonders dank Zuwächsen der Auto- und der Pharmaindustrie überraschend deutlich zu. Die Unternehmen des Produzierenden Gewerbes, die neben der Industrieproduktion auch das Baugewerbe und Energie umfassen, produzierten 3,0 Prozent mehr als noch im Februar. Die reine Industrieproduktion legte mit 3,6 Prozent noch deutlicher zu. "Damit dürfte das Verarbeitende Gewerbe das erste Mal seit zwei Jahren wieder einen positiven Beitrag zum Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts geleistet haben", erklärte Nils Jannsen, Leiter des Bereichs Konjunktur am Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW).

Wirtschaftsexperten rechnen nicht damit, dass die Anstiege bei Exporten und Produktion die Wirtschaft nachhaltig ankurbeln werden. "In dem leichten Plus stecken vor allem Vorzieheffekte, um Belastungen zu einem späteren Zeitpunkt zu vermeiden", kommentierte der Außenwirtschaftschef der DIHK, Volker Treier, die Exportentwicklung.

US-Präsident Donald Trump hat bereits Zölle auf fast alle Importe von zehn Prozent verhängt, eine Erhöhung auf 20 Prozent für Importe aus der EU ist aktuell nur ausgesetzt. Auf Autos, Stahl und Aluminium werden 25 Prozent aufgeschlagen. Im März galten die meisten Strafzölle noch nicht - sie waren aber angekündigt.

Deshalb sei der Anstieg der Exporte "kein Aufwärtstrend", erklärte der Präsident des Außenhandelsverbands BGA, Dirk Jandura. Vorzieheffekte sorgten auch in den USA derzeit noch für volle Lager und einigermaßen stabile Preise. "Doch die Handelsbeziehungen leiden", warnte Jandura. In den kommenden Monaten würden Deutschland, vor allem aber die USA, die Auswirkungen des "Zoll-Wirrwarrs" zu spüren bekommen.

Auch zum Produktionsanstieg dürften laut Jannsen vom IfW vor allem vorgezogene Lieferungen beigetragen haben. Eine Trendwende zeichne sich nicht ab. "Vielmehr droht der Industrie mit den massiven Zollerhöhungen der USA ein erneuter Rückschlag."

Außerdem dürfte die US-Wirtschaft langsamer wachsen als angenommen, was sich ebenfalls auf Deutschland auswirke. "Die deutsche Industrie dürfte damit noch ein paar weitere schwierige Monate vor sich haben", erklärte der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Sebastian Dullien. Er forderte die Politik auf, "möglichst schnell" die inländische Nachfrage zu stärken.

B.Scott--TNT

Empfohlen

Studie: E-Autos fahren ein Drittel günstiger als Verbrenner

E-Autos fahren im Vergleich zu Verbrennern einer Studie zufolge zunehmend kostengünstiger. 2025 sei das Fahren eines batterielektrischen Autos im Schnitt 33 Prozent preiswerter als die Nutzung eines vergleichbaren Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor gewesen, teilte die Organisation International Council on Clean Transportation (ICCT) am Montag mit. Maßgeblich für diese Entwicklung sind demnach hohe Kraftstoffkosten bei gleichzeitig sinkenden Batteriepreisen.

SPD-Vize Schweitzer fordert Änderungen an Rentenreformkurs der Bundesregierung

SPD-Vizebundeschef Alexander Schweitzer hat seine Partei nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zu Änderungen an dem rentenpolitischen Reformkurs auf Bundesebene aufgefordert. Bundespolitische Themen seien "womöglich federführend" bei der Entscheidung vieler Menschen in Sachsen-Anhalt gewesen, sagte er am Montag im Deutschlandfunk. Mit Blick auf das Rentenreformkonzept von Union und SPD fügte Schweitzer an: "Es ist doch völlig klar, dass über diese Reformen diskutiert werden muss."

Mindestens fünf Tote bei Unfall von Amazon-Frachtflugzeug an Flughafen Miami

Beim Unfall eines Frachtflugzeugs des Amazon-Konzerns am Flughafen Miami im US-Bundesstaat Florida sind den örtlichen Behörden zufolge mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Fünf weitere Menschen seien verletzt worden, als das Flugzeug bei der Landung in Miami über die Landebahn hinausschoss, erklärte die Bezirksbürgermeisterin von Miami-Dade, Daniella Levine Cava, am Sonntag auf einer Pressekonferenz.

Isar Aerospace: Erfolgreicher Start von Trägerrakete "nur ein erster Schritt"

Der erfolgreiche Flug der Trägerrakete Spectrum in die Erdumlaufbahn war nach den Worten des Chefs des bayerischen Startups Isar Aerospace, Daniel Metzler, nur "ein erster Schritt". "Das Ziel war nicht, nur eine Rakete zu starten, sondern viele Raketen zu starten", sagte Metzler am Sonntag bei einer Online-Pressekonferenz. Ein weiterer Startplatz in Kanada sei bereits im Bau, neben dem norwegischen Weltraumbahnhof Andöya, von dem aus Spectrum am Samstag als erste privat entwickelte Rakete vom europäischen Kontinent aus geflogen war. Das Unternehmen sei darüber hinaus mit mehr als zwei Dutzend Ländern im Gespräch, sagte Metzler weiter.

Textgröße ändern: