The National Times - Inflationsrate verharrt im Februar bei 2,3 Prozent

Inflationsrate verharrt im Februar bei 2,3 Prozent


Inflationsrate verharrt im Februar bei 2,3 Prozent
Inflationsrate verharrt im Februar bei 2,3 Prozent / Foto: © AFP

Die Teuerung in Deutschland hat sich im Februar nicht wie erhofft weiter abgeschwächt. Die Inflationsrate verharrte bei voraussichtlich 2,3 Prozent im Vorjahresvergleich, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag in einer ersten Schätzung mitteilte. Im Vergleich zum Januar kletterten die Preise demnach um 0,4 Prozent.

Textgröße ändern:

Besonders stark stiegen wie bereits in den Vormonaten die Preise für Dienstleistungen: Hier betrug der Anstieg im Februar 3,8 Prozent, wie das Statistikamt weiter mitteilte. Im Januar hatte das Plus aber noch bei 4,0 Prozent gelegen. Es sei eine "gute Nachricht, dass Dienstleistungen sich etwas weniger stark verteuern", erklärte Konjunkturexpertin Stephanie Schoenwald von KfW Research. Dieser Abwärtstrend werde voraussichtlich in den kommenden Monaten anhalten, "denn der Kostendruck von den Löhnen schwächt sich ab".

Nahrungsmittel waren im Februar um 2,4 Prozent teurer als im Vorjahresmonat - der Anstieg der Preise zog damit auf diesem Gebiet kräftig an. Im Januar hatte die Teuerung für Lebensmittel nur 0,8 Prozent betragen. Die Preise für Energie dagegen sanken im Februar um 1,8 Prozent und damit wieder etwas stärker als im Dezember und im Januar.

Die Kerninflation - also die Preisentwicklung ohne Nahrungsmittel und Energie - lag laut Statistikamt damit bei voraussichtlich 2,6 Prozent. Im Januar hatte sie noch bei 2,9 Prozent gelegen.

Die Geldpolitik-Expertin des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Silke Tobler, nannte dies "besonders wichtig". Auch in Frankreich sei die Inflationsrate "sehr deutlich gefallen", daher dürfte die Rate im Euroraum im Februar nahe am Zwei-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) liegen, führte sie aus. Sie hält eine weitere Leitzinssenkung in der kommenden Woche für "sehr wahrscheinlich" - und angesichts der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung auch für "absolut angebracht".

Auch ING-Analyst Carsten Brzeski rechnet mit einer weiteren Leitzinssenkung am kommenden Donnerstag. Auch er verwies auf niedrige Inflationsraten in Frankreich und Italien im Februar.

Die Europäische Zentralbank hatte die Leitzinsen Ende Januar erneut gesenkt. Der zentrale Leitzins, der Einlagezins, zu dem Geschäftsbanken Geld bei der EZB anlegen, liegt seitdem bei 2,75 Prozent; der Hauptrefinanzierungssatz, zu dem sich Geschäftsbanken Geld von der EZB leihen können, bei 2,90 Prozent.

Die Zentralbank hatte bis Oktober 2023 als Reaktion auf die damals hohe Inflation die Leitzinsen schrittweise angehoben; im Juni 2024 begann sie damit, die Zinsen wieder zu senken.

F.Hammond--TNT

Empfohlen

Auftragseinbruch für das Baugewerbe im Juli

Die Unternehmen im Bauhauptgewerbe haben im Juli deutlich weniger Aufträge erhalten: Im Vergleich zum Vormonat sank der Auftragseingang um 9,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Im Mai und Juni war der Auftragseingang noch ordentlich gestiegen. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich lag der Wert denn auch um 2,7 Prozent höher als in den drei Monaten zuvor.

Studie: Vergesellschaftung privater Wohnungsbestände kann sinnvolle Ergänzung sein

Eine Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände, wie dies die Berliner Linke fordert, würde den Wohnraummangel in Deutschlands Großstädten laut einer Studie nicht beheben. Dazu brauche es Neubau in großem Stil, heißt es in einer Freitag veröffentlichten Studie im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Dennoch könne die Vergesellschaftung als "ergänzendes Element" sinnvoll sein, um das Bezahlbarkeitsproblem von Mieten zu vermindern.

Konsumklima erleidet deutlichen Dämpfer - Weniger Kaufkraft befürchtet

Die Konsumstimmung in Deutschland hat sich angesichts wachsender Inflationssorgen merklich eingetrübt. Der vom Nürnberger Institut für Marktentscheidungen (NIM) ermittelte Konsumklima-Index für Oktober gab kräftig um 3,8 Punkte auf minus 30,6 Zähler nach, wie das Institut am Freitag mitteilte. Der "markante Rückgang" ist demnach neben einer gestiegenen Sparneigung vor allem auf das deutliche Abrutschen der Einkommenserwartung zurückzuführen.

Deloitte-Analyse: EU-Handelsabkommen bieten deutschen Autobauern große Chancen

Die EU-Handelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten sowie mit Indien bieten den deutschen Autobauern einer Analyse des Beratungsunternehmens Deloitte zufolge große Chancen. Vor allem bei E-Autos hätten die beiden Märkte großes Potenzial, sagte der Deloitte-Experte Harald Proff der Nachrichtenagentur AFP. Speziell auf dem indischen Markt könnten die Deutschen demnach im Premiumsegment punkten, für Südamerika und insbesondere Brasilien brauche es hingegen günstige E-Autos, um im Wettbewerb mit China zu bestehen.

Textgröße ändern: