The National Times - Schneestürme haben weite Teile der USA fest im Griff - Kälteeinbruch in Florida

Schneestürme haben weite Teile der USA fest im Griff - Kälteeinbruch in Florida


Schneestürme haben weite Teile der USA fest im Griff - Kälteeinbruch in Florida
Schneestürme haben weite Teile der USA fest im Griff - Kälteeinbruch in Florida / Foto: © GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP

Die Kältewelle in den USA hat viele Bundesstaaten weiter fest im Griff. Für North und South Carolina sowie Teile von Georgia, Kentucky, Tennessee und Virginia in der Osthälfte des Landes galt am Wochenende eine Sturmwarnung. Schnee und Eiseskälte trafen auch Staaten, in denen deutlich mildere Winter üblich sind. So ließ im eigentlich sonnenverwöhnten Florida die ungewöhnliche Kältewelle Leguane von den Bäumen stürzen. Insgesamt starben bereits mehr als hundert Menschen infolge der Wetterbedingungen.

Textgröße ändern:

Die stärksten Schneefälle wurden aus North Carolina gemeldet - einem Bundesstaat, in dem es außer in den höchsten Lagen selten schneit. In der Stadt Lexington fielen 40 Zentimeter Schnee, in Faust wurden es sogar 56 Zentimeter Neuschnee gemessen.

Gouverneur Josh Stein berichtete von rund tausend Verkehrsunfällen am Wochenende infolge der Wetterverhältnisse. Er forderte die Einwohner auf, die Straßen zu meiden. Zudem riet er den Menschen, auf Erfrierungssymptome zu achten.

Auf dramatischen Aufnahmen, die von der Polizei in Gastonia in North Carolina veröffentlicht wurden, war zu sehen, wie ein Zug mit hoher Geschwindigkeit in einen auf den Gleisen feststeckenden Sattelzug raste und das Fahrzeug zerquetschte. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand.

Zwar gab es in Florida keinen Schnee wie in North und South Carolina, Georgia, Tennessee, Kentucky und im südlichen Teil von Virginia. Dennoch fiel das Thermometer im sonst mit bis zu 23 Grad wärmeverwöhnten Orlando auf minus vier Grad - der niedrigste Wert seit gut hundert Jahren.

Auch die Tierwelt in Florida wurde hart von der ungewohnten Kälte getroffen: Der Lokalsender WPLG10 in Miami berichtete am Sonntagmorgen von "Leguan-Regen": Die wegen der sehr niedrigen Temperaturen erstarrten wechselwarmen Tiere stürzten schlichtweg aus den Bäumen. Aufnahmen in Onlinediensten zeigten die unbeweglichen Tiere auf Gehwegen im Süden Floridas.

Die Fisch- und Wildtierkommission von Florida griff sogar zu einem ungewöhnlichen Schritt: Sie erließ eine Ausnahmeverordnung, wonach Menschen wilde Leguane zu den Büros der Behörde bringen dürfen - was sonst streng verboten ist.

Der Sturm am Wochenende führte am Sonntag zudem zu mehr als 800 Flugausfällen am Flughafen von Charlotte in North Carolina, einem wichtigen Drehkreuz für die Fluggesellschaft American Airlines. Am internationalen Flughafen von Atlanta in Georgia, der weltweit das größte Passagieraufkommen hat, wurden am Wochenende rund 650 Flüge gestrichen.

Der Nationale Wetterdienst (NWS) hatte am Samstag vor einem "sich explosionsartig verstärkenden" Tiefdruckgebiet an der Südostküste gewarnt. Die Rede war von einem "intensiven Kaltlufteinbruch aus der Arktis".

Große Teile der USA kämpfen seit Tagen mit einer langsam über das Land ziehenden Kaltfront, durch die laut offiziellen Angaben und lokalen Medienberichten bereits mehr als hundert Menschen ums Leben kamen. Am Sonntag waren weiter rund 158.000 Haushalte ohne Strom, betroffen waren vor allem die Staaten Louisiana, Mississippi, Florida und Tennessee.

R.Evans--TNT

Empfohlen

Frost im Nordosten, mildes Wetter am Rhein: Februar startet mit Temperaturgefälle

Der Februar startet mit einem großen Temperaturgefälle in Deutschland. Am Montag liegt die Spanne zwischen minus acht Grad an der Oder und plus elf Grad entlang des Oberrheins, wie Nico Bauer von der Vorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach am Sonntag erklärte. Zu der eisigen Kälte in Ostseenähe komme noch ein böiger Wind dazu, so dass sich es sich fast "wie in Sibirien im Winter anfühlt".

Weiterer Toter durch Schneebruch in Bayern - Von Ast getroffener Radfahrer stirbt

In Bayern ist ein weiterer Mensch infolge des heftigen Schneefalls ums Leben gekommen. Ein in Bamberg von einem Ast getroffener Radfahrer starb am Donnerstag in einem Krankenhaus an seinen Verletzungen, wie die Polizei im oberfränkischen Bayreuth mitteilte. Der 41-Jährige war am Montag auf einem Radweg unterwegs gewesen, als ihn ein unter der Schneelast brechender Ast traf.

Zahlreiche Unfälle und Verkehrsbehinderungen durch Eisregen und Schnee

Schnee und überfrierender Regen haben am Sonntag und Montag zu zahlreichen Unfällen und massiven Verkehrsbeeinträchtigungen in Deutschland geführt. Behördenangaben zufolge blieb es meist bei Blechschäden, in einigen Fällen wurden Menschen leicht verletzt. Auch der öffentliche Nahverkehr war eingeschränkt, so fuhren am Montagmorgen etwa keine Straßenbahnen in Berlin, in der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam wurde der Busverkehr eingestellt. In einigen bayerischen und niedersächsischen Landkreisen blieben am Montag die Schulen geschlossen.

Im Nordosten droht Glatteis und ab Sonntagabend verbreitet viel Schnee

Nach dem starken Glatteis in Teilen Deutschlands hat sich die Wetterlage wieder vorübergehend entspannt. Im Nordosten Deutschlands sei aber ab Sonntagabend wieder mit neuem Glatteis zu rechnen, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mit. In der Nacht zu Montag sei in einem breiten Streifen vom Erzgebirge und der Lausitz bis zur Ostsee Unwetter durch gefrierenden Regen sehr wahrscheinlich.

Textgröße ändern: