The National Times - Umweltschützer und Wasserwirtschaft kritisieren geplantes neues Düngegesetz

Umweltschützer und Wasserwirtschaft kritisieren geplantes neues Düngegesetz


Umweltschützer und Wasserwirtschaft kritisieren geplantes neues Düngegesetz
Umweltschützer und Wasserwirtschaft kritisieren geplantes neues Düngegesetz / Foto: © AFP

Umweltschützer und die Wasserwirtschaft haben geplante Lockerungen der Vorgaben für Landwirte beim Düngen scharf kritisiert. Das Vorhaben gefährde die Trinkwasserqualität in Deutschland, erklärte Greenpeace am Freitag. In einem gemeinsamen Aufruf mit Umweltschutzverbänden warnte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) vor neuen rechtlichen Problemen mit der EU.

Textgröße ändern:

Hintergrund ist die Abschaffung der sogenannten Stoffstrombilanz. Sie verpflichtete Betriebe ab einer bestimmten Größe dazu, darüber Buch zu führen, wie viele Nährstoffe auf den Hof gelangen - etwa in Form von Futtermitteln für Tiere - und wie viele Nährstoffe den Betrieb wieder verlassen - beispielsweise in Form von Gülle. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) hatte die Vorgaben im vergangenen Jahr gestrichen und ein alternatives Monitoringsystem vorgeschlagen.

Die gesetzliche Grundlage für die neuen Regeln werden derzeit im Bundestag und Bundestag behandelt. In der Nacht zum Freitag befassten sich die Abgeordneten in erster Lesung damit, am Freitag beraten Agrar- und Umweltausschuss der Länderkammer darüber. Insbesondere der Agrarausschuss im Bundesrat fordert noch weitergehende Lockerungen.

Der BDEW und die Umweltverbände kritisieren, dass die Verursacher von Überdüngung dann nicht mehr identifiziert werden können. In vielen Gebieten in Deutschland ist das Grundwasser bereits mit Nitrat belastet, das vor allem aus der Landwirtschaft stammt. Neben Umweltfolgen steigen dadurch auch die Kosten für die Trinkwasseraufbereitung. Greenpeace wirft den Agrarpolitikern deshalb vor, "Geschäftsinteressen auf dem Rücken der Allgemeinheit durchzusetzen".

"Diese Vorschläge schwächen aus Sicht der Nitratinitiative den Schutz von Grund- und Oberflächengewässern und erhöhen das Risiko neuer rechtlicher Auseinandersetzungen mit Blick auf die Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie", erklärte das Verbändebündnis. "Damit stehen erneut rechtliche Risiken und zusätzliche Belastungen für die Wasserwirtschaft im Raum."

Die EU-Kommission war wegen der hohen Nitratwerte jahrelang gegen die Bundesregierung vorgegangen. 2018 verurteilte der Europäische Gerichtshof die Bundesrepublik, weil über Jahre hinweg nicht genug gegen das Problem unternommen worden war. Rainers Vorgänger als Bundeslandwirtschaftsminister, Cem Özdemir (Grüne), hatte deshalb 2023 eine weitere Reform des Düngegesetzes mit strengeren Vorgaben auf den Weg gebracht, woraufhin die EU-Kommission ihr Verfahren schließlich einstellte. Allerdings wurde die Reform nicht umgesetzt, stattdessen schlug Rainer dann die Lockerungen vor.

P.Barry--TNT

Empfohlen

Wadephul betont Bedeutung von Klimaschutz für die Sicherheit

Zum Auftakt der Berlin Climate and Security Conference am Dienstag in Berlin hat Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) die Bedeutung von Klimaschutzmaßnahmen für die Sicherheit von Staaten betont. "Wenn Russland diesen Winter erneut gezielt die Energieinfrastruktur der Ukraine angreift, könnten dezentrale, erneuerbare Energiequellen zur Lebensversicherung werden", erklärte Wadephul nach Angaben des Auswärtigen Amts. "Investitionen in den Klimaschutz sind auch Investitionen in unsere Sicherheit."

UN-Klimagipfel: Möglicherweise entscheidende Vorverhandlungen auf Fidschi-Inseln

Einen Monat vor dem UN-Klimagipfel in der Türkei haben auf den Fidschi-Inseln die möglicherweise entscheidenden Vorverhandlungen begonnen. Fidschis Klimaschutzministerin Lynda Tabuya forderte die Industrieländer zum Auftakt der Beratungen in der Stadt Nadi eindringlich auf, einen "gerechten Übergang" zu erneuerbaren Energien zu unterstützen. Der UN-Klimagipfel (COP31) findet im November in Antalya statt, eine Einigung über die wichtigsten Fragen steht bisher noch aus.

Vorbereitungstreffen für UN-Klimagipfel auf den Fidschi-Inseln

Einen Monat vor dem UN-Klimagipfel in der Türkei kommen Unterhändler aus aller Welt ab Montag auf den Fidschi-Inseln zu möglicherweise entscheidenden Vorverhandlungen zusammen. An den viertägigen Beratungen in der Stadt Nadi nehmen auch mehrere Staats- und Regierungschefs der Pazifikregion teil. Sie wollen die Zusammenkunft nutzen, um auf die Gefahren des Klimawandels für ihre Länder hinzuweisen. Diese sind durch den nach UN-Angaben im Rekordtempo steigenden Meeresspiegel besonders bedroht.

Niedrigwasser: Umweltminister ruft Länder zu Investitionen in Wasserinfrastruktur auf

Angesichts der niedrigen Pegelstände deutscher Gewässer hat Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) die Bundesländer zu massiven Investitionen in die Wasserinfrastruktur aufgerufen - die Bundesnetzagentur warnte vor Auswirkungen des Niedrigwassers auf die Energieversorgung. "Die Lage am Rhein und am Bodensee ist eine dramatische Belastung, nicht nur für die Natur, sondern auch für die Wirtschaft", sagte Schneider dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Sonntag). Deutschland brauche einen anderen Umgang mit Wasser, betonte der Minister.

Textgröße ändern: