The National Times - Breites Bündnis fordert Nachhaltigkeitsstrategie für das Gesundheitswesen

Breites Bündnis fordert Nachhaltigkeitsstrategie für das Gesundheitswesen


Breites Bündnis fordert Nachhaltigkeitsstrategie für das Gesundheitswesen
Breites Bündnis fordert Nachhaltigkeitsstrategie für das Gesundheitswesen / Foto: © AFP/Archiv

Ein breites Bündnis aus Krankenkassen sowie Gesundheits- und Wirtschaftsverbänden fordert eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie für das Gesundheitswesen. "Nachhaltigkeit muss in den anstehenden Strukturreformen verbindlich verankert werden, damit das deutsche Gesundheitswesen langfristig finanzierbar bleibt und den internationalen Anschluss nicht verliert", heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Eckpunktepapier. Damit senden die Unterzeichner ein Signal an die Politik für die anstehenden Reformen im Gesundheitsbereich.

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Nachhaltigkeit sei "keine ökologische Zusatzforderung", sondern "Grundbedingung für ein zukunftsfähiges, resilientes und finanzierbares Gesundheitssystem", heißt es in dem Papier des Bündnisses. Zu diesem haben sich insgesamt 33 Organisationen aus der nachhaltigen Wirtschaft und Industrie, Forschung und Wissenschaft sowie dem Krankenkassenbereich zusammengeschlossen. Trotz unterschiedlicher Interessen und Perspektiven seien sich alle darin einig, "dass Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit, Qualität und Finanzierbarkeit nicht länger getrennt gedacht werden dürfen".

Als gemeinsamer strategischer Rahmen soll das Papier in Kürze der Bundesregierung und dem Bundestag übergeben werden. Ziel sei es, die Eckpunkte unter Federführung des Gesundheitsministeriums "zu einer verbindlichen Nachhaltigkeitsstrategie weiterzuentwickeln" und in den anstehenden Reformen im Gesundheitswesen "fest zu verankern".

Dabei gehe es "nicht um weniger Versorgung, sondern um bessere: wirksam, präventiv, ressourcenschonend und am tatsächlichen Bedarf der Patientinnen und Patienten orientiert", erklärten die Unterzeichner. "Wer das jetzt versäumt, zahlt später einen höheren Preis."

Die Eckpunkte benennen Handlungsbedarfe in neun zentralen Bereichen: Governance, Prävention und Versorgungsplanung, ambulante, pflegerische und stationäre Versorgung, Arzneimittel, Medizinprodukte, Abfallreduktion, Transport und Digitalisierung.

"Kurzfristige Kostendämpfung allein wird die strukturellen Probleme des Gesundheitswesens nicht lösen", erklärte Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des BKK Dachverbandes. "Langfristige Stabilität kann nur erreicht werden, wenn die Art und Organisation der Versorgung auch ressourcenschonend weiterentwickelt werden."

Nachhaltigkeit sei daher "kein Add-on, um das wir uns erst kümmern können, wenn andere Probleme im Gesundheitswesen und in der GKV gelöst sind". Inzwischen sei sie "Grundvoraussetzung" für die "langfristige Versorgungssicherheit, die Versorgungsqualität und die Finanzierbarkeit unseres Gesundheitssystems". Und sie sei "ein wichtiger Standortfaktor für Deutschland".

Beim Thema Nachhaltigkeit rückten unter anderem Arzneimittel, Medizinprodukte und Lieferketten zunehmend in den Fokus. "Sie zählen zu den relevanten Emissions- und Ressourcentreibern im System". Das Bündnis fordert vergleichbare Standards, Planungssicherheit und einen "klaren politischen Rahmen".

"Nachhaltigkeit ist für Ärztinnen und Ärzte keine abstrakte Klimafrage, sondern eine Frage der Versorgungsqualität", erklärte dazu Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer. "Gute Medizin bedeutet auch, Ressourcen verantwortungsvoll einzusetzen und Prävention zu stärken."

W.Phillips--TNT

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