The National Times - Hantavirus-Schiff beendet Reise in Rotterdam - Letzte Menschen gehen von Bord

Hantavirus-Schiff beendet Reise in Rotterdam - Letzte Menschen gehen von Bord


Hantavirus-Schiff beendet Reise in Rotterdam - Letzte Menschen gehen von Bord
Hantavirus-Schiff beendet Reise in Rotterdam - Letzte Menschen gehen von Bord / Foto: © AFP

Die von einem Hantavirus-Ausbruch betroffene "Hondius" hat in Rotterdam ihre Reise beendet - die ersten der noch an Bord verbliebenen 27 Menschen verließen am Montag unter strikten Sicherheitsvorkehrungen das Kreuzfahrtschiff. In weißen Schutzanzügen und mit Taschen und Kisten voller Habseligkeiten betraten sie den Hafen von Rotterdam, wo für sie eigens ein Quarantäne-Containerdorf aufgebaut worden war. Auch der Leichnam einer an den Folgen einer Hantavirus-Infektion gestorbenen Deutschen sollte von Bord gebracht werden.

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Mit dem Schiff kamen 25 Besatzungsmitglieder und zwei medizinische Fachkräfte in Rotterdam an, die nach der Evakuierung aller Passagiere auf dem Schiff geblieben waren. Sie trugen bei der Einfahrt in den Hafen Schutzmasken, mehrere Stunden nach der Ankunft verließen die ersten von ihnen das Schiff. Nun steht ihnen eine längere Quarantäne bevor.

An Bord der "Hondius" war es während einer Kreuzfahrt von Argentinien zu den Kapverden zu dem Hantavirus-Ausbruch gekommen. Drei Passagiere starben, neben der Deutschen ein niederländisches Ehepaar.

Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage offizieller Angaben wurde das Virus bislang bei sieben Patienten bestätigt, bei einem achten gilt eine Infektion als wahrscheinlich. Zuletzt war am Sonntag ein von dem Schiff evakuierter Passagier in Kanada positiv getestet worden.

Vor gut einer Woche hatten mehr als 120 Passagiere und Besatzungsmitglieder das Kreuzfahrtschiff verlassen und von Teneriffa aus mit Sondermaschinen die Heimreise angetreten. Wegen der langen Inkubationszeit und des potenziell tödlichen Verlaufs der Infektion werden die von der "Hondius" geholten Menschen weiter medizinisch überwacht.

Nach der Evakuierungsaktion blieb nur eine Rumpfbesatzung aus 25 Crewmitgliedern an Bord, die von zwei medizinischen Fachkräften nach Rotterdam begleitet wurde. Es handelt sich nach Angaben des niederländischen Kreuzfahrtveranstalters Oceanwide Expeditions um 17 Philippiner, vier Niederländer, vier Ukrainer, einen Russen und einen Polen.

Obwohl alle 27 Menschen an Bord den Angaben zufolge bis zuletzt symptomfrei waren, müssen sie an Land vorerst in Quarantäne oder Selbstisolation. Dafür wurde im Hafen von Rotterdam ein Containerdorf aufgebaut. Das Schiff soll nach Angaben von Oceanwide Expeditions gründlich gereinigt und desinfiziert werden.

Der Leichnam der Deutschen sollte nach Behördenangaben von einem spezialisierten Bestattungsunternehmen von Bord geholt werden. Wie die Leiterin der Gesundheitsbehörde der Region Rotterdam-Rijnmond, Yvonne van Duijnhoven, AFP sagte, wird er in Absprache mit der Familie in ein Krematorium in der Nähe des Amsterdamer Flughafens Schiphol gebracht und eingeäschert. Die Asche wird dann der Familie übergeben.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft das Risiko durch den Hantavirus-Ausbruch auf der "Hondius" für die Allgemeinbevölkerung weiterhin als gering ein. Zwar könnten bei Passagieren und Besatzungsmitgliedern, die vor der Umsetzung von Schutzmaßnahmen Kontakt mit dem Virus hatten, weitere Fälle auftreten, erklärte die WHO am Sonntagabend. Das Risiko einer Weiterverbreitung werde nun aber sinken.

Bei dem Virusstamm, der sich auf der "Hondius" verbreitete, handelte es sich um das Andesvirus. Es ist der einzige Hantavirusstamm, der nachweisbar von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Gegen das schwere Atemwegserkrankungen verursachende Virus gibt es keine Impfung und auch keine Behandlung.

P.Murphy--TNT

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