Zehntausende Menschen nehmen an Klimamarsch in Brüssel teil
Gut vier Wochen vor Beginn der UN-Klimakonferenz in Antalya haben in Brüssel zehntausende Menschen an einer Demonstration für mehr Klimaschutz teilgenommen. An dem Protestmarsch, zu dem rund hundert Organisationen und Gewerkschaften aufgerufen hatten, beteiligten sich nach Angaben der belgischen Polizei rund 45.000 Demonstrantinnen und Demonstranten. Sie zogen zum Europaviertel, wo die EU-Institutionen ihren Sitz haben.
"Es gibt eine sehr große Besorgnis in der Bevölkerung, nicht nur unter den Demonstrierenden heute", sagte der Wirtschaftswissenschaftler Étienne de Callatay, der am Klimamarsch teilnahm. "Die große Hitze, die wir in diesem Sommer erlebt haben, haben alle mitbekommen", fügte er hinzu. Die Politik dürfe nicht nur auf Lobbygruppen hören und keine Angst vor Wahlniederlagen haben, "wenn sie mutige Schritte im Umweltbereich ergreift."
Die Demonstrantin Aurore Schreiber, die für eine Entwicklungsorganisation arbeitet, nahm zusammen mit ihrer Familie am Klimamarsch teil, "damit die Politiker aufwachen" und sich "die Forderungen junger und besonders benachteiligter Menschen anhören".
Die Klimakonferenz COP31 findet vom 9. bis 20. November in Antalya statt. Sie wird von der Türkei gemeinsam mit Australien ausgerichtet. Bei der UN-Klimakonferenz in Brasilien im vergangenen Jahr hatten sich die Delegierten nicht auf einen gemeinsamen Fahrplan zum Ausstieg aus fossilen Energien einigen können. Seitdem sind die Verhandlungen über den weltweiten Klimaschutz nicht wirklich vorangekommen.
S.O'brien--TNT