The National Times - Wärmeliebende Vögel profitieren vom Klimawandel - Artenschwund auf Agrarflächen

Wärmeliebende Vögel profitieren vom Klimawandel - Artenschwund auf Agrarflächen


Wärmeliebende Vögel profitieren vom Klimawandel - Artenschwund auf Agrarflächen
Wärmeliebende Vögel profitieren vom Klimawandel - Artenschwund auf Agrarflächen / Foto: © AFP/Archiv

Wärmeliebende Vogelarten profitieren in Deutschland vom Klimawandel und breiten sich weiter aus - im Agrarland hält der Artenschwund dagegen an. Das geht aus einer am Dienstag in Bonn vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) veröffentlichten Bestandsaufnahme von insgesamt 304 in Deutschland brütenden und 125 rastenden Vogelarten hervor.

Textgröße ändern:

Die Daten wurden überwiegend von tausenden, meist ehrenamtlichen Helfern zusammengetragen und vom Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) ausgewertet. Zu Arten, deren Bestände in den vergangenen 24 Jahren am stärksten zunahmen, gehören danach Bienenfresser, Zaunammer, Wiedehopf und Purpurreiher-Vogelarten, die ihr Brutgebiet aktuell weiter nach Norden ausdehnen und damit von dem wärmeren Klima und milderen Wintern profitieren.

"Erstmals können wir bei einer Reihe von Vogelarten Bestandstrends beobachten, die sich mit Auswirkungen des Klimawandels in Zusammenhang bringen lassen", erklärte DDA-Vorstandschef Tobias Erik Reiners.

Schlecht sieht es hingegen besonders auf Äckern und Wiesen aus. Gleich sieben Arten, die landwirtschaftliche Flächen zum Brüten nutzen, zählen zu den größten Verlierern der vergangenen 24 Jahre. So wurden bei Alpenstrandläufer, Rebhuhn, Bekassine, Kiebitz, Wachtelkönig, Braunkehlchen und Uferschnepfe Rückgänge zwischen 59 Prozent und 84 Prozent beobachtet.

Insgesamt hat sich die Bestandssituation der heimischen, regelmäßig brütenden Vogelarten im Vergleich zum letzten Berichtszeitraum leicht verbessert. Zwischen 2010 und 2022 nahmen 40 Prozent der Vogelarten im Bestand zu, während 30 Prozent zurückgingen.

Hoffnung macht den Vogelexperten die Wirkung konsequenter Schutzmaßnahmen. So profitieren unter anderem Großvogelarten wie Uhu, Großtrappe, Kranich und Seeadler von Artenhilfsprogrammen, nachlassender Verfolgung und dem Verbot schädlicher Umweltgifte. "Die positive Bestandsentwicklung bei vielen Arten unterstreicht, wie wirkungsvoll konsequentes Management sein kann – in Schutzgebieten und darüber hinaus", erklärte BfN-Präsidentin Sabine Riewenherm.

Deutschland ist verpflichtet, im Rahmen der EU-Vogelschutzrichtlinie alle sechs Jahre einen nationalen Bericht zur Entwicklung des Vogelbestands zu übermitteln. Dieser dient auch als Grundlage für Entscheidungen beim Natur- und Vogelschutz.

R.Hawkins--TNT

Empfohlen

Frankreich mahnt zur weltweiten Reduzierung von Methan-Ausstoß

Frankreich und mehrere weitere Länder haben ein schnelleres Handeln zur Verringerung des weltweiten Methan-Ausstoßes gefordert. Es brauche schnelle Lösungen, sagte die französische Umweltministerin Monique Barbut am Montag in Paris. Frankreich hatte das Treffen im Rahmen seiner G7-Präsidentschaft einberufen. "Es ist eindeutig: Der Energiesektor bietet die schnellsten und häufig auch die kostengünstigsten Möglichkeiten, den Ausstoß zu reduzieren", betonte Barbut.

Waldbrand bei brandenburgischem Jüterbog breitet sich aus

Der am Freitag ausgebrochene Waldbrand auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz nahe des brandenburgischen Jüterbog hat sich weiter ausgebreitet. "Das Feuer frisst sich nach und nach durch", sagte der Waldbrandschutzbeauftragte des Landes, Raimund Engel, am Sonntag dem Sender RBB. Inzwischen brenne es auf einer Fläche von 113 Hektar.

Buckelwal in offene Nordsee gebracht - Weiterer Verbleib aber zunächst unklar

Der mehrfach in der Ostsee gestrandete Buckelwal ist am Samstagmorgen am Skagerrak von seinem Transportkahn in die offene Nordsee gelangt. Von Seiten der privaten Rettungsinitiative hieß es, das Tier sei frei und zunächst zumindest auch in die richtige Richtung geschwommen. Allerdings blieben eine Reihe von Fragen offen, zumal über erhoffte Peilsignale vorerst nichts bekannt wurde.

EU verbietet Blei in gängigen Angelködern

Anglerinnen und Angler in der Europäischen Union dürfen ihre Köder in Zukunft nicht mehr mit Blei beschweren. Vertreter der 27 EU-Länder stimmten in einem Unterausschuss der EU-Kommission dafür, bestimmte Bleiköder in den kommenden Jahren schrittweise zu verbieten, wie aus am Donnerstag veröffentlichten Dokumenten hervorgeht. Grund ist, dass das Schwermetall Tieren und Menschen schaden kann.

Textgröße ändern: