The National Times - Zunächst kein EuGH-Gutachten zum Investitionsschutz für Energiewirtschaft

Zunächst kein EuGH-Gutachten zum Investitionsschutz für Energiewirtschaft


Zunächst kein EuGH-Gutachten zum Investitionsschutz für Energiewirtschaft
Zunächst kein EuGH-Gutachten zum Investitionsschutz für Energiewirtschaft / Foto: © AFP/Archiv

Im Streit um den geplanten Schlichtungsmechanismus für internationale Investitionen der Energiewirtschaft wird es vorerst kein Gutachten des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) geben. Der Antrag Belgiens auf ein solches Gutachten ist verfrüht, teilte der EuGH am Donnerstag in Luxemburg mit. Es lägen noch nicht ausreichend Informationen zu dem geplanten Abkommen vor. (Az: (Avis) 1/20)

Textgröße ändern:

Der Vertrag über die Energiecharta wurde ursprünglich 1994 rechtskräftig unterzeichnet. Ziel war es, Osteuropa und die Nachfolgestaaten der Sowjetunion in die europäischen Energiemärkte einzubeziehen. Unter anderem sieht dieser Vertrag den wechselseitigen Schutz von Investitionen vor. Für Streitfälle gibt es außergerichtliche Schiedsstellen.

Derzeit wird über eine Novelle der Energiecharta verhandelt. Umweltschützer verweisen nun darauf, dass der bisherige "Streitbeilegungsmechanismus" zu erfolgreichen Klagen ausländischer Investoren gegen Maßnahmen des Klimaschutzes führen könnte. Die EU müsse daher auf einem geänderten Streitbeilegungsverfahren bestehen.

Vor der Unterzeichnung internationaler Verträge durch die EU haben unter anderem die Mitgliedsstaaten die Möglichkeit, hierzu ein Rechtsgutachten des EuGH anzufordern. Vor dem Hintergrund des Streits um das außergerichtliche Schlichtungsverfahren hat Belgien dies getan.

Der EuGH lehnte diesen Antrag nun jedoch als verfrüht und daher unzulässig ab. Die Verhandlungen seien noch in einem sehr frühen Stadium. Zwar sei eine Neuverhandlung des Schlichtungsverfahrens bislang nicht geplant, die EU könne dies aber immer noch erreichen. Verhandelt werde zudem auf jeden Fall über die Definition der Begriffe "Investition" und "Investor". Diese Definitionen seien maßgeblich für Anwendungsbereich und Tragweite des Streitbeilegungsmechanismus.

Angesichts dieser Ungewissheiten lägen noch nicht ausreichend Informationen für eine rechtliche Bewertung durch den EuGH vor, erklärten die Luxemburger Richter. "Daher erscheint der Gutachtenantrag verfrüht."

Ein Teil der Staaten, die sich neben Belgien an dem Verfahren beteiligt haben, strebe zudem offenbar eine rechtliche Bewertung des derzeitigen Schlichtungsmechanismus der Energiecharta an. Weil dieser Mechanismus aber bereits in Kraft sei, sei dies dem Zweck des Gutachterverfahrens aber fremd. Für Streitigkeiten innerhalb der EU habe der EuGH ohnehin bereits im September 2021 entschieden, dass der Streitbeilegungsmechanismus gegen den Grundsatz der Autonomie des EU-Rechts verstößt und daher nicht anwendbar ist.

T.F.Russell--TNT

Empfohlen

Klimaschutzprogramm der Regierung: Neue Maßnahmen auf Weg zu Treibhausgasneutralität

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat eine Reihe zusätzlicher Maßnahmen vorgeschlagen, um bis 2045 wie vorgesehen Klimaneutralität in Deutschland zu erreichen. Das geht aus dem Entwurf für das neue Klimaschutzprogramm der Regierung hervor, der am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP in Berlin vorlag. Enthalten ist unter anderem eine stärkere Förderung des klimafreundlichen Austauschs von Heizungen. Der Klimaeffekt vieler genannter Maßnahmen wird allerdings nicht genau beziffert.

Umweltminister Schneider will Gebäudesanierungen und "Klimahandwerk" stärker fördern

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat zahlreiche Maßnahmen vorgeschlagen, um die Klimaneutralität bis 2045 zu erreichen. Schneider will etwa die Förderung für den klimafreundlichen Heizungsaustausch erhöhen, wie aus dem Entwurf des "Klimaschutzprogramms 2026" hervorgeht, der der "Bild" (Dienstagsausgabe) vorlag. So sollen Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von bis zu 30.000 Euro künftig 40 Prozent statt bisher 30 Prozent Kostenzuschuss erhalten.

Tausende demonstrieren in Mailand gegen Olympische Spiele - Zusammenstöße mit Polizei

Tausende Menschen haben am Tag nach der Eröffnungsfeier in Mailand gegen die in Norditalien stattfindenden Olympischen Winterspiele protestiert. Dabei kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstrierenden und der Polizei, als einige Teilnehmer Feuerwerkskörper zündeten und Steine auf die Einsatzkräfte warfen. Die Polizei trieb die Menge mit Wasserwerfern auseinander.

Erfolg für Artenschutz: Vom Aussterben bedrohte Schnecke wieder in Bermuda angesiedelt

Die Schnecke ist klein, der Erfolg für den Artenschutz jedoch riesig: Wissenschaftler haben die einstmals vom Aussterben bedrohte Bermuda-Landschnecke nach eigenen Angaben erfolgreich wieder auf der Insel im Nordatlantik angesiedelt. Die Schneckenart "wurde offiziell vom Aussterben gerettet", erklärten die Experten des Zoos im nordenglischen Chester am Samstag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Dem Fachmagazin Oryx zufolge leben auf Bermuda mittlerweile wieder sechs Kolonien der Schneckenart.

Textgröße ändern: