The National Times - Medizinnobelpreis-Gewinner: Forschung könnte zu besserer Covid-Behandlung führen

Medizinnobelpreis-Gewinner: Forschung könnte zu besserer Covid-Behandlung führen


Medizinnobelpreis-Gewinner: Forschung könnte zu besserer Covid-Behandlung führen
Medizinnobelpreis-Gewinner: Forschung könnte zu besserer Covid-Behandlung führen / Foto: © digital/AFP

Die Forschung des diesjährigen Gewinners des Nobelpreises für Medizin, Svante Pääbo, könnte nach dessen Einschätzung zu besseren Behandlungsmethoden gegen Covid-19 führen. Er forsche vor allem aus wissenschaftlichem Interesse, aus "Neugier", sagte Pääbo am Montag in Leipzig. Aber die Entschlüsselung der DNA der Neandertaler, für die er ausgezeichnet wird, könne auch von konkreter "medizinischer Bedeutung" sein, zum Beispiel in der Corona-Pandemie.

Textgröße ändern:

"Der größte genetische Risikofaktor, um schwer zu erkranken und sogar zu sterben, wenn man infiziert wird von dem Virus, kommt vom Neandertaler zum modernen Menschen", führte der Schwede aus. Er und sein Team würden dies nun intensiv untersuchen "und versuchen zu verstehen, was der funktionale Unterschied ist. Und das könnte zu besseren Behandlungen führen."

Der in Stockholm geborene Pääbo lebt seit vielen Jahren in Deutschland. Er ist am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig tätig und gilt als Begründer der Paläogenetik, einer Forschungsdisziplin, die sich mit der Analyse genetischer Proben aus Fossilien und prähistorischen Funden befasst.

"Die genetischen Unterschiede zwischen Homo sapiens und unseren heute ausgestorbenen nächsten Verwandten waren unbekannt, bis sie durch Pääbos Arbeit identifiziert wurden", begründete das Nobelkomitee seine am Montag bekanntgegebene Entscheidung. Der Neandertaler lebte eine Zeit lang gleichzeitig mit dem frühen Homo sapiens, bevor er vor etwa 30.000 Jahren vollständig ausstarb.

"Was mich besonders interessiert im Moment, sind genetische Veränderungen, die entstanden sind in der menschliche Linie, seitdem wir uns getrennt haben von den Neandertalern", sagte Pääbo. Und unter diesen Veränderungen seien vielleicht einige, die bei der Beantwortung der "größten Frage" in der Menschheitsgeschichte wichtig sind: "Warum ist der Mensch so zahlreich geworden, hat so große Gesellschaften gebildet und so weiter?"

P.Murphy--TNT

Empfohlen

Ministerin Bär wirbt für Deutschland als Technologie-Standort

Anlässlich des internationalen Investitionsgipfels in Berlin hat Bundesforschungsministerien Dorothee Bär (CSU) für Deutschland als Technologie-Standort geworben. "Deutschland kann auch heute noch Spitzen-Technologie, wir brauchen uns nicht zu verstecken", sagte die für Technologie zuständige Ministerin der "Augsburger Allgemeinen" (Dienstagausgabe).

Festveranstaltung zu 65 Jahre Anwerbeabkommen mit der Türkei

In Berlin findet am Dienstagnachmittag eine Festveranstaltung zum 65. Jahrestag des Abschlusses des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens statt (16.00 Uhr). Neben Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wird dort unter anderem auch der türkische Botschafter Gökhan Turan sprechen. Die Bundesregierung hatte am 30. Oktober 1961 mit der Türkei eine Vereinbarung zur Entsendung von Arbeitnehmern geschlossen. Grund war der hohe Bedarf an Arbeitskräften der stark wachsenden deutschen Wirtschaft.

Mit deutscher Unterstützung: Japanische Weltraummission zur Erkundung der Marsmonde gestartet

Start einer historischen Weltraummission mit deutscher Unterstützung: Japans Raumfahrtbehörde Jaxa will erstmals Material von der Marsregion zur Erde bringen und hat dazu eine Raumsonde ins All geschickt. Gut eine Stunde nach dem Start der Trägerrakete in Japan am frühen Dienstag (Ortszeit, Montagabend MESZ) löste sich laut Jaxa die Sonde, welche die zwei Marsmonde erforschen soll. An Bord war der deutsch-französische Rover Idefix. Bundesraumfahrtministerin Dorothee Bär (CSU) erklärte, sie sei "stolz" auf den deutschen Beitrag zur Mission.

Fluchtgefahr: Ex-Ingenieur von OpenAI bleibt nach Abhörvorwürfen in Untersuchungshaft

Ein früherer saudiarabischer Angestellter des US-Unternehmens OpenAI, der ein Aufnahmegerät in einem Konferenzraum des Konzerns in San Francisco installiert haben soll, bleibt nach US-Justizangaben wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft. US-Bezirksrichter Alex Tse wies am Montag einen Antrag der Anwälte von Abdulrahman Alfozan auf Freilassung zurück. Es bestehe ein "erhebliches" Risiko, dass der Festgenommene nicht erneut vor Gericht erscheinen werde.

Textgröße ändern: