The National Times - Opferbeauftragte betont gesamtdeutsche Verantwortung für Opfer der SED-Diktatur

Opferbeauftragte betont gesamtdeutsche Verantwortung für Opfer der SED-Diktatur


Opferbeauftragte betont gesamtdeutsche Verantwortung für Opfer der SED-Diktatur
Opferbeauftragte betont gesamtdeutsche Verantwortung für Opfer der SED-Diktatur / Foto: © AFP/Archiv

Die SED-Opferbeauftragte Evelyn Zupke hat bei der Übergabe ihres ersten Jahresberichts die gesamtdeutsche Verantwortung für die Opfer der SED-Diktatur betont. Als Beispiele für die Verflechtungen zwischen Ost und West nannte Zupke am Donnerstag die Fluchtbewegungen und den Häftlingsfreikauf, aber auch die Zwangsarbeit, die politische Häftlinge in den DDR-Gefängnissen für westdeutsche Konzerne leisten mussten. Die Opferbeauftragte forderte zudem, die Anerkennung verfolgungsbedingter Gesundheitsschäden zu erleichtern.

Textgröße ändern:

Sie habe "ganz bewusst" entschieden, dem Bundestag ihren ersten Jahresbericht zum Jahrestag des blutig niedergeschlagenen DDR-Volksaufstands von 1953 vorzulegen, erklärte Zupke. "Der 17. Juni ist über die Jahrzehnte sowohl zu einem Symbol für den Widerstand der Menschen in der DDR als auch für die Brutalität der SED-Diktatur geworden." Sie wolle den Tag dafür nutzen, "um von den Menschen zu berichten, die bis heute unter den Folgen des SED-Unrechts leiden".

Der Jahresbericht 2022 enthalte konkrete Schritte, "um die soziale Lage der Opfer zu stabilisieren, um Gerechtigkeitslücken in den Gesetzen zu schließen und die Anerkennung von verfolgungsbedingten Gesundheitsschäden zu vereinfachen", so Zupke. Bei der Anerkennung dieser Gesundheitsschäden "scheitert die breite Mehrheit der Opfer", fügte sie hinzu.

Seit mehr als zwanzig Jahren werde versucht, durch Änderungen und Ergänzungen der bestehenden Regelungen eine Verbesserung zu erreichen. "Bis heute ohne durchschlagenden Erfolg", kritisierte die Opferbeauftragte. Sie wandte sich gegen "Kosmetik am bestehenden Regelungsrahmen".

Stattdessen schlage sie vor, "dass auf Grundlage klar definierter Kriterien wie politische Haft oder Zersetzung, und definierter Krankheitsbilder der Zusammenhang zwischen dem schädigenden Ereignis und dem heutigen Gesundheitsschaden als gegeben vorausgesetzt wird". Eine solche konkretisierte Vermutungsregelung werde seit Jahren für die durch Auslandseinsätze körperlich und psychisch geschädigten Soldaten angewandt. "Mit dieser Regelung für die SED-Opfer würden unnötige Bürokratiekosten gespart und das Vertrauen der Opfer in den Rechtsstaat gestärkt werden."

Mit Blick auf die Zwangsarbeit politischer Häftlinge erklärte die Opferbeauftragte: "Keine heutige Vorstandsvorsitzende und kein heutiger Geschäftsführer sind dafür verantwortlich, was damals in den Gefängnissen im Auftrag westdeutscher Firmen geschah." Die aktuellen Unternehmensleitungen trügen aber Verantwortung dafür, "wie die Firmen heute mit den dunklen Kapiteln der Unternehmensgeschichte umgehen". Sie setze sich dafür ein, "dass die Firmen ihre historische Verantwortung annehmen und sich an der Unterstützung der SED-Opfer beteiligen".

Lewis--TNT

Empfohlen

Vom Kaiserpalast zu Hightech-Robotern: Merz schließt China-Reise ab

Vom Kaiserpalast bis zu Hightech-Robotern mit Kung-Fu-Künsten: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat am Donnerstag seinen zweitägigen Antrittsbesuch in China mit dem Besuch historischer Stätten und Unternehmensbesuchen zu Zukunftstechnologien abgeschlossen.

Anwalt: Anführer des gescheiterten Putsches von 1981 in Spanien gestorben

Der Anführer des gescheiterten Putsches im Jahr 1981 in Spanien, Antonio Tejero, ist nach Angaben des Anwalts seiner Familie im Alter von 93 Jahren gestorben. Der Oberstleutnant der Guardia Civil sei "ein Mann der Ehre, unerschütterlichen Glaubens und großer Liebe zu Spanien" gewesen, erklärte der Anwalt Luis Felipe Utrera Molina am Mittwoch im Onlinedienst X. Tejeros Umsturzversuch hatte wenige Jahre nach dem Ende der faschistischen Diktatur von Francisco Franco Spaniens junge Demokratie erschüttert und letztlich gestärkt.

Deutsche Ministerien setzen fast vollständig auf US-Suchmaschinen

Erste quantitative Untersuchung 100 Tage nach dem Digitalgipfel

Erste medizinische Evakuierung der ISS: Raumfahrer geht es wieder "sehr gut"

Seinetwegen gab es Mitte Januar die erste medizinische Evakuierungsaktion in der Geschichte der Internationalen Raumstation - nun geht es dem US-Astronauten Mike Fincke wieder "sehr gut". Dies geht aus einer kurzen Erklärung hervor, die am Mittwoch von der US-Raumfahrtagentur Nasa veröffentlicht wurde. Dabei wurde auch erstmals mitgeteilt, dass der Gesundheitszustand des 58-jährigen Fincke der Auslöser für die Evakuierung seines vierköpfigen Teams war.

Textgröße ändern: