The National Times - Ehemaliger Gewichtheber-Präsident Ajan lebenslang gesperrt

Ehemaliger Gewichtheber-Präsident Ajan lebenslang gesperrt


Ehemaliger Gewichtheber-Präsident Ajan lebenslang gesperrt
Ehemaliger Gewichtheber-Präsident Ajan lebenslang gesperrt / Foto: © SID

Der Ungar Tamas Ajan (83), ehemaliger Präsident des Gewichtheber-Weltverbandes IWF, ist wegen Dopingvertuschung lebenslang gesperrt worden. Zu diesem Urteil kam der Internationale Sportgerichtshof CAS am Donnerstag. Mit demselben Strafmaß wurde der Rumäne Nicu Vlad (58), Olympiasieger von 1984, als Mittäter belegt.

Textgröße ändern:

Beide seien an der "Manipulation des Dopingkontrollverfahrens und an der Beihilfe zu Verstößen gegen die Anti-Doping-Bestimmungen beteiligt" gewesen, "in die mehrere Gewichtheber über einen Zeitraum von mehreren Jahren seit 2012 verwickelt waren", befand der CAS.

"Angesichts der Schwere der Verstöße gegen die Anti-Doping-Bestimmungen und der Dauer, über die sie begangen wurden, hat der Einzelschiedsrichter entschieden, dass eine lebenslange Unwählbarkeit die angemessene Strafe ist", hieß es weiter. Die detaillierten Urteile werden zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht.

Die Fälle von Ajan, der 2020 unter erheblichem Druck nach 20 Jahren an der IWF-Spitze zurückgetreten war, und des ehemaligen Vizepräsidenten Vlad wurden dem CAS im vergangenen Dezember von der Internationalen Testagentur ITA vorgelegt. Die ITA wertete in einer Stellungnahme das CAS-Urteil vom Donnerstag als "klaren Beweis" dafür, dass ihr "unabhängiger, faktenorientierter und unparteiischer Ansatz bei der Dopingbekämpfung klare und umsetzbare Ergebnisse zugunsten eines sauberen Sports" bringe.

Ajan und Vlad standen seit Veröffentlichung der ARD-Dokumentation "Geheimsache Doping - der Herr der Heber" im Januar 2020 im Zentrum eines Doping- und Korruptionsskandals, in dessen Folge die IWF zur Erneuerung gezwungen war. Der infolge der Enthüllungen eingesetzte Sonderermittler Richard McLaren kam zu dem Schluss, dass die erhobenen Vorwürfe zutrafen. Das Gewichtheben steht unter strenger Beobachtung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

T.F.Russell--TNT

Empfohlen

Nach 2:0-Führung: Wamser ernüchtert die Bayern-Frauen

Ernüchterung in Unterhaching: Die Fußballerinnen des FC Bayern haben zum Start in die neue Champions-League-Saison einen ersten Dämpfer kassiert. Die Mannschaft von Trainer José Barcala gab bei ihrem ersten Pflichtspiel in ihrer neuen Europapokal-Heimat auch wegen eines späten Treffers von Nationalspielerin Carlotta Wamser (86.) eine 2:0-Führung aus der Hand und kam gegen den englischen Double-Gewinner Manchester City nur zu einem 2:2 (2:1).

Volleyballer scheiden im EM-Viertelfinale aus

Die deutschen Volleyballer haben bei der Europameisterschaft eine Sensation gegen Polen verpasst und sind im Viertelfinale ausgeschieden. Die Mannschaft von Bundestrainer Massimo Botti verlor am Dienstag im bulgarischen Sofia 0:3 (23:25, 17:25, 17:25) gegen den Titelverteidiger und Weltranglistenersten. Bester Scorer für Deutschland war Erik Röhrs mit zwölf Punkten.

München und NRW-Städte bei deutscher Olympia-Bewerbung vorn

Im Rennen um den deutschen Olympia-Bewerber hat München kurz vor der entscheidenden Abstimmung hauchdünn die Nase vorn - vor der Region Köln/Rhein-Ruhr. Berlins Bewerbung schneidet im Bericht der Evaluierungskommission mit Abstand am schlechtesten ab, wie der Sport-Informations-Dienst (SID) am Dienstag berichtete. Der Kommissionsbericht ist ein wesentlicher Faktor für die am Samstag erwartete Abstimmung innerhalb des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB).

DOSB: Kommission sieht München dicht vor Köln/Rhein-Ruhr

München und Köln/Rhein-Ruhr "sehr gut" und dicht beieinander, Berlin abgeschlagen: Im nationalen Wettstreit um die Rolle des deutschen Olympiabewerbers um Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 spricht vor der Wahl am Samstag alles für einen Zweikampf zwischen Süd und West - die Hauptstadt steckt faktisch in der Rolle des krassen Außenseiters. Diesen Schluss legt der am Dienstagabend veröffentlichte Bericht der Evaluierungskommission nahe, dessen Ergebnisse für die Stimmberechtigten bei der Abstimmung in Baden-Baden allerdings nicht bindend sind.

Textgröße ändern: