The National Times - Super Bowl: Kernschmelze für Mahomes - Eagles zerreißen die Chiefs

Super Bowl: Kernschmelze für Mahomes - Eagles zerreißen die Chiefs


Super Bowl: Kernschmelze für Mahomes - Eagles zerreißen die Chiefs
Super Bowl: Kernschmelze für Mahomes - Eagles zerreißen die Chiefs / Foto: © GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP

Patrick Mahomes irrte geistesabwesend im grünen Glitzerregen umher und konnte diese Klatsche gar nicht fassen. Football-Geschichte hatte der beste Quarterback der Welt schreiben wollen, der historische "Three-peat" sollte es werden, der dritte Super-Bowl-Sieg in Serie - aber die Kansas City Chiefs wurden von ultra-dominanten Philadelphia Eagles in der Luft zerrissen.

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Das 40:22 (24:0) im Superdome von New Orleans liest sich noch weit sanfter, als es war. Mahomes, das sonst so nervenstarke Play-off-Monster, erlebte in seinem fünften Super Bowl eine denkwürdige Kernschmelze. Eagles-Quarterback Jalen Hurts hingegen stemmte die klobige Vince Lombardi Trophy und jubilierte. "Ich kann kaum erwarten, das mit meiner Familie zu genießen", sagte er völlig überwältigt.

"Der Super Bowl, den niemand wollte" - in Amerika war dies in den vergangenen Tagen ein geflügeltes Wort. Die Herzensteams vieler Fans waren bitter gescheitert: die frischen und kreativen Detroit Lions, sonst ewige Loser, genauso wie die tragischen Buffalo Bills, die nie einen Super Bowl gewonnen, aber einst vier in Serie verloren haben.

Und doch wehte ein Hauch von Geschichte durch den Dome, nicht nur, weil die Kuppeldach-Arena ihren achten Super Bowl sah: Rekord. Es ging um die Chance auf den Three-peat, um die Jagd des Superstars Mahomes auf den "GOAT" - Tom Brady, der mit einem riesigen Klotz von goldener Armbanduhr für Fox kommentierte. "Ich habe immer Druck", sagte Mahomes Minuten vor dem Kickoff, "immer."

Aber mehr als nur der Sport lud das Weltereignis für Football und Popkultur auf: der Besuch von US-Präsident Donald Trump in aufwühlenden Zeiten, das Trauma des Anschlags in New Orleans in der Silvesternacht. Der Halbzeit-Act Kendrick Lamar, der mit seinem spektakulären Diss-Track "Not Like Us" begeisterte. Serena Williams trat dabei als Stargast auf. Auch eine Verbeugung Richtung Los Angeles fehlte nicht: Brady trug im Vorprogramm ein Shirt des LA Fire Departments.

Dann aber Football! Um 0.43 Uhr deutscher Zeit flog der Spielball "The Duke" unter riesigem Jubel auf die Eagles zu. Beide Seiten tauschten wenig aufregende Drives aus, dann warf Eagles-Quarterback Jalen Hurts einen fantastischen Pass auf Jahan Dotson. Im nächsten Spielzug folgte der "Tush Push" - die Kollegen schoben Hurts wie eine Dampframme samt Ball in die Endzone.

Mahomes hatte massive Probleme: Er bekam die Offensive einfach nicht in Gang, die Eagles dominierten die Line of Scrimmage. Selbst eine Hurts-Interception brachte den Chiefs keinen Aufwind. Immerhin stoppten sie die gefürchteten Läufe von Saquon Barkley, so blieb trotz eines Field Goals zum 0:10 die Hoffnung auf "Mahomes Magic" zu einem späteren Zeitpunkt.

Doch nichts da! Der 29-Jährige warf Eagles-Cornerback Cooper DeJean an dessen 22. Geburtstag den Ball in die Arme, die Chiefs fraßen noch einen Touchdown. Die Running Backs krachten zudem gegen eine Wand aus Fleisch, Mahomes wurde mit Ball mehrfach zu Boden gerissen und warf noch eine Interception.

Der beste Quarterback der Welt erlebte einen ganz selten gesehenen Totalausfall, seine Aufgabe war nun ein gewaltiges Comeback. Beim 0:27 (!) dann stand die Pop-Ikone Taylor Swift fassungslos vor ihrer VIP-Loge: Ihr Partner Travis Kelce fing erst tief im dritten Viertel seinen ersten Pass - und es wurde keinen Deut besser. Wer hätte das gedacht?

Selbst die TV-Experten redeten keine Spannung mehr herbei, es drohte sogar die erste Zu-Null-Pleite eines Teams im Super Bowl. Den folgenden perfekten Touchdown-Pass auf DeVonta Smith nannte Brady begeistert den "Wurf des Lebens" von Jalen Hurts. Xavier Worthy machte schließlich doch noch ein paar Chiefs-Punkte - nach einem Strip Sack gegen den längst geschlagenen Mahomes aber schossen die Kanonen Konfetti für die Eagles in den Himmel. Headcoach Nick Sirianni war da schon in neongelbem Gatorade geduscht.

V.Bennett--TNT

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