The National Times - Suche nach Verantwortlichen nach Explosion auf Krim-Brücke

Suche nach Verantwortlichen nach Explosion auf Krim-Brücke


Suche nach Verantwortlichen nach Explosion auf Krim-Brücke
Suche nach Verantwortlichen nach Explosion auf Krim-Brücke / Foto: © AFP

Nach der Explosion und dem Brand auf der für Russland wichtigen Brücke zur annektierten ukrainischen Krim-Halbinsel sucht Moskau unter Hochdruck nach den Verantwortlichen. Russische Taucher sollten das beschädigte Bauwerk am Sonntag untersuchen. Bei einem neuerlichen russischen Raketenangriff auf die südukrainische Stadt Saporischschja wurden derweil mindestens 17 Menschen getötet.

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"Erste Ergebnisse" der Brückeninspektion durch Taucher sollten bereits am Sonntag vorliegen, sagte der russische Vize-Ministerpräsident Marat Chusnullin. Die Brücke zwischen dem russischen Festland und der annektierten ukrainischen Krim-Halbinsel war am Samstag schwer beschädigt worden, nachdem nach russischen Angaben eine Lkw-Bombe explodiert war. Sieben Tankwaggons eines Güterzugs gerieten in Brand, ein Teil der Brücke stürzte ins Meer. Mindestens drei Menschen kamen nach russischen Angaben ums Leben.

Wer hinter der Explosion stecken könnte, blieb zunächst im Dunkeln. Moskau vermied zunächst direkte Schuldzuweisungen etwa an die Ukraine. Der Präsident des von Russland auf der Krim eingesetzten Regionalparlaments, Wladimir Konstantinow, sprach aber von einem Angriff durch "ukrainische Vandalen". Der ukrainische Präsidentenberater Mychailo Podoljak betonte dagegen, der explodierte Lastwagen sei aus Russland gekommen, dies weise "eindeutig auf eine Spur nach Russland hin".

Bei dem Besitzer des Lastwagens handelt es sich nach russischen Angaben um einen Einwohner der südrussischen Region Krasnodar. Sein Haus wurde demnach durchsucht.

Die Ukraine hatte in der Vergangenheit wiederholt mit Angriffen auf die 19 Kilometer lange Brücke gedroht, die ein wichtiger Versorgungs- und Nachschubweg auch für die russischen Truppen auf der Krim ist. Ukrainische Internetnutzer feierten den Brand auf der Brücke am Samstag, von offizieller ukrainischer Seite reklamierte jedoch niemand die mutmaßliche Attacke für Kiew.

Russische Staatsmedien bezeichneten die Explosion als "Notfall", nicht als Angriff. Die russischen Behörden bemühten sich auch, die Auswirkungen der Schäden an dem Bauwerk herunterzuspielen. Der Auto- und Zugverkehr über die Brücke wurde nach russischen Angaben bereits wieder aufgenommen. Die Passagier-Fernzüge zwischen Russland und der Krim verkehrten demnach am Sonntag "nach Fahrplan". Die Auto- und Eisenbahnbrücke führt über die Straße von Kertsch und war vier Jahre nach der Annexion der Krim durch Russland fertiggestellt und 2018 von Kreml-Chef Wladimir Putin persönlich eingeweiht worden.

Putin will am Montag nach Angaben des Kreml eine Sitzung des russischen Sicherheitsrates leiten. Nach den Niederlagen in der Ukraine hatte die russische Armee am Samstag den Kommandeur ihrer Ukraine-Offensive ausgetauscht. Armeegeneral Sergej Surowikin sei zum Kommandeur der Truppen "im Gebiet des militärischen Spezialeinsatzes" in der Ukraine ernannt worden, gab das Verteidigungsministerium in Moskau bekannt. Die Ukraine hatte in den vergangenen Wochen bei ihrer Gegenoffensive im Süden, Nordosten und Osten des Landes große Geländegewinne gemeldet.

Bei einem neuerlichen russischen Raketenangriff auf die südukrainische Stadt Saporischschja wurden derweil nach Behördenangaben mindestens 17 Menschen getötet. Bei dem Raketenangriff in der Nacht zum Sonntag seien mindestens 20 Einfamilienhäuser und rund 50 mehrstöckige Wohnhäuser getroffen worden, erklärte ein Mitglied der Stadtverwaltung im Onlinedienst Telegram.

Bereits am Donnerstagmorgen war die Stadt mit Raketen beschossen worden. Nach diesem Angriff wurden bislang 17 Todesopfer geborgen. "Wieder Saporischschja. Wieder gnadenlose Angriffe auf friedliche Leute. Auf Wohngebäude, mitten in der Nacht", schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf Telegram.

T.Bennett--TNT

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