The National Times - Israelische Polizei nimmt nach Siedler-Angriffen zehn Verdächtige fest

Israelische Polizei nimmt nach Siedler-Angriffen zehn Verdächtige fest


Israelische Polizei nimmt nach Siedler-Angriffen zehn Verdächtige fest
Israelische Polizei nimmt nach Siedler-Angriffen zehn Verdächtige fest / Foto: © UGC/AFP

Nach Übergriffen israelischer Siedler auf einen französischen Bürgermeister und eine US-Fotografin im besetzten Westjordanland hat die israelische Polizei zehn Verdächtige festgenommen. Die Festnahmen seien am frühen Montagmorgen im Zuge gemeinsamer Ermittlungen mit dem Inlandsgeheimdienst Schin Bet erfolgt, teilte die Polizei mit. Ob es sich bei den Festgenommenen um Siedler handele, ließ sie offen.

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Nach den "schweren Gewalttaten vom Wochenende" seien die Festnahmen "noch vor Tagesanbruch" erfolgt, erklärte die Polizei. Zehn Verdächtige seien festgenommen und zur Vernehmung gebracht worden. Abhängig von den Ermittlungsergebnissen würden sie "anschließend einem Gericht vorgeführt".

Eine Gruppe von Siedlern hatte am Samstag im besetzten Westjordanland einen Autokonvoi mit Fahrzeugen der französischen, belgischen und polnischen Missionen angegriffen. Dabei wurde nach Angaben von Konvoi-Insassen auch auf einen französischen Bürgermeister eingeschlagen. Der 78-jährige Bernard Baudoux war während der Olivenernte mit den Diplomaten in das Palästinensergebiet gereist.

Bereits am Freitag hatten radikale israelische Siedler die US-Fotografin Heidi Levine überfallen, als sie für die Zeitung "Washington Post" Aufnahmen von Gewalt gegen palästinensische Olivenbauern machen wollte. Levine berichtete von mehr als 50 maskierten Angreifern mit Stöcken. Sie musste nach dem Überfall im Krankenhaus behandelt werden.

Die Europäische Union hatte den Angriff auf den Diplomatenkonvoi "auf das Schärfste" verurteilt. Ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas forderte die israelische Regierung auf, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Eine Sprecherin der Bundesregierung nannte die Berichte am Montag in Berlin "besorgniserregend".

Israel hält das Westjordanland seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 besetzt. Dort leben rund drei Millionen Palästinenser und mehr als 500.000 israelische Siedler, deren Siedlungen nach Völkerrecht illegal sind.

Die Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser hat sich in den vergangenen Monaten verschärft. Angesichts der derzeit stattfindenden Olivenernte riefen UN-Menschenrechtsexperten Israel dazu auf, die palästinensischen Olivenbauern vor Übergriffen zu schützen. Im vergangenen Jahr hatte es UN-Angaben zufolge im Zusammenhang mit der Ernte 178 Angriffe von Siedlern auf 88 palästinensische Gemeinden gegeben - fast doppelt so viele wie 2024. Mehr als 6000 Bäume und Setzlinge wurden demnach "mutwillig beschädigt".

C.Blake--TNT

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