The National Times - USA blockieren Teilnahme von Irans Atombehördenchef an IAEA-Sitzung in Wien

USA blockieren Teilnahme von Irans Atombehördenchef an IAEA-Sitzung in Wien


USA blockieren Teilnahme von Irans Atombehördenchef an IAEA-Sitzung in Wien
USA blockieren Teilnahme von Irans Atombehördenchef an IAEA-Sitzung in Wien / Foto: © AFP

Auf Druck der USA ist dem Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Mohammed Eslami, die Teilnahme an der Jahrestagung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien verwehrt worden. US-Energieminister Chris Wright bestätigte am Montag entsprechende Berichte iranischer Medien. Eslami stehe auf Sanktionslisten - "und wir wollen nicht, dass sanktionierte Personen ihren Sanktionen entkommen", sagte Wright vor Journalisten in Wien. Eslami habe um Aufhebung der Sanktionen gebeten, dies sei ihm verweigert worden.

Textgröße ändern:

Das iranische Staatsfernsehen hatte zuvor berichtet, Eslami und seine Delegation hätten am Samstag einen Linienflug nach Wien genommen, "wurden aber auf dem Weg dorthin wegen Hindernissen durch die USA aufgehalten". Demnach kehrte Eslami nach Teheran zurück.

Das österreichische Außenministerium teilte der Nachrichtenagentur AFP mit, es habe um eine Ausnahmegenehmigung für Eslami ersucht, der einem Reiseverbot der Vereinten Nationen unterliegt. Dies sei aber vom UN-Sicherheitsrat wegen "fehlender Einstimmigkeit" zurückgewiesen worden.

Teheran bestellte den österreichischen Botschafter ein, um gegen die Entscheidung zu protestieren. "Die Weigerung der österreichischen Regierung, der Delegation der Islamischen Republik Iran Visa auszustellen, ist eine völlig ungerechtfertigte Entscheidung", sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Bakaei. "Es ist für uns offensichtlich, dass dieser Vorfall aufgrund von Druck der USA stattfand, aber das enthebt die österreichische Regierung nicht aller Verantwortung", fügte er hinzu.

Die IAEA-Jahrestagung soll noch bis Freitag andauern. Im vergangenen Jahr hatte Eslami dort noch für den Iran, der der Organisation angehört, eine Rede gehalten, obwohl er schon damals auf der Sanktionsliste gestanden hatte. Ein hochrangiger Vertreter der iranischen Atombehörde, Behrus Kamalwandi, warf den USA "politischen Druck zur Einschüchterung" vor. Durch die Einreiseverweigerung für Eslami sei Präzedenzfall geschaffen worden der Auswirkungen "auf alle" haben werde.

Die USA und Israel hatten ihren am 28. Februar begonnenen Krieg gegen den Iran damit begründet, dass dessen Atomprogramm eine Gefahr darstelle. Die beiden Länder vermuten ebenso wie die Europäer bereits seit Jahrzehnten, dass die Islamische Republik sich mit Atomwaffen ausrüsten wolle, was Teheran kategorisch zurückweist.

R.Evans--TNT

Empfohlen

Wadephul-Besuch in Budapest: "Ungarn und Deutschland schlagen neues Kapitel auf"

Mit dem ersten Besuch eines deutschen Außenministers in Ungarn seit 2019 haben beide Länder nach Angaben von Ressortchef Johann Wadephul (CDU) "gemeinsam ein neues Kapitel" aufgeschlagen. "Der politische Neustart zwischen unseren beiden Ländern ist in vollem Gange", sagte Wadephul am Montag bei einer Pressekonferenz mit seiner ungarischen Kollegin Anita Orban in Budapest.

"Bedrohung" durch Russland: Arktis-Gipfel fordert stärkere EU-Präsenz in der Region

Zwölf europäische Länder fordern angesichts der wachsenden geopolitischen Bedeutung der Arktis ein größeres Engagement der EU in der Region. "Wir fordern die Europäische Union auf, in der europäischen Arktis eine strategischere und proaktivere Rolle einzunehmen", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Teilnehmer eines EU-Arktis-Gipfels, die am Montag unter anderem von Deutschland, Frankreich, Dänemark und Schweden unterzeichnet wurde.

Merz ruft Kritiker zu Disziplin auf - SPD besorgt über unionsinterne Debatte

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat seine Partei angesichts der lauter werdenden Kritik an seiner Amtsführung zu Disziplin aufgerufen. Deutschland spiele gerade in der Sicherheitspolitik eine wichtige Rolle "für das Schicksal des europäischen Kontinents", sagte Merz am Montag im finnischen Rovaniemi auf Englisch am Rande eines internationalen Treffens zur Arktis-Politik. Deswegen versuche er, "meine Kollegen, Freunde, meine Partei, meine Fraktion zu überzeugen, dass dies viel wichtiger ist als einige der innenpolitischen Debatten, die wir gerade führen".

Söder: Bund muss etwas gegen zu hohe Spritpreise unternehmen

CSU-Chef Markus Söder hat die Bundesregierung aufgefordert, etwas gegen die auf ein Rekordniveau gestiegenen Spritpreise zu unternehmen. Er richte seine "dringende Aufforderung" an den Bund, sich zusammenzusetzen und Lösungen zu finden, sagte Söder am Montag nach einer Klausurtagung des CSU-Vorstands in München. Die Benzinpreise hatten am Wochenende ein neues Allzeithoch erreicht, der Dieselpreis liegt knapp unter Rekordlevel.

Textgröße ändern: