The National Times - Uster entzieht Stadträtin Caviezel nach Polizeiaffäre das Sicherheitsdossier

Uster entzieht Stadträtin Caviezel nach Polizeiaffäre das Sicherheitsdossier


Uster entzieht Stadträtin Caviezel nach Polizeiaffäre das Sicherheitsdossier
Uster entzieht Stadträtin Caviezel nach Polizeiaffäre das Sicherheitsdossier

Der Stadtrat von Uster reagiert auf Unregelmäßigkeiten bei der Stadtpolizei: Beatrice Caviezel gibt das Sicherheitsressort vorläufig ab, der zuständige Abteilungsleiter tritt zurück.

Textgröße ändern:

Die Stadtregierung von Uster hat nach wochenlangen Auseinandersetzungen um die Stadtpolizei ein Maßnahmenpaket angekündigt. Die für Sicherheit zuständige Stadträtin Beatrice Caviezel von der GLP gibt das Dossier vorläufig ab. Der Leiter der Abteilung Sicherheit legt seine Funktion nieder. Zwei externe Untersuchungen sollen die Finanzen, Abläufe und Regeln im Sicherheitsbereich sowie die Betriebskultur prüfen.

Ausgangspunkt der Affäre sind über Jahre gesplittete Rechnungen. Auf diese Weise wurden Anschaffungen unterhalb der Schwelle gehalten, ab der ein Beschluss des Gesamtstadtrats erforderlich gewesen wäre. Zu den genannten Fällen gehört ein BMW mit 300 PS im Wert von rund 100.000 Franken. Caviezel räumte verspätet ein, einen Teil manipulierter Rechnungen visiert zu haben. Nach Angaben ihrer Partei ist bislang gesichert, dass darunter Rechnungen für Absperrungen beim Stadtfest waren, ohne dass Caviezel die bewusste Aufteilung erkannt habe.

Zusätzlich belastet eine Administrativuntersuchung den inzwischen abgesetzten Polizeikommandanten Andreas Baumgartner. Er soll anonyme Schmähbriefe an Bürger sowie an den damaligen Armeechef Thomas Süssli verschickt haben. Baumgartner weist den Vorwurf entschieden zurück und erklärt, es gebe weder konkrete Beweise noch eine tragfähige Indizienkette.

Als die Stadt im Juni die Trennung von Baumgartner bekannt gab, nannte sie einen beidseitigen Vertrauensverlust. Die finanziellen Unregelmäßigkeiten wurden zunächst nicht öffentlich gemacht und erst nach den Wahlen vom 12. April bekannt. Kritiker werfen der Regierung deshalb unzureichende und verspätete Kommunikation vor. Die Stadt lässt offen, ob sich aus den externen Abklärungen und der parlamentarischen Aufarbeitung auch Erkenntnisse zur Kommunikation des Stadtrats ergeben.

Caviezel verlor im Juni außerdem ihre hauptberufliche Stelle als Geschäftsleiterin der Spitex Stäfa. Nach ihrer Darstellung wurde die Trennung wegen unterschiedlicher Auffassungen über die strategische Ausrichtung einvernehmlich per Ende September vereinbart. Sie erklärte, sie habe bereits mehrere neue Angebote erhalten und prüfe diese.

Die Mitglieder des Ustermer Stadtrats arbeiten in einem 40-Prozent-Pensum und erhalten dafür 83.557 Franken. Obwohl Caviezel derzeit nur noch die Bereiche Publikumsdienste sowie Recht und Vollstreckung betreut, wird ihre Entschädigung nicht gekürzt. Nach Auskunft der Stadt fehlt dafür eine gesetzliche Grundlage.

Die GLP Uster hält an Caviezel fest. Der bislang bekannte Fehler rechtfertige allein keine Rücktrittsforderung, erklärte der Parteivorstand. Zugleich verlangt die Partei eine lückenlose Aufklärung. Auch der zurückgetretene Abteilungsleiter bleibt in der Stadtverwaltung und arbeitet mit einem 60-Prozent-Pensum als Stadtrichter weiter.

Am Montag soll der Gemeinderat auf Antrag der SVP entscheiden, ob seine Geschäftsleitung einen Vorschlag für eine Parlamentarische Untersuchungskommission ausarbeiten soll. Diese PUK würde die Vorgänge bei der Stadtpolizei und die Verantwortung der politischen Führung untersuchen. Trotz des Maßnahmenpakets wird mit einer Mehrheit für eine solche Untersuchung gerechnet.

T.Hancock--TNT

Empfohlen

Putin empfängt US-Gesandte zu Gesprächen über Ukraine-Krieg

Russlands Präsident Wladimir Putin ist am Samstag in Moskau mit den US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner zusammengetroffen, die US-Präsident Donald Trump zufolge einen Vorschlag zur Beendigung des Ukraine-Konflikts unterbreiten sollten. Am Sonntag sollen Witkoff und Kushner erstmals als Vermittler in die ukrainische Hauptstadt Kiew reisen. Russland und die Ukraine sicherten jeweils zu, wegen der Gespräche drei Tage lang auf Angriffe auf die Hauptstadt des anderen zu verzichten.

Russisches Fernsehen: Putin empfängt US-Gesandte zu Gesprächen über Ukraine-Krieg

Der russische Präsident Wladimir Putin ist am Samstag in Moskau mit den US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner zu Gesprächen über eine Beendigung des seit über vier Jahren anhaltenden Ukraine-Krieges zusammengetroffen. "Die Situation ist natürlich nicht einfach", sagte Putin den US-Gesandten in einem vom russischen Staatsfernsehen übertragenen Video. Witkoff und Kushner werden anschließend zu Gesprächen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew erwartet.

Vor der Wahl: Tausende Menschen feiern Demokratiefest in Magdeburg

Tausende Menschen haben am Tag vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt in der Hauptstadt Magdeburg ein Demokratiefestival gefeiert. Auf dem Domplatz versammelten sich nach Angaben eines Polizeisprechers am Samstag rund 8000 Menschen. Das Bündnis "Sachsen-Anhalt weltoffen" teilte mit, mehr als 15.000 Menschen seien dem Aufruf gefolgt und hätten ein "Zeichen für Demokratie und Zusammenhalt" gesetzt. In den Umfragen führt die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD deutlich.

US-Militär: Drei iranische Öltanker der iranischen Revolutionsgarden zerstört

Die US-Armee hat nach eigenen Angaben am Samstag drei iranische Öltanker mit Verbindungen zu den iranischen Revolutionsgarden zerstört. Wie das US-Zentralkommando Centcom im Onlinedienst X mitteilte, schossen die Revolutionsgarden (IRGC) Raketen auf zwei Schiffe der US-Marine ab, die in internationalen Gewässern auf Patrouille gewesen seien. Daraufhin hätten die USA einen iranischen Tanker im Golf von Oman "vollständig" zerstört, zwei weitere Schiffe seien nahe der Insel Charg und nahe Jask "dauerhaft außer Gefecht gesetzt" worden.

Textgröße ändern: