Pistorius betont Einigkeit mit USA bei Truppenabzug und Tomahawks
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat sich am ersten Tag seiner Reise in die USA zufrieden über seine Absprachen mit dem US-Kollegen Pete Hegseth geäußert. Deutschland wie die Vereinigten Staaten wollten verhindern, dass "angesichts der Bedrohung, die von Russland ausgeht (...) gefährliche Fähigkeitslücken" in Europa entstünden, sagte Pistorius in Washington nach einem Treffen mit Hegseth am Dienstag im Pentagon.
Die USA überprüfen noch bis Jahresende ihre Truppenpräsenz in Europa. In diesem Rahmen könnten 5000 US-Soldatinnen und -Soldaten aus Deutschland abgezogen werden. Weitere Erkenntnisse zum Zeitrahmen gebe es bisher nicht, sagte Pistorius.
Bei dem Gespräch ging es darüber hinaus um den von Washington zugesagten Verkauf von Tomahawk-Marschflugkörpern und den dazugehörigen Typhon-Startgeräten an Deutschland. Pistorius sagte dazu, das Kaufverfahren sei aufwendig, "aber die Weichen sind gestellt. Das wurde uns heute noch einmal versichert." Die Bundesregierung hatte die Absprache mit den USA am Rande des Nato-Gipfels in der Türkei Anfang Juli bekanntgegeben.
Pistorius sprach von einem "Gespräch voller Anerkennung" mit Hegseth. "Es gab keine Kritik auch im Zusammenhang beispielsweise mit Überflugrechten oder anderem", sagte der Verteidigungsminister unter Anspielung auf den Unmut, den US-Präsident Donald Trump im Iran-Krieg über eine aus seiner Sicht mangelnde Unterstützung der Nato-Partner geäußert hatte. Es sei ein "in jeder Hinsicht sehr entspanntes Gespräch" mit Hegseth gewesen, bilanzierte Pistorius.
Zweite Station Reise des Bundesverteidigungsministers ist New York. Dort will Pistorius mit UN-Generalsekretär António Guterres über die Friedensmissionen und das Engagement der Bundeswehr beraten. Am Donnerstag wird der Verteidigungsminister in Fort Worth im US-Bundesstaat Texas erwartet. Dort nimmt er den ersten von insgesamt 35 neuen Tarnkappen-Kampfjets vom Typ F-35 für die deutsche Luftwaffe in Empfang. Produziert werden die Maschinen von dem Rüstungsunternehmen Lockheed Martin.
Die ersten acht F-35-Kampfflugzeuge bleiben nach der Übergabe zunächst in den USA, wo deutsche Piloten und Techniker an ihnen ausgebildet und geschult werden. Ab 2027 sollen die ersten Jets auf dem Fliegerhorst Büchel in der Eifel stationiert werden, wo sie Tornados der Luftwaffe ablösen.
Pistorius wies Befürchtungen zurück, durch den F-35-Kauf mache sich Deutschland abhängig von den USA. Es gehe um ein "Gleichgewicht", sagte der SPD-Politiker auf Englisch. "Wir brauchen einander in bestimmten Verteidigungsbereichen."
A.M.Murray--TNT