The National Times - Foodwatch fordert von Linnemann rasche Einführung einer Zuckersteuer

Foodwatch fordert von Linnemann rasche Einführung einer Zuckersteuer


Foodwatch fordert von Linnemann rasche Einführung einer Zuckersteuer
Foodwatch fordert von Linnemann rasche Einführung einer Zuckersteuer / Foto: © AFP/Archiv

Die Verbraucherorganisation Foodwatch fordert vom neuen Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) die rasche Einführung einer Zuckersteuer. "Im Kampf gegen Adipositas und ernährungsbedingte Krankheiten haben wir keine Zeit zu verlieren: Carsten Linnemann muss die Zuckersteuer nach britischem Vorbild gestalten und schnellstmöglich einführen", sagte Louise Molling von Foodwatch am Mittwoch. Die Organisation legte einen Marktvergleich zur Wirkung der Zuckersteuer in Großbritannien vor.

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"Die Zuckersteuer führt nicht zwangsläufig zu höheren Preisen - sondern zu gesünderen Rezepturen", sagte Molling. Wer sich in England eine Fanta gönne, der nehme knapp halb so viel Zucker zu sich wie in Deutschland.

In einer Fanta Orange stecken laut Foodwatch in Großbritannien 4,5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter, in Deutschland sind es 7,6 Gramm. Bei einer Sprite sind es demnach 4,4 Gramm statt 7,9 Gramm. Auch zuckerhaltige Getränke von Schweppes, San Pellegrino, Capri Sun oder der Eigenmarken von Aldi und Lidl enthalten laut dem Marktvergleich von Foodwatch in Großbritannien deutlich weniger Zucker als in Deutschland.

Andere Hersteller ließen ihre Rezepturen unverändert und zahlen in Großbritannien deshalb die Abgabe, wie Foodwatch weiter mitteilte. Monster und Red Bull etwa enthielten in beiden Ländern jeweils elf Gramm Zucker pro 100 Milliliter. Die klassische Coca-Cola enthalte 10,6 Gramm.

Es gibt laut Foodwatch hierzulande auch Getränke, die bereits mit ihrer deutschen Rezeptur die britische Steuerschwelle unterschreiten - dazu gehören Lipton Ice Tea Peach mit drei Gramm und die klassische Pepsi mit 4,5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter.

Eine von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission hatte eine gestaffelte Zuckerabgabe nach dem Vorbild Großbritanniens empfohlen: Wenn Getränke mehr als fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter enthalten, sollten rund 26 Cent pro Liter fällig werden. Enthalten sie mehr als acht Gramm Zucker, müssten die Hersteller 32 Cent bezahlen.

Die schwarz-rote Koalition hatte sich im Rahmen der Verhandlungen über das Sparpaket für die gesetzlichen Krankenversicherungen auf eine Zuckersteuer ab 2027 geeinigt. Die Bundesregierung erhofft sich davon im kommenden Jahr Einnahmen von rund 650 Millionen Euro.

Die scheidende Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hatte kürzlich angekündigt, vereinbart worden sei eine Steuer statt einer Abgabe. Die Mehreinnahmen kämen aber den Versicherten zugute, versicherte sie. Die Details sollten zusammen mit dem Finanzministerium vereinbart werden.

B.Cooper--TNT

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