The National Times - Thüringens Innenminister Maier warnt vor Blockaden gegen AfD-Parteitag

Thüringens Innenminister Maier warnt vor Blockaden gegen AfD-Parteitag


Thüringens Innenminister Maier warnt vor Blockaden gegen AfD-Parteitag
Thüringens Innenminister Maier warnt vor Blockaden gegen AfD-Parteitag / Foto: © AFP/Archiv

Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) hat vor Blockaden gegen den AfD-Parteitag am ersten Juli-Wochenende in Erfurt gewarnt. "Eine Verhinderungsblockade ist nicht von der Versammlungsfreiheit gedeckt", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND; Donnerstagsausgaben). Die Polizei werde "das Versammlungsrecht durchsetzen", kündigte er an. Maier sprach einen Appell aus: "Alle, die von ihrem Grundrecht auf Protest Gebrauch machen wollen, sollten das unbedingt friedlich tun."

Textgröße ändern:

Mehrere zivilgesellschaftliche Bündnisse haben zu Protesten gegen den AfD-Parteitag in den Erfurter Messehallen am 4. und 5. Juli aufgerufen. Unter ihnen ist das Bündnis "Widersetzen", dass nach eigenem Bekunden Blockaden organisieren will, um den AfD-Bundesparteitag komplett zu verhindern. Es wird dabei von der Linkspartei unterstützt. Auch einige Linken-Bundestagsabgeordnete wollen an den Blockaden teilnehmen.

Thüringens Innenminister Maier mahnte: "Gewalt kann niemals Ausdruck der politischen Auseinandersetzung sein - und sie würde nur der AfD nützen." Maier tritt seit Langem für die Prüfung eines AfD-Verbotsverfahrens ein. Die SPD Thüringen, der Maier vorsitzt, ruft neben Gewerkschaften und anderen Organisationen im Bündnis "Zusammenstehen" zu einer Demonstration gegen den AfD-Parteitag auf, zu der 50.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet werden.

Auch Bundestags-Vizepräsident Bodo Ramelow (Linke) warb für friedlichen Protest. "Der 4. Juli sei "der Tag, an dem Demokraten sich unterhaken und gemeinsam deutlich machen: Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit können wir nur leben, wenn wir sie auch mit Leben erfüllen", sagte Ramelow den RND-Zeitungen.

Der Leiter der KZ-Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Jens-Christian Wagner, wies gegenüber den RND-Zeitungen auf einen historischen Bezug hin: "Am 4. Juli 1926 hat die NSDAP ihren ersten Reichsparteitag nach dem Parteiverbot in Weimar abgehalten. Ich glaube der AfD nicht, dass dieses Datum und dieser Ort Zufall sind." Thüringen sei "für die Nazis ein Sprungbrett zur Macht in ganz Deutschland" gewesen.

Auch Wagner sprach sich gegen Blockaden zur Verhinderung des Parteitags aus: "Gegen eine antidemokratische Partei wie die AfD ist auch ziviler Ungehorsam legitim. Die angekündigten Blockaden aber halte ich für falsch." Die AfD wolle lediglich "diese Bilder von Blockaden und am besten auch von gewalttätigen Auseinandersetzungen". Solche Bilder würden das bedienen, was Thüringens AfD-Chef Björn Höcke und andere "seit Wochen herbeischreiben und herbeisehnen - nämlich das Bild einer angeblich gewalttätigen, undemokratischen Linken", sagte Wagner.

F.Adams--TNT

Empfohlen

Oppositionelles Mitte-Links-Lager gewinnt Parlamentswahl in Schweden

Wahlsieg für die Opposition in Schweden: Bei der Parlamentswahl hat das Mitte-Links-Lager mit hauchdünnem Vorsprung einen Sieg errungen. Der Parteienblock um die sozialdemokratische Spitzenkandidatin Magdalena Andersson kam laut dem am Donnerstag veröffentlichen offiziellen Endergebnis auf 176 Sitze im Parlament. Auf das konservative Regierungsbündnis des bisherigen Ministerpräsidenten Ulf Kristersson entfielen demnach laut 173 Sitze. Die rechtspopulistischen Schwedendemokraten mussten erstmals seit ihrem Einzug ins Parlament im Jahr 2010 erhebliche Einbußen hinnehmen.

Erdogan will 2028 erneut antreten und setzt auf vorgezogene Wahl

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan will 2028 erneut kandidieren - und setzt zur Umgehung der Verfassung offenbar auf eine vorgezogene Präsidentenwahl. "Wenn 360 Abgeordnete einen Beschluss zum Ansetzen von Neuwahlen unterstützen, werden diese am 16. April 2028 stattfinden", sagte Erdogans Rechtsberater Mehmet Ucum am Donnerstag nach Angaben des Sender NTV und der Zeitung "Cumhuriyet".

Russland stehen verschärfte US-Sanktionen bevor - Kreml nennt Kongressvotum "feindselig"

Russland stehen deutlich verschärfte Sanktionen der USA bevor: Der Kongress in Washington hat nach langen Verhandlungen ein entsprechendes Maßnahmenpaket verabschiedet, das Präsident Donald Trump nach eigenen Angaben mit seiner Unterschrift in Kraft setzen will. Nach dem Senat billigte am Mittwoch auch das Repräsentantenhaus unter anderem Strafmaßnahmen gegen Russlands Präsident Wladimir Putin. Vom Kreml hieß es, neue Sanktionen würden die Friedensbemühungen im Ukraine-Krieg erschweren.

Oppositionelles Mitte-Links-Lager gewinnt Parlamentswahl in Schweden knapp

Bei der Parlamentswahl in Schweden hat das bislang oppositionelle Mitte-Links-Lager einen knappen Sieg errungen. Laut dem am Donnerstag veröffentlichten offiziellen Endergebnis kommt der von der sozialdemokratischen Spitzenkandidatin Magdalena Andersson angeführte Parteienblock auf 176 Parlamentssitze. Die konservative Regierungskoalition des bisherigen Ministerpräsidenten Ulf Kristersson kommt demnach auf 173 Sitze. Kristersson kündigte seinen Rücktritt an.

Textgröße ändern: