The National Times - Außenminister Polens und Deutschlands fordern engere Verkehrsverbindungen

Außenminister Polens und Deutschlands fordern engere Verkehrsverbindungen


Außenminister Polens und Deutschlands fordern engere Verkehrsverbindungen
Außenminister Polens und Deutschlands fordern engere Verkehrsverbindungen / Foto: © AFP

35 Jahre nach Abschluss des Nachbarschaftsabkommens zwischen Deutschland und Polen haben die Außenminister beider Staaten eine engere Anbindung beider Länder im Verkehrsbereich gefordert. Zwischen den Hauptstädten Warschau und Berlin müsse eine "echte Schnellfahrstrecke" für die Bahn errichtet werden, sagte Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) am Mittwoch beim Deutsch-Polnischen Forum in Berlin. Der Ausbau der Infrastruktur habe auch militärische Bedeutung, betonte er.

Textgröße ändern:

"Dieselben Gleise, auf denen wir uns besuchen fahren, tragen im Ernstfall auch Panzer", sagte Wadephul. Deutschland und Polen seien die "logistischen Drehscheiben" der Nato. "Im Verteidigungsfall verlegen Hunderttausende verbündete Soldaten durch unsere Länder nach Osten - auch nach Polen, aber auch ins Baltikum", sagte er. "Wer also in deutsch-polnische Schienen investiert, der investiert in Freundschaft und Verteidigung zugleich."

Polens Außenminister Radoslaw Sikorski zeigte sich enttäuscht vom Zustand des grenzüberschreitenden Verkehrs. Hier gebe es "beunruhigende Mängel", die Schienenverbindungen seien unzureichend. "In den letzten 30 Jahren wurde nur eine einzige Brücke erbaut, obwohl unsere Grenze täglich Waren im Wert von 500 Millionen Euro passieren", sagte Sikorski in seiner Rede auf dem Forum. Zugverbindungen zwischen Städten in Deutschland und Polen dauerten in manchen Fällen länger als in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg.

Kritik übte Sikorski auch an den anhaltenden Kontrollen an der deutsch-polnischen Grenze, mit denen die Bundesregierung den Zuzug von Migranten bremsen will. "Diese Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Polen führen zu unnötigen Problemen und bilden wirklich Hürden", sagte der Außenminister. Er verwies darauf, dass Polen an seiner Ostgrenze - der EU-Außengrenze - "wirksame Barrieren" gegen den Zuzug von Migranten aufgebaut habe. Über diese Barrieren sei "seit Anfang des Jahres keine einzige Person, kein einziger illegaler Migrant gelangt".

H.Davies--TNT

Empfohlen

Anthropic-Sperre: Merz fordert Zugang zu neuen Technologien "für alle Länder"

Nach der Sperre von zwei KI-Modellen des US-Unternehmens Anthropic hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) einen freien Zugang zu neuen Technologien gefordert. "Das Potenzial dieser neuen Technologien sollte für alle Länder zugänglich sein", sagte Merz am Mittwoch am Rande des G7-Gipfeltreffens im französischen Evian. Dort stand am Mittag ein Arbeitsessen mit Vertretern der KI-Industrie auf dem Programm, an dem auch Anthropic-Chef Dario Amodei teilnehmen sollte.

Palästinenser: Israelische Siedler greifen zwei Moscheen im Westjordanland an

Israelische Siedler haben im Westjordanland laut palästinensischen Angaben zwei Moscheen angegriffen und teilweise in Brand gesetzt. Der Bürgermeister des Dorfes Dschildschilija, Osama Abdullah, sagte der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch, die Siedler hätten in der Nacht Feuer im Waschraum der Moschee gelegt, das Gotteshaus selbst beschädigt und feindliche Slogans auf die Wände geschmiert. Der palästinensische Zivilschutz konnte den Brand nach eigenen Angaben mit Hilfe von Dorfbewohnern löschen.

26 Parteien zu Abgeordnetenhauswahl in Berlin zugelassen

26 Parteien sind zur Wahl des Berliner Abgeordnetenhauses am 20. September zugelassen. Das entschied der Landeswahlausschuss unter Vorsitz von Landeswahlleiter Stephan Bröchler in einer Sitzung am Mittwoch, wie das Landeswahlamt mitteilte. Darunter sind die fünf bereits im Landesparlament vertretenen Parteien CDU, SPD, Grüne, Linke und AfD. Auch BSW und FDP sind zugelassen.

"Ich bin der Boss": Trump fühlt sich offenbar wohl beim G7-Gipfel in Evian

Donald Trump scheint sich beim G7-Gipfel im französischen Evian wohler gefühlt zu haben als bei früheren Treffen in diesem Kreis. Zur Arbeitssitzung am Mittwoch erschien der US-Präsident fast eine Stunde später als der pünktliche Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) - aber sichtlich gut gelaunt. Nach seinem Eintreffen verkündete der 80-Jährige in scherzendem Ton: "Ich bin der Boss."

Textgröße ändern: