The National Times - UNO setzt Israel und Russland auf schwarze Liste sexualisierter Gewalt in Konflikten

UNO setzt Israel und Russland auf schwarze Liste sexualisierter Gewalt in Konflikten


UNO setzt Israel und Russland auf schwarze Liste sexualisierter Gewalt in Konflikten
UNO setzt Israel und Russland auf schwarze Liste sexualisierter Gewalt in Konflikten / Foto: © AFP/Archiv

Die Vereinten Nationen haben Israel und Russland auf eine schwarze Liste von Ländern gesetzt, denen sexualisierte Gewalt in Konfliktgebieten vorgeworfen wird. In einem jährlich vorgelegten Bericht, den die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag in New York einsehen konnte, wird beiden Ländern zudem vorgeworfen, UN-Ermittlern "wiederholt der Zugang verweigert" zu haben. Wegen der Aufnahme in die Liste hatte Israel bereits vor deren Veröffentlichung die Zusammenarbeit mit UN-Generalsekretär António Guterres aufgekündigt.

Textgröße ändern:

Die jährlich von der UNO veröffentlichte Liste umfasst dutzende staatliche sowie nichtstaatliche Akteure, denen vorgeworfen wird, in Konflikten "systematisch" sexuelle Gewalt verübt zu haben. Seit Jahren stehen darauf Länder wie Sudan, Haiti, Syrien und Mali. Im August vergangenen Jahres hatte UN-Generalsekretär Guterres Israel und Russland bereits vor einer möglichen Aufnahme in die schwarze Liste gewarnt.

Trotz dieser Warnung wurden dem Bericht zufolge von russischen Truppen im Krieg in der Ukraine sowie von israelischer Seite in den besetzten palästinensischen Gebieten verübte "Vorfälle und Muster sexualisierter Gewalt von den Vereinten Nationen dokumentiert". Den UN-Ermittlern sei von den Behörden beider Länder "wiederholt der Zugang verweigert", heißt es in dem Bericht, der AFP noch vor seiner Verteilung an die Mitglieder des UN-Sicherheitsrates vorlag.

Die betroffenen Staaten wurden von der UNO im Vorfeld informiert - Israel reagierte noch vor der offiziellen Veröffentlichung des Berichts: "Wir haben genug von diesem Generalsekretär", schrieb der israelische UN-Botschafter Danny Danon auf X. Israel werde den Kontakt zu Guterres' Büro bis zum Ablauf seiner Amtszeit Ende des Jahres abbrechen. Zur Begründung nannte er die "skandalöse" Entscheidung, Israel auf die Liste zu setzen, auf der die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas bereits steht.

In Bezug auf Russland konstatiert der UN-Bericht sexualisierte Gewalt durch die Streitkräfte Moskaus in den besetzten ukrainischen Gebieten. Zudem hätten ukrainische Kriegsgefangene von sexualisierter Gewalt in russischen Gefängnissen berichtet. Auch die Ukraine wird in dem Bericht kritisiert, sie wurde aber nicht auf die schwarze Liste gesetzt.

P.Murphy--TNT

Empfohlen

Selenskyj fordert vor G7- und EU-Gipfel mehr Luftverteidigungssysteme für die Ukraine

Kurz vor dem am Montag beginnenden G7-Gipfel im französischen Evian und einem Treffen der EU-Staats- und -Regierungschefs am Donnerstag in Brüssel hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Forderungen zur Lieferung westlicher Luftverteidigungssysteme erneuert. "Es ist sehr wichtig, dass diese Verhandlungen zu konkreten Entscheidungen führen", erklärte Selenskyj am Sonntag. Beim G7-Gipfel wird Selenskyj nach US-Angaben auf US-Präsident Donald Trump treffen.

Israel greift erneut Vororte Beiruts an - Iran zieht Gespräche mit USA in Zweifel

Trotz einer womöglich bevorstehenden Unterzeichnung eines Abkommens zur Beendigung des Iran-Kriegs hat die israelische Armee am Sonntag erneut Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen. Die Armee habe Angriffe im Stadtteil Dahijeh ausgeführt als "Antwort auf Angriffe der Hisbollah auf israelisches Territorium", erklärten Regierungschef Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz. Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf zog daraufhin weitere Gespräche mit den USA im Zweifel.

Iran-Krieg: Widersprüchliche Aussagen zu möglicher Unterzeichnung von Abkommen

Nach widersprüchlichen Aussagen aus Washington und Teheran ist der Termin für eine womöglich bevorstehende Unterzeichnung eines Rahmenabkommens zur Beendigung des Iran-Krieges weiter offen: US-Präsident Donald Trump kündigte eine Unterzeichnung für Sonntag, seinem 80. Geburtstag, an. Der Iran schloss hingegen eine Unterzeichnung am Sonntag aus. Aus Teheran hieß es, eine abschließende Entscheidung zu einem Abkommen sei noch nicht getroffen worden.

Referendum in der Schweiz: Nein zur Begrenzung der Zuwanderung zeichnet sich ab

In der Schweiz zeichnet sich ein Nein zur Begrenzung der Zuwanderung und der Einwohnerzahl in der Alpenrepublik ab. Bei einem Referendum stimmten am Sonntag 55 Prozent gegen die Initiative der rechtspopulistischen Schweizerischen Volkspartei (SVP) zur Begrenzung der Einwohnerzahl in der Schweiz auf zehn Millionen, wie eine Hochrechnung des Forschungsinstituts gfs.bern ergab. Es war mit einem knappen Ausgang der Abstimmung gerechnet worden.

Textgröße ändern: