The National Times - Israelische Armee verstärkt Bodenoffensive jenseits der "gelben Linie" im Süden des Libanon

Israelische Armee verstärkt Bodenoffensive jenseits der "gelben Linie" im Süden des Libanon


Israelische Armee verstärkt Bodenoffensive jenseits der "gelben Linie" im Süden des Libanon
Israelische Armee verstärkt Bodenoffensive jenseits der "gelben Linie" im Süden des Libanon / Foto: © AFP

Israels Armee hat mit einer Bodenoffensive nördlich der sogenannten gelben Linie im Süden des Libanon begonnen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bekräftigte am Dienstag das Ziel, mit der Ausweitung des Militäreinsatzes den Druck auf die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz weiter zu erhöhen. Derweil berichtete ein AFP-Korrespondent von neuen israelischen Luftangriffen in der Stadt Nabatije, deren Bewohner zuvor von Israels Armee zur Evakuierung aufgefordert worden waren.

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Die israelischen Streitkräfte seien "gezielt jenseits der ersten Verteidigungslinie im Einsatz, um direkte Bedrohungen für die Bürger des Staates Israel und die israelischen Soldaten zu beseitigen", sagte ein Armeevertreter am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Konkrete Angaben zu den Standorten der Soldaten machte er nicht.

Zuvor hatten israelische Medien über Aktivitäten der Armee nördlich der "gelben Linie" berichtet. Gemeint ist damit die Abgrenzung zu einer Art Pufferzone im Süden des Libanon, die rund zehn Kilometer hinter der Grenze liegt. Innerhalb dieser Zone sind israelische Truppen stationiert, eine Rückkehr der von dort geflohenen Bevölkerung ist untersagt.

Die mit dem Iran verbündete Hisbollah hatte in den vergangenen Tagen ihre Drohnenangriffe auf Israel ausgeweitet. Israels Ministerpräsident Netanjahu wies die Armee daraufhin am Montag zu einer Verstärkung ihres Vorgehens gegen die Schiitenmiliz im Libanon an. Als Ziel nannte er, die vom Iran unterstützte Miliz zu "zerschlagen". Zuvor hatten zwei rechtsextreme Minister in Netanjahus Kabinett eine Ausweitung des Militäreinsatzes im Libanon gefordert.

Am Dienstag bekräftigte Netanjahu eine Verstärkung des militärischen Vorgehens gegen die Hisbollah. Die israelische Armee sei "mit erheblichen Kräften vor Ort im Einsatz und sichert strategisch wichtige Positionen", erklärte er. "Wir verstärken die Sicherheitszone, um die Gemeinden im Norden Israels zu schützen", fügte Netanjahu hinzu.

Die Hisbollah hatte am Dienstag nach eigenen Angaben erneut Ziele der israelischen Armee im Norden Israels mit Drohnen angegriffen. Die israelische Armee teilte am Dienstag mit, sie habe "mehrere Sprengstoffdrohnen abgefangen, die von der Terrororganisation Hisbollah in Richtung israelisches Gebiet abgefeuert worden waren". Mehrere weitere Sprengstoffdrohnen gingen demnach "auf israelischem Territorium nahe der israelisch-libanesischen Grenze nieder". Verletzte gab es demnach keine.

Neue israelische Angriffe gab es nach Angaben eines AFP-Korrespondenten unterdessen in Nabatije. Die Nachrichtenagentur ANI berichtete, dass einer der Angriffe die Umgebung eines öffentlichen Krankenhauses getroffen habe. Dabei seien "erhebliche Schäden" verursacht worden.

Am Morgen hatte die israelische Armee erstmals eine Evakuierungsaufforderung für die Bewohner von Nabatije ausgegeben. Die israelische Armee begründete die Aufforderung mit möglicherweise bevorstehenden Angriffen gegen Stellungen der pro-iranischen Hisbollah-Miliz. "Jeder, der sich in der Nähe von Hisbollah-Mitgliedern, ihren Einrichtungen oder ihrem militärischen Gerät aufhält, setzt sein Leben aufs Spiel", hieß es in der Erklärung.

Bislang hatte die israelische Armee zumeist Evakuierungsaufforderungen für Gebiete südlich des Litani-Flusses im Libanon herausgegeben. Die Armee will in der Region nach eigenen Angaben eine Pufferzone einrichten, um Siedlungen im Norden Israels vor dem Beschuss der Hisbollah zu schützen. Die Stadt Nabatije liegt dagegen nördlich des Litani-Flusses. Sie war schon in den vergangenen Wochen immer wieder Ziel israelischer Angriffe.

Bereits nach Beginn der neuen Kämpfe zwischen der Hisbollah und der israelischen Armee im Zuge des Iran-Krieges hatten viele Einwohner Nabatije verlassen. Die Hisbollah, deren erklärtes Ziel die Vernichtung Israels ist, hatte den Libanon Anfang März mit ihren Angriffen auf Israel in den Iran-Krieg hineingezogen. Sie lehnt sowohl direkte Gespräche zwischen der libanesischen Regierung und Israel als auch eine seit dem 17. April geltende Waffenruhe ab.

Mehrere Orte im Süden des Libanon wurden laut der staatlichen Nachrichtenagentur ANI ebenfalls angegriffen, insbesondere in der Region Tyros. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurde bei israelischen Luftangriffen in Srifa in dieser Region mindestens eine Rettungskraft der mit der Hisbollah verbündeten Amal-Bewegung getötet.

Die israelische Armee erließ am Dienstag zudem eine Evakuierungsaufforderung für die Orte Maschghara und Sohmor im Osten des Libanon. Dort wurde laut Ani zudem die Umgebung des Karaun-Staudamms ins Visier genommen. Im Osten des Libanon waren am Vortag elf Menschen bei israelischen Angriffen getötet worden.

Die israelische Armee gab die Zahl der über Nacht beschossenen Ziele mit mehr als hundert an. Die Hisbollah meldete ihrerseits Kämpfe gegen israelische Soldaten in der Nähe von Nabatije. Die "direkten" Kämpfe in der Gegend gingen der Miliz zufolge weiter.

B.Cooper--TNT

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