The National Times - Vor Koalitionsausschuss ruft Söder zu "mentalen Aufräumarbeiten" auf

Vor Koalitionsausschuss ruft Söder zu "mentalen Aufräumarbeiten" auf


Vor Koalitionsausschuss ruft Söder zu "mentalen Aufräumarbeiten" auf
Vor Koalitionsausschuss ruft Söder zu "mentalen Aufräumarbeiten" auf / Foto: © AFP/Archiv

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will mit Blick auf den für Dienstag geplanten Koalitionsausschuss in Berlin "mit mentalen Aufräumarbeiten beginnen". Die Gewinne der AfD gegenüber der Union in Umfragen bezeichnete der CSU-Chef am Montag nach einer Sitzung des CSU-Vorstands in München als "Alarmsignal". Auf die Situation im Land müsse "mit Verstand" reagiert werden, nicht mit "Hektik oder Panik und vor allen Dingen nicht mit Streit", sagte Söder.

Textgröße ändern:

Er glaube, "dass wir mit konstruktiver Entscheidungskompetenz nicht nur die Stimmung, sondern auch die tatsächliche Lage verbessern können." Alle müssten daran arbeiten, die Leistungsfähigkeit der Regierung zu erhöhen "und nicht uns selbst bespiegeln oder auch in ideologischen Debatten verheddern", forderte er.

Keine Rolle mehr könne die Entlastungsprämie spielen, die der Bundesrat am Freitag zunächst gestoppt hatte. Die Bundesregierung hatte geplant, dass Arbeitgeber ihren Beschäftigten 1000 Euro steuer- und abgabenfrei auszahlen können. Im Bundesrat verweigerte aber auch Bayern dem Vorhaben die notwendige Zustimmung.

"Es war eine gut gemeinte Idee", sagte Söder nun. Das heiße aber nicht automatisch, "dass es alle gut finden". Es habe "zum Teil sehr heftige Reaktionen aus der Wirtschaft" gegeben, außerdem seien die Kosten auf bis zu drei Milliarden Euro gestiegen. Das sei für die Länder "nicht darstellbar".

Das für die Entlastungsprämie vorgesehene Geld solle für eine Steuerreform eingesetzt werden, forderte der CSU-Chef. Spitzensteuersatz und Erbschaftsteuer könnten aber nicht erhöht werden. Auch das Ehegattensplitting abzuschaffen, gehe für die CSU nicht. Söder rief dazu auf, sich stattdessen über Dinge zu verständigen, "die möglich sind".

Im Rahmen einer Gesamtfinanzierung könne auch über eine Reichensteuer gesprochen werden, wiederholte er eine frühere Aussage. Als die "großen Brocken, die für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands von zentraler Bedeutung sind", bezeichnete er eine Reform des Gesundheitssystems, der Pflege und der Rente sowie eine Steuerreform.

S.M.Riley--TNT

Empfohlen

Macron ruft zu mehr europäischen Investitionen in Afrika auf

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat sich auf einem zweitägigen Wirtschaftsgipfel in Nairobi für mehr europäische Investitionen anstelle öffentlicher Entwicklungshilfe ausgesprochen. "Afrika ist auf dem Erfolgsweg und braucht Investitionen, um souverän zu sein", sagte Macron auf dem Treffen, das in der Linie früherer Frankreich-Afrika-Gipfel steht, aber in diesem Jahr in einem anglophonen Land stattfindet.

Baden-Württemberg: Grüne und CDU besiegeln gemeinsame Regierung

Rund zwei Monate nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg haben Grüne und CDU ihre gemeinsame Regierung besiegelt. Der designierte Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) und der CDU-Vorsitzende Manuel Hagel unterzeichneten am Montag in Stuttgart den Koalitionsvertrag, der unter anderem die wirtschaftliche Entwicklung in den Mittelpunkt stellt. Zudem stehen nun auch die Grünen-Minister der neuen Landesregierung fest.

Philippinen: Amtsenthebungsverfahren gegen Vizepräsidentin Duterte eingeleitet

Auf den Philippinen ist ein Amtsenthebungsverfahren gegen Vizepräsidentin Sara Duterte eingeleitet worden. Die Abgeordneten im Repräsentantenhaus beschlossen am Montag mit großer Mehrheit, die Anklagepunkte gegen die Tochter des früheren Staatschefs Rodrigo Duterte an den Senat weiterzuleiten. Im Fall einer Verurteilung durch den Senat würde Duterte lebenslang von öffentlichen Ämtern ausgeschlossen. Ihre im Februar angekündigte Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl 2028 steht damit auf dem Spiel.

Europäer reagieren skeptisch auf Putins Vorschlag für Schröder als Ukraine-Vermittler

Der Vorschlag des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) als Vermittler in Friedensgesprächen mit der Ukraine einzusetzen, ist bei den europäischen Unterstützern Kiews auf starke Vorbehalte gestoßen. Angesichts Schröders Vergangenheit als Lobbyist für russische Staatsunternehmen sei "klar", warum Putin ihn als Vermittler haben wolle, sagte etwa am Montag die EU-Außenbeauftragte Kallas in Brüssel. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sieht in Putins Äußerungen zu Friedensgesprächen ein mögliches "Täuschungsmanöver".

Textgröße ändern: