The National Times - Steuerreform: Spahn drängt auf gemeinsamen Vorschlag der Koalition

Steuerreform: Spahn drängt auf gemeinsamen Vorschlag der Koalition


Steuerreform: Spahn drängt auf gemeinsamen Vorschlag der Koalition
Steuerreform: Spahn drängt auf gemeinsamen Vorschlag der Koalition / Foto: © AFP/Archiv

Unions-Fraktionschef Jens Spahn (CDU) hat angesichts der angespannten Stimmungslage in der Koalition an Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) appelliert, nicht allein mit einem Vorschlag zur Einkommensteuerreform an die Öffentlichkeit zu gehen. "Unser Angebot an die SPD ist: Wir erarbeiten gemeinsam einen Vorschlag und präsentieren ihn dann gemeinsam", sagte Spahn der "Rheinischen Post" (Freitagsausgabe). "Das vermeidet öffentlichen Streit", fügte er hinzu.

Textgröße ändern:

Die Koalition mahnte Spahn insgesamt zu mehr Ruhe und Disziplin. "Wir brauchen wieder mehr kommunikative Disziplin". Die große Mehrheit in beiden Fraktionen wolle vor allem, "dass wir ruhig und stabil regieren".

Bei der Einkommensteuerreform seien sich die Koalitionspartner im Ziel einig, betonte Spahn. "Kleinere und mittlere Einkommen entlasten, damit die Menschen wieder mehr finanziellen Spielraum haben", sagte er.

Spahn betonte erneut die Unions-Linie, "dass wir nicht einfach fünf Prozent stärker belasten können, um 95 Prozent zu entlasten". Dabei kämen hohe Steuersätze von 60 Prozent raus. "Für den größten Teil der Entlastung braucht es daher eine Gegenfinanzierung außerhalb des Steuersystems", forderte der Unions-Fraktionschef.

Die Prämissen der Union seien klar: "Der Spitzensteuersatz soll später greifen, damit kleinere und mittlere Einkommen entlastet werden und Überstunden nicht schneller im Spitzensteuersatz landen." Außerdem wolle die Union den "Mittelstandsbauch abflachen". Mit Blick auf Einsparungen sagte der CDU-Politiker: "Vermutlich geht es nur mit der Rasenmäher-Methode." Bei vielen Subventionen müsse pauschal und konsequent gekürzt werden. "Das tut an vielen Stellen etwas weh, hat aber eine einfache, nachvollziehbare Logik", sagte Spahn.

Der Vorsitzende der Jungen Union, Johannes Winkel, forderte die Bundesregierung derweil auf, auf absehbare Zeit keine neuen Schulden zu machen. "Die Schmerzgrenze ist längst erreicht. Es kann so nicht weitergehen", sagte Winkel den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Freitagsausgaben). "Wir brauchen ein Schuldenmoratorium", forderte er.

Außerdem sei genau zu überprüfen, ob die bisher gemachten Schulden sinnvoll eingesetzt würden, erklärte Winkel. Dafür brauche es gesetzliche Änderungen. "In der Union, aber auch im Land ist die Akzeptanz aufgebraucht, die strukturellen Probleme einfach mit Geld und Schulden zuzuschütten", mahnte er. Das Geld aus dem Sondervermögen für Infrastruktur werde nicht nur für Straßen und Schienen verwendet, sondern "landet im Sozialsystem", sagte der CDU-Politiker.

Dass SPD-Fraktionschef Matthias Miersch zuletzt eine weitere Aussetzung der Schuldenbremse als Notfalloption ins Gespräch gebracht habe, mache ihn sprachlos, erklärte Winkel. "Irgendwann ist einfach Schluss."

C.Bell--TNT

Empfohlen

Grüne fordern Koalition zu Rücknahme von Heizungsgesetz auf - vor Anhörung im Bundestag

Vor der Expertenanhörung im Bundestag zum neuen Heizungsgesetz haben die Grünen die Koalition zur Umkehr aufgefordert. Der energiepolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Michael Kellner, verwies am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP auf zwei Gutachten des Wissenschaftlichen Diensts des Bundestags, wonach die Vorlage grundgesetzwidrig sein könnte. Der Entwurf sei eine "konzeptlose Mogelpackung", sagte Kellner. "Die Stellungnahmen der Sachverständigen sind verheerend für Union und SPD."

Proteste nach Wahlsieg von rechtem Hardliner bei Präsidentschaftswahl in Kolumbien

Nach dem Wahlsieg des Rechtsaußen-Kandidaten Abelardo de la Espriella bei der Präsidentschaftswahl in Kolumbien ist es in dem südamerikanischen Land zu Protesten und Ausschreitungen gekommen. In Kolumbiens drittgrößter Stadt Cali setzten Demonstranten am Sonntagabend US-Fahnen in Brand und lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein, einige Protestierer warfen Steine.

USA und Iran richten Kommunikationskanal zur Straße von Hormus ein

Die USA und der Iran haben sich bei ihren Gesprächen in der Schweiz auf die Einrichtung eines Kommunikationskanals zur Straße von Hormus verständigt. Damit sollten "Vorfälle und Kommunikationspannen" verhindert und eine sichere Schifffahrt in der Meerenge ermöglicht werden, erklärten die Vermittlerstaaten Pakistan und Katar in der Nacht auf Montag nach einer ersten Verhandlungsrunde.

US-Diplomat: Verhandlungen mit iranischer Delegation in der Schweiz gehen weiter

Die Gespräche zwischen Delegationen der USA und des Iran in der Schweiz gehen nach US-Angaben trotz eines Streits um Äußerungen von Präsident Donald Trump weiter. Ein US-Diplomat sagte in der Nacht auf Montag, die iranische Delegation befinde sich nach wie vor im Luxushotel Bürgenstock. Es werde erwartet, dass die Gespräche die Nacht über fortgesetzt würden.

Textgröße ändern: