The National Times - In Algerien inhaftierter französischer Journalist hofft auf Begnadigung

In Algerien inhaftierter französischer Journalist hofft auf Begnadigung


In Algerien inhaftierter französischer Journalist hofft auf Begnadigung
In Algerien inhaftierter französischer Journalist hofft auf Begnadigung / Foto: © AFP/Archiv

Ein in Algerien inhaftierter französischer Journalist hat in der Hoffnung auf eine Begnadigung durch den algerischen Präsidenten auf weitere Rechtsmittel verzichtet. Der Sportreporter Christophe Gleizes werde nicht das höchste Berufungsgericht anrufen, sagte seine Mutter Sylvie Godard am Dienstag dem Sender France Inter. "Er legt sein Schicksal in die Hände von Präsident Abdelmadschid Tebboune", sagte sie. Dies sei "eine starke, symbolische Geste", fügte sie hinzu.

Textgröße ändern:

Die Familie des Journalisten hoffe darauf, dass die Verbesserung der Beziehungen zwischen beiden Ländern dazu beitrage, die Haftzeit zu verkürzen. Gleizes war 2024 nach einer Reportage in der algerischen Region Kabylei wegen "Verherrlichung von Terrorismus" zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Die französische Regierung hatte die Strafe "bedauert" und auf die Pressefreiheit verwiesen.

Gleizes, der als freier Journalist für mehrere Fußballzeitschriften schreibt, war im Mai 2024 in Algerien festgenommen worden. Er war in das Land gereist, um über einen Fußballklub in der Region Kabylei zu schreiben. Die algerische Justiz warf ihm vor, mit einem Manager des Klubs in Kontakt gewesen zu sein, der zugleich ein führendes Mitglied der Bewegung für die Selbstbestimmung der Region ist. Diese ist in Algerien als Terrororganisation eingestuft.

Die Organisation Reporter ohne Grenzen prangerte eine "ungerechte" Strafe an. Die Inhaftierung des Journalisten in Algerien erregte in Frankreich große Aufmerksamkeit.

Das Verhältnis zwischen Frankreich und der ehemaligen Kolonie Algerien war in den vergangenen Jahren belastet. Zu den Dauerstreitpunkten zählt die häufig verhinderte Abschiebung algerischer Migranten, denen die algerischen Behörden nicht die nötigen Papiere ausstellen. Die Inhaftierung des französisch-algerischen Schriftstellers Boualem Sansal stand ebenfalls im Kontext der Spannungen. Sansal wurde im November 2025 auf Ersuchen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier begnadigt.

Um die Spannungen zwischen Algerien und Frankreich zu glätten, war der französische Innenminister Laurent Nuñez im Februar nach Algier gereist.

P.Barry--TNT

Empfohlen

Umfrage: AfD in Mecklenburg-Vorpommern weiter deutlich vorn - SPD legt leicht zu

Drei Monate vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD einer Umfrage zufolge in der Wählergunst weiter deutlich vorn. Die am Montag veröffentlichte Erhebung des Instituts Insa Consulere für den "Nordkurier" aus Neubrandenburg sieht die Partei bei 35 Prozent - ein Plus von einem Prozentpunkt im Vergleich zum März. Die regierende SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig legt demnach um zwei Punkte auf 28 Prozent zu.

Rumänien: Parlamentsabstimmung über designierten Regierungschef Vestea erwartet

Nach dem Auseinanderbrechen der Regierungskoalition in Rumänien hat das Parlament in Bukarest am Montag mit der Debatte über das vom designierten Regierungschef Adrian Vestea vorgeschlagene Kabinett begonnen. Die Abstimmung über Vestea und seine Minister wurde für Montagabend um 20.30 Uhr MESZ erwartet. Der pro-westliche Politiker benötigt 233 Stimmen in beiden Kammern des Parlaments, um eine Regierung zu bilden.

US-Außenminister Rubio besucht ab Dienstag drei Golfstaaten

US-Außenminister Marco Rubio hat vor dem Hintergrund der Iran-Gespräche eine Reise in drei Golfstaaten angekündigt. Rubio werde ab Dienstag die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und Bahrain besuchen, erklärte sein Sprecher Tommy Pigott am Montag in Washington. Bis Donnerstag werde der Außenminister das Rahmenabkommen mit dem Iran erläutern sowie die Bemühungen um einen freien Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus.

USA und Iran einigen sich auf Fahrplan für Friedensabkommen - Atomfrage weiter unklar

Die USA und der Iran haben sich bei ihren Gesprächen in der Schweiz auf einen Fahrplan für ein Friedensabkommen in der Region geeinigt. Die als Vermittler agierenden Staaten Katar und Pakistan teilten am Montag mit, dass der Fahrplan binnen 60 Tagen zu einer endgültigen Vereinbarung führen solle. Zu der heiklen Frage des iranischen Atomprogramms gab es indes unterschiedliche Äußerungen.

Textgröße ändern: