The National Times - Raubprozess gegen frühere RAF-Terroristin Klette: Anklage fordert 15 Jahre Haft

Raubprozess gegen frühere RAF-Terroristin Klette: Anklage fordert 15 Jahre Haft


Raubprozess gegen frühere RAF-Terroristin Klette: Anklage fordert 15 Jahre Haft
Raubprozess gegen frühere RAF-Terroristin Klette: Anklage fordert 15 Jahre Haft / Foto: © POOL/AFP/Archiv

Im Raubprozess gegen die mutmaßliche ehemalige RAF-Terroristin Daniela Klette hat die Staatsanwaltschaft 15 Jahre Haft gefordert. In ihrem Plädoyer legte die Vertreterin der Anklagebehörde Klette am Mittwoch vor dem Landgericht im niedersächsischen Verden unter anderem versuchten gemeinschaftlichen Mord und schweren bandenmäßigen Raub mit Waffen zur Last.

Textgröße ändern:

Klette muss sich dort seit etwas mehr als einem Jahr wegen mutmaßlicher Beteiligung an einer Serie bewaffneter Raubüberfälle in Niedersachsen nach Auflösung der linksextremistischen RAF verantworten. Zwischen 1999 und 2016 soll sie an acht Überfällen beteiligt gewesen sein, 24 Menschen seien dadurch psychisch teils schwer geschädigt worden. Die Staatsanwaltschaft will eine Beute von knapp 2,4 Millionen Euro einziehen lassen.

Die Raubüberfälle auf Geldtransporter und Kassenbüros von Supermärkten soll Klette gemeinsam mit den flüchtigen ehemaligen RAF-Mitgliedern Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub begangen haben. Damit soll das Trio sein Leben im Untergrund finanziert haben. Klette wurde im Februar 2024 in Berlin gefasst, wo sie unter falschen Namen gelebt hatte.

Um Taten im Zusammenhang mit der RAF oder Terrorismusvorwürfe geht es in dem im März 2025 begonnenen Verdener Prozess nicht. Deswegen klagte die Bundesanwaltschaft die 67-jährige Klette inzwischen separat vor dem Oberlandesgericht in Frankfurt am Main an. Es geht unter anderem um Vorwürfe des versuchten Mordes, Hintergrund sind Anschläge der RAF in den 90er Jahren. Über die Prozesseröffnung ist noch nicht entschieden.

Das aktuelle Verdener Verfahren sollte mit dem Plädoyer der Nebenklage fortgesetzt werden, die Schlussvorträge der Verteidigung von Klette könnten am 12. und 13. Mai folgen. Einen möglichen Urteilstermin nannte das Gericht noch nicht.

A.Little--TNT

Empfohlen

Sanierungsstau: Milliardenbedarf für Sanierung von kommunalen Schwimmbädern

Der Bund verzeichnet eine Nachfrage in Milliardenhöhe nach Fördermitteln für die Sanierung kommunaler Schwimmbäder. Für den Projektaufruf für die Förderung von Schwimmbadsanierungen mit Mitteln aus dem Bundesprogramm "Sanierung kommunaler Sportstätten" seien insgesamt 960 Projektskizzen eingereicht worden, teilte das Bundesbauministerium in Berlin am Dienstag mit. Das beantragte Fördervolumen liege bei rund 3,2 Milliarden Euro und übersteige die bereitgestellten Mittel deutlich.

Aktuelle Stunde zu Linken-Parteitag - Linke bezeichnet Debatte als "lächerlich"

Zu den umstrittenen Äußerungen des neuen Linken-Chefs Luigi Pantisano zur CDU soll noch in dieser Woche eine Aktuelle Stunde im Bundestag stattfinden. Darauf einigten sich Union und SPD, wie Unions-Parlamentsgeschäftsführer Steffen Bilger (CDU) am Dienstag sagte. Pantisanos Aussagen seien "inakzeptabel" und seine Entschuldigung dafür "nicht wirklich glaubwürdig". Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek bezeichnete die Debatte als "lächerlich" und zog zugleich eine deutliche Grenze zwischen CDU und AfD.

Spannungen mit Warschau: Selenskyj bleibt offenbar Ukraine-Konferenz in Polen fern

Wegen des Streits mit Warschau um die Weltkriegsvergangenheit bleibt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj offenbar einer wichtigen Konferenz in Polen fern. Sie werde die ukrainische Delegation bei der Konferenz zum Wiederaufbau der Ukraine im polnischen Danzig anführen, teilte Regierungschefin Julia Swyrydenko am Dienstag in Onlinediensten mit - womit sie praktisch bestätigte, dass Selenskyj nicht daran teilnimmt.

Gewerkschaften sehen Empfehlungen von Rentenkommission teilweise kritisch

Die Gewerkschaften sehen in den Empfehlungen der Rentenkommission für die Reform der Altersvorsorge zwar positive Aspekte, bewerten einige zentrale Punkte aber kritisch. DGB-Chefin Yasmin Fahimi warnte am Dienstag vor allem vor einer Vermischung kapitalgedeckter Elemente mit den Beiträgen zur gesetzlichen Rente. Auch die Abschaffung der abschlagsfreien Rente für Beschäftigte mit mindestens 45 Beitragsjahren lehnt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ab.

Textgröße ändern: