The National Times - Kandidaten für Amt des UN-Generalsekretärs stellen sich in New York vor

Kandidaten für Amt des UN-Generalsekretärs stellen sich in New York vor


Kandidaten für Amt des UN-Generalsekretärs stellen sich in New York vor
Kandidaten für Amt des UN-Generalsekretärs stellen sich in New York vor / Foto: © AFP/Archiv

Am Sitz der Vereinten Nationen in New York stellen sich ab Dienstag die vier Kandidaten für die Nachfolge von UN-Generalsekretär António Guterres vor. Chiles Ex-Präsidentin Michelle Bachelet, der argentinische IAEA-Chef Rafael Grossi, Costa Ricas frühere Vizepräsidentin Rebeca Grynspan und Senegals Ex-Präsident Macky Sall werden bis Mittwoch jeweils drei Stunden die Fragen von Vertretern der 193 UN-Mitgliedstaaten sowie von Nichtregierungsorganisationen beantworten. Guterres' zweite Amtszeit endet am 31. Dezember.

Textgröße ändern:

Viele Länder sprechen sich nach bislang ausschließlich männlichen UN-Generalsekretären für eine Frau an der Spitze der Vereinten Nationen aus. Bei der Entscheidung, wer Guterres ablöst, spielen die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats USA, China, Russland, Großbritannien und Frankreich die entscheidende Rolle. Sie können Kandidaten jeweils mit ihrem Veto verhindern.

Der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, stellte im Vorfeld klar, dass die nächste UN-Generalsekretärin oder der nächste UN-Generalsekretär mit den "amerikanischen Werten und Interessen" übereinstimmen müsse. Außerdem würden die Vereinigten Staaten nicht zwingend jemanden aus Lateinamerika unterstützen - auch wenn den Gepflogenheiten entsprechend die künftige UN-Generalsekretärin oder der künftige Generalsekretär aus dieser Region kommen müsste.

Der 65-jährige Argentinier Rafael Grossi kann als seit 2019 amtierender Chef der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEA) auf seine Erfahrung in der internationalen Diplomatie verweisen. So musste er sich um heikle Angelegenheiten wie die Überprüfung des iranischen Atomprogramms und die Sicherung des von Russland besetzten ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja kümmern. Grossi will eigenen Angaben zufolge, dass die UNO "zu ihren Gründungsversprechen zurückkehrt - die Menschheit von der Geißel des Krieges zu befreien".

Die 74-jährige Bachelet genießt unter anderem wegen ihres Widerstands gegen Chiles Diktator Augusto Pinochet Ansehen. 2006 wurde sie als erste Frau zum Staatsoberhaupt ihres Landes gewählt. 2010 übernahm sie die Leitung von UN Women, der neuen UN-Organisation für die Gleichberechtigung von Frauen. 2018 übernahm die Chilenin den Posten der UN-Menschenrechtskommissarin und brachte in dieser Rolle einige Länder wie etwa China gegen sich auf. Bachelets Kandidatur wird von den linksgerichteten Regierungen Mexikos und Brasiliens unterstützt, nicht aber von Chiles neuer ultrarechter Regierung.

Deutlich weniger bekannt ist Grynspan, welche die UN-Organisation für Handel und Entwicklung (UNCTAD) leitet. Als solche war die Costaricanerin maßgeblich am Abkommen zwischen den Kriegsgegnern Russland und Ukraine für Getreidelieferungen über das Schwarze Meer beteiligt. Als Kind von Holocaust-Überlebenden betont die 70-Jährige die Bedeutung der UN-Charta als Dokument gegen "die Gefahren von Entmenschlichung, Misstrauen und Zersplitterung".

Der Senegalese Sall ist der einzige Kandidat, der nicht aus Lateinamerika stammt. Bei seiner Kandidatur betont der 64-Jährige den Zusammenhang zwischen Frieden und Entwicklung. Vorgeschlagen wurde Sall von Burundi, dem derzeitigen Vorsitzenden der Afrikanischen Union (AU). Er wird aber weder von der AU selbst unterstützt - 20 der 55 Mitglieder sind gegen ihn - noch von seinem Heimatland. Die senegalesischen Behörden machen Sall für die gewaltsame Niederschlagung politischer Proteste in den Jahren 2021 bis 2024 verantwortlich.

P.Jones--TNT

Empfohlen

Französische Rechtspopulistin Le Pen spricht sich gegen russische Einflussnahme aus

Gut sieben Monate vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich ist die Kandidatin des rechtspopulistischen Rassemblement National (RN), Marine Le Pen, auf Distanz zur russischen Regierung gegangen. Diese könne nicht darauf hoffen, durch "Einschüchterung, Drohungen, Destabilisierung oder psychologischen Druck direkt oder indirekt die Politik Frankreichs zu diktieren", hieß es in einer am Samstag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung mit RN-Parteichef Jordan Bardella.

Weißes Haus verwehrt Journalisten von CNN und weiteren US-Medien den Zutritt

Einen Tag nach einem von US-Präsident Donald Trump gegen sie verhängten Hausverbot hat das Weiße Haus Journalisten der US-Sender CNN und MS NOW sowie des Nachrichten-Portals Politico am Samstag den Zutritt verwehrt. Die betroffenen Medien verurteilten Trumps Schritt als Verletzung der US-Verfassung und kündigten an, weiterhin über die Regierung zu berichten.

Bundeswehr-Generalinspekteur Breuer wird neuer Vorsitzender des Nato-Militärausschusses

Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, wird neuer Vorsitzender des Nato-Militärausschusses. Die Generalstabschefinnen und -chefs der Nato-Mitgliedstaaten wählten Breuer am Samstag einstimmig, wie das Verteidigungsministerium in Berlin mitteilte. Er wird damit Mitte kommenden Jahres die Nachfolge von Giuseppe Cavo Dragone auf dem Posten antreten. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sprach von einer "ausgezeichneten Nachricht" für das Verteidigungsbündnis.

Zusammenstöße zwischen Polizei und Rechtsradikalen in Den Haag

Im niederländischen Den Haag ist es zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen der Polizei und hunderten Rechtsradikalen gekommen. Trotz eines Verbots zogen am Samstag rund 500 Demonstranten durch das Stadtzentrum, skandierten antisemitische Parolen und attackierten die Beamten mit Feuerwerk und Wurfgeschossen. Es gab mehrere Festnahmen, die Polizei setzte Schlagstöcke und Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein.

Textgröße ändern: