The National Times - Frankreich will atomare Abschreckung allein finanzieren

Frankreich will atomare Abschreckung allein finanzieren


Frankreich will atomare Abschreckung allein finanzieren
Frankreich will atomare Abschreckung allein finanzieren / Foto: © AFP/Archiv

Frankreich will die geplante atomare Aufrüstung allein finanzieren und hat die Kosten dafür bereits eingeplant. "Wir werden unsere Verbündeten nicht bitten, sich daran zu beteiligen", sagte die französische Verteidigungsministerin Catherine Vautrin am Dienstag dem Sender France Inter. "Es bleibt eine völlig französische Entscheidung, vollständig von Frankreich finanziert", betonte sie.

Textgröße ändern:

Die nukleare Abschreckung mache derzeit 13 Prozent des Verteidigungshaushalts aus. In der geplanten Haushaltsanpassung, die im Frühjahr verabschiedet werden soll, sei ein entsprechender Spielraum eingeplant, erklärte sie. Frankreichs Verteidigungshaushalt umfasst 2026 rund 57 Milliarden Euro.

Allerdings erwarte Frankreich von seinen Verbündeten eine deutlichere Unterstützung im konventionellen Bereich, betonte die Ministerin. "Unterstützung, das bedeutet auch eine bessere Koordination bei Themen wie Waffen mit großen Reichweiten", sagte Vautrin.

Die Frage, ob Frankreich künftig Atomwaffen in den Partnerländern stationieren wolle, ließ die Ministerin unbeantwortet. Ziel sei es, als Atomstreitkraft über Flugzeuge zu verfügen, "die sich im Himmel verteilen wie die Atom-U-Boote sich im Ozean verteilen", sagte Vautrin. Dies entspreche dem neuen Konzept einer "vorgelagerten Abschreckung", deren Details "mit jedem Land einzeln ausgehandelt" werden sollten.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte am Vortag eine engere Zusammenarbeit mit Deutschland und sieben weiteren Ländern bei der nuklearen Abschreckung angekündigt. Dazu könne auch eine "situationsbedingte Stationierung von Elementen der strategischen Kräfte" gehören, sagte Macron - bewusst unklar formuliert, wie es bei diesem Thema üblich ist. Gemeint ist wohl, dass mit Atomwaffen bestückte französische Kampfflugzeuge Militärstützpunkte in Partnerländern punktuell nutzen können. Von einer dauerhaften Stationierung französischer Atomwaffen in anderen Ländern ist derzeit nicht die Rede.

Diese neue Zusammenarbeit sei keine Konkurrenz zur nuklearen Teilhabe der Nato, sondern solle diese "perfekt ergänzen", hatte Macron in seiner Grundsatzrede zur nuklearen Abschreckung auf dem Marinestützpunkt Île Longue betont. "Um frei zu sein, muss man gefürchtet werden", hatte er hinzugefügt.

Macron hatte auch angekündigt, die Zahl der französischen Atomsprengköpfe um eine ungenannte Menge aufzustocken. Die geopolitischen Umbrüche und Risiken rechtfertigten eine "Verschärfung unseres Modells", sagte Macron.

Neben Deutschland will Frankreich auch mit Großbritannien, Polen, den Niederlanden, Belgien und Griechenland bei der nuklearen Abschreckung enger zusammenarbeiten. Dies umfasse auch gemeinsame Militärübungen. Die Entscheidungshoheit über die Atomwaffen bleibe jedoch ausschließlich in der Hand des französischen Präsidenten, betonte Macron. "Es wird keinerlei Beteiligung an der endgültigen Entscheidung geben, weder an ihrer Planung noch an ihrer Umsetzung", erläuterte er.

G.Waters--TNT

Empfohlen

AfD-Ko-Chefin Weidel: Hitler war "Linksextremist"

AfD-Ko-Chefin Alice Weidel hat ihre Einschätzung bekräftigt, wonach es sich bei NS-Diktator Adolf Hitler um einen "Linksextremisten" gehandelt habe. "Adolf Hitler hat eine völlig linksgerichtete Politik gemacht", sagte Weidel am Montag in Berlin auf die Frage eines niederländischen Journalisten. "Er war ein Linksradikaler, ein Linksextremist."

Schwesig attackiert Merz: Mit dem Finger auf andere zeigen reicht nicht aus

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat nach den Wahlen in ihrem Bundesland Kanzler Friedrich Merz (CDU) mit scharfen Worten angegriffen. Ein Bundeskanzler, der nur noch über fünf Prozent Zustimmung in ihrem Bundesland verfüge, "sollte sich selbst kritisch fragen, was er vielleicht bisher falsch gemacht hat", sagte sie am Montag in Berlin. "Einfach nur mit dem Finger auf andere zeigen, reicht nicht aus."

"Ergebnis ist niederschmetternd": Kubicki wertet Wahlen als Rückschlag für FDP

Der FDP-Bundesvorsitzende Wolfgang Kubicki hat die Niederlagen seiner Partei bei den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern als Rückschlag gewertet. "Das Ergebnis ist in beiden Bereichen niederschmetternd, aber es bringt uns im Zweifel nicht um", sagte Kubicki am Montag in Berlin. Er räumte ein, "dass jede Niederlage dieser Art die Erzählung schwieriger macht: Beim nächsten Mal wird es auf jeden Fall funktionieren."

Schwesig kündigt Gespräche mit Grünen und Linken über Koalition an

Nach der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern will Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) mit Grünen und Linken Gespräche über eine mögliche Koalition führen. Dies werde sie am Montagabend den SPD-Gremien in dem Bundesland vorschlagen, sagte Schwesig am Vormittag im Willy-Brandt-Haus in Berlin. Sie sehe die 35,5 Prozent für die SPD als Auftrag der Wählerinnen und Wähler, "eine demokratische, stabile Regierung" zu bilden.

Textgröße ändern: